Lost in Transit – Tipps von Vielfliegern

Zwischenstopp Miami Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen! Unter Umständen von Verspätungen, Ausfällen, dutzendfachen Security Kontrollen, Verzweiflung, verlorenen Nächten und Gepäckstücken.

Für Dreharbeiten mit Kaffeebauern flogen wir Anfang Februar nach Guatemala. Zumindest war das unser Plan – auf Anhieb hat das leider nicht geklappt. Unsere Route: Hamburg-London Heathrow, London-NY, NY-Miami, Miami- Guatemala City. Ein tougher Plan.

Doch schon London fiel aus – Schnee und Eis auf einer der Landebahnen. Das fiel den Verantwortlichen allerdings erst auf, als wir schon eine halbe Stunde über London kreisten. Also zurück nach Hamburg. In Windeseile buchte der freundliche Mitarbeiter des Notfall-Dienstes unseres Reisebüros alle fünf Tickets trotz des Heathrow bedingten Flug-Chaos um. Neuer Plan: HH-Frankfurt, Frankfurt-NY, NY-Mexiko City, Mexiko City-Guatemala City. Uff. Durchchecken nicht möglich. Jedes Mal Sperrgepäck (Filmequipment) raus, Security, Zoll, Gepäck wieder einchecken.

Jan Wagenfeld unterwegs in Brasilien

Aber: Wir sind angekommen - mit rund 12 Stunden Verspätung. Übernachtung fiel aus, Hotel gespart. Weiter ging’s auf der anderen Seite des Flughafens von Guatemala City – einmal umsteigen in den Kleinflieger, der die Provinzstadt Huehuetenango ansteuerte.  Dort angekommen wartete ein Kleinbus auf uns. Weiterfahrt in die Berge, Fahrzeit rund 2 Stunden. Dass uns nach einer Stunde eine Straßensperre (Erdrutsch) weitere 30 Minuten aufhielt – geschenkt! Allerdings: Sich als hektischer Westler auf eine “Der Weg ist das Ziel” Mentalität umzustellen ist schwer.  Tatsächlich kamen wir rund 40 Stunden nach Start der Reise im kleinen Dorf  La Democracia an. Eine Dusche sowie eine Tortilla/Kochbananen-Mahlzeit später ging es zur Drehbesichtigung. Dazu in ein paar Wochen mehr.

Wer nun glaubt, die Rückreise lief im Gegenzug problemlos, der irrt. Wir glaubten das allerdings. Zumindest bis Miami. Aufgrund langer Wartezeiten bei der Einreise plus besonders strenger Zollkontrolle (“Wozu braucht man eine Tonangel?”) verpassten wir den Anschlussflug nach New York. Die freundliche Dame der US-Airline schickte unser Gepäck in einen späteren Flieger, vergaß aber zu erwähnen, dass wir fünf nicht mitkämen – da aussichtslose Warteliste. Folge: Gepäck weg, wir da.

Andreas Christmann auf dem Weg nach Guatemala

Ein aussichtsloser Zustand. Denn wo das Gepäck abgeblieben war, noch in Miami oder schon in New York, konnte nicht abschließend geklärt werden. Die aufreibenden Stunden im Transitbereich brachte den Krisen-Umgang jedes Einzelnen zutage – gut, dass die Tage davor uns zusammengeschweißt hatten. Letztendlich fanden wir unser Gepäck in New York wieder und verbrachten einen extra Tag in Manhattan. Der Rest hat geklappt – die Frankfurter Fraport Vorfeld-Mitarbeiter starteten glücklicherweise erst einen Tag nach unserer Ankunft ihren Streik.

Ich fliege nicht oft durch die Weltgeschichte, meine Kollegen vom Einkauf und aus dem Qualitätsmanagement allerdings schon. Grund genug unsere Kaffee-Einkäufer Andreas Christmann und Jan Wagenfeld nach ihren persönlichen Vielflieger Tipps zu fragen:

  • Süd- und Zentralamerika: Möglichst Nachts fliegen und schlafen
  • Zur Not eine halbe Schlaftablette einnehmen
  • Im Flugzeug wenig essen
  • Afrika: Tags fliegen und Abends ankommen. Schlummertrunk und dann ins Bett.
  • Immer an Bord: Kaugummis gegen Reiseübelkeit (vor allem geeignet für die langen Autofahrten in den Bergen unserer Kaffeeregionen)
  • Trips nicht zu knapp planen, Zeitpuffer einbauen

Weitere Tipps habe ich hier gefunden: http://www.poeschel.net/reisen/vielflieger.php

Ich freue mich über Ihre individuellen Reiseberichte plus Krisenbewältigungsstrategien!

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5 Kommentare zu „Lost in Transit – Tipps von Vielfliegern

  1. txxx666

    Das ist aber hier nicht der Tchibo-Blog von dieser Ariane eben aus der VOX-Sendung, oder?
    Wo finde ich denn den?

  2. Marc

    Hallo,

    Der Tipp mit den Schlaftabletten kommt für meinen Geschmack etwas zu sorglos daher – das sind immerhin Medikamente, deren Folge- und Wechselwirkungen noch nicht ganz erforscht sind.

  3. Ralph

    Hallo,
    da hat es Sie aber erwischt auf dieser Reise. Aber so ist das Leben. Es wäre doch langweilig, wenn immer alles glatt laufen würde. So bleibt das ganze interessant und Sie können darüber einen oder mehrere spannende Artikel schreiben. Die Tipps sind logisch und für jeden gut umsetzbar. Bis auf das Schlafmittel. Es gibt pflanzliche Mittel die beruhigen und man kann auch einschlafen. Ohne Nebenwirkungen. Einfach mal in Apotheken nachfragen.
    Lg Ralph

  4. Sandra Coy
    Sandra Coy

    Hallo Ralph und Marc,
    vielen Dank für Ihren Hinweis. Ich werde den Tipp mit den pflanzlichen Mitteln gerne weitergeben – sicher können die Kollegen damit umso besser schlafen. Viele Grüße!

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