mobiFlip.de

Auf einen Kaffee mit: Technik-Blogger René Hesse

René ist Gründer und Chefredakteur von Mobiflip Was macht ein Technik-Blogger den ganzen Tag? Im dunklen Keller Geräte testen, Kaffee dabei per Infusion aufnehmend? Nein! Sagt René Hesse, Gründer und Chefredakteur des Technikblogs mobiFlip.de. René genießt Koffein wohldosiert (2 Tassen am Tag genügen), geht gerne in den Wald, und koordiniert darüber hinaus seine 7 bloggenden Kollegen. Im Kaffee-Interview berichtet der “Webworker und geborener Mobile-Junkie” von seinem technikaffinen Alltag, zu welchem Ergebnis er beim Produkttest des neuen Touch-Monitor (und Tablet) Acer DA220HQL (aus unserer aktuellen Technik-Wochenwelt) gekommen ist - und wie man Daten auf seinem Smartphone am besten sichern kann.

Arbeitsplatz eines Technikbloggers - Kaffee darf nie fehlen!

René, Du bist Gründer und Chefredakteur des Blogs mobiFlip.de und bloggst auch noch privat. Ganz platt gefragt: Wie kam es dazu?

René Hesse: Ich hantierte bereits frühzeitig mit allen möglichen Handys herum und war dementsprechend recht aktiv in einschlägigen Foren. Die Beteiligung in den Foren wurde immer umfangreicher, denn als Smartphones den Handys Konkurrenz machten, ergaben sich viele weitere Themen und Fragen. Das stellte mich persönlich vor zwei Probleme. Fragen wiederholten sich in den Foren immer und immer wieder und die Mühe einer ausführlichen Antwort half meist nur wenigen Personen. Der zweite Punkt war, Wissensquellen zum Thema Smartphones waren außerhalb der Foren recht dünn vertreten. Ich wollte keine Bestenlisten oder genormte Berichte, wie man sie aus Computerzeitschriften kannte. Ich wollte subjektive Informationen aus erster Hand, von Personen, welche die mobilen Geräte und Apps täglich nutzten. Also entschloss ich mich selbst über Smartphones und Apps zu schreiben, da ich mir dachte, dass ich sicher nicht der einzige bin, der vermehrt Interesse an derartigen Themen haben wird und so wurde der Grundstein für mobiFlip.de und das heutige Team gelegt.

Das mobiFlip-Team ist mittlerweile siebenköpfig. Wie habt ihr Euch kennengelernt?

René Hesse: Alle derzeitigen Autoren haben sich mehr oder weniger über soziale Netzwerke zusammengefunden. Durch persönlichen Kontakt, bei dem relativ flott festgestellt werden konnte, ob man ähnlich tickt, wurde jeweils schnell klar, dass wir zusammenpassen. Da wir intern keine inhaltlichen Vorgaben für die Autoren festgelegt haben, kann jeder Blogger frei nach seiner persönlichen Art schreiben. Ich denke das war und ist für alle einer der wichtigsten Punkte beim Bloggen.

Die Funktionen eines Smartphones gehen schon längst über Telefonieren, Surfen, Musik hören, Fotografieren und Messaging hinaus. Mittlerweile können Menschen z.B ihre Heizung damit regulieren. Was kommt als nächstes und gibt es überhaupt eine Grenze des Möglichen?

René Hesse: Ich halte mich mit solchen Prognosen meist etwas zurück, denn die vergangen Jahre haben gezeigt, dass die Entwicklungen längst nicht so schnell im Massenmarkt ankommen, wie die Industrie das gerne hätte. Manche Trends sind zudem recht schnell wieder verschwunden. Wearable Computing ist sicher ein Thema, bei dem das Smartphone als zentrale Steuereinheit weiterhin eine Rolle spielen wird, hier erwarte ich vor allem im Gesundheits- und Fintessbereich mehr nützliche Funktionen. Auch in vernetzen Fahrzeugen dürfte eine Integration von Smartphones in Zukunft Standard sein. Grenzen gibt es im technischen Bereich wohl kaum, die Herausforderungen der Zukunft werden wohl vielmehr sein, den Menschen neue Funktionen auch wirklich nahezubringen und Software und Services besser miteinander arbeiten zu lassen.

In Deinem Autorenprofil im Blog beschreibst Du Dich als Kaffeefan. Wie trinkst Du ihn am liebsten und wie viele Tassen schaffst Du am Tag?

René Hesse: Kaffee gehört bei mir, wie wohl bei vielen Webarbeitern, zur Grundausstattung eines jedes Arbeitstags. Wenn es schnell gehen muss, werfe ich meine Padmaschine an, ich trinke aber auch sehr gerne Kaffee aus einer Pressstempelkanne. Auch wenn ich manchmal verlockt bin, mir mehr Kaffee zuzuführen, bleibt es in der Regel bei zwei großen Tassen am Tag.

Kannst Du Dich noch an Dein erstes Handy erinnern?

René Hesse: Ja, es war ein Nokia 5130 von E-Plus. Gekauft mit einem Free&Easy Prepaid-Paket. Es war im Grunde baugleich mit dem Nokia 5110, einziger Unterschied, damals gab es noch keine Dualband-Handys, daher 5110 für D-Netz und 5130 für E-Netz.

Was macht ein bloggender Technik-Liebhaber eigentlich in seinem Offline-Leben so?

Gartenarbeit, jede Menge, Zoobesuche und Waldspaziergänge. Alles ohne Technik.

Der 21,5-Touch-Monitor Acer DA220HQL funktioniert gleichzeitig als Tablet

Im Blog testet Ihr regelmäßig Gadgets und Zubehör. Aus unserer aktuellen Tchibo Wochenwelt hast Du den Acer DA220HQL getestet. Was sagst Du als Experte dazu?

Der Acer DA220HQL ist ein 21,5 Zoll großer Full-HD-LED-Monitor mit Touchscreen, der gleichzeitig ein übergroßes Android-Tablet ist. Diese Kombination war für mich als Testgerät in erster Linie interessant, da ich mit dieser Gerätegattung noch keine Erfahrungen gemacht habe. Als Monitor macht das Gerät eine gute Figur, die Blickwinkel sind gut, die Ausleuchtung gleichmäßig stark und die Farben wirken natürlich, zudem erfolgt der Anschluss an einen Computer über HDMI in Sekunden. Die Nutzung als Android-Tablet konnte ich mir vorab nicht so recht vorstellen und war nach dem ersten Ausprobieren doch angetan. Auch wenn die Innereien einem derzeitigen Mittelklasse-Tablet entsprechen, reichen die 1GB Arbeitsspeicher und der Dual-Core-Prozessor aus, um das Gerät flüssig zu bedienen. Nicht jede App ergibt auf solch einem 2-in-1-Gerät Sinn, aber gerade für die Medienwiedergabe, das Stöbern auf YouTube, Zeichnen, Videochats und andere Multimedia-Aufgaben macht das große Touch-Display Spaß. Das Umschalten zwischen Monitor- und Tablet-Modus dauert nur eine Sekunde, der Sound aus den integrierten Stereo-Lautsprecher klingt etwas blechern, die Qualität der 1,2-Megapixel-Webcam ist okay und das Gewicht von 4,8 Kilo sowie der benötigte Stromanschluss sorgt dafür, dass man den Acer DA220HQL nur stationär betreiben kann. Die Android-Version ist 4.0.4, hier wäre ein Update auf eine aktuellere Ausgabe wünschenswert. Nützlich ist der microSD-Slot. Unterm Strich ist der Acer für mich eine interessante Kombination, mit leichten bauartbedingten Schwächen bei den Tabletaufgaben. Durch die Möglichkeit, eine VESA-Halterung auf der Rückseite anzubringen könnte ich mir den Monitor durchaus als Medienzentrale an der Wand vorstellen, die nicht auf einen externen Zuspieler angewiesen ist, damit aber dennoch etwas anfangen kann. Auch wenn der Einsatzweck etwas spezieller ist, lohnt ein Blick auf den DA220HQL.

Der ständige Griff zum Smartphone finden einige unhöflich. Es gibt sogar schon ein Kunstwort dafür: Phubbing. Wie gehst Du so damit um?

René Hesse: Bei diesem Thema bin ich gespalten. Auf der einen Seite gibt es ganz klare Regeln, die ich mir selbst auferlege. Gehe ich mit meiner Freundin essen, dann bleibt das Smartphone aus, ebenso muss ich bei einem Grillabend mit Freunden nicht dauernd Mails checken. Von daher bin ich generell schon dafür, die technischen Begleiter auch einfach mal in der Tasche zu lassen. Auf der anderen Seite ermöglicht mir ein Smartphone auch mehr Zeit für andere Dinge. Grade wenn man selbstständig ist bzw. Ansprechpartner für ein Autorenteam, Nutzer und Co., kann man seine berufliche Verantwortung auch mal unterwegs wahrnehmen und muss nicht für jede Aufgabe rund um die Uhr am Schreibtisch sitzen. Ich versuche hier ein gesundes Mittelmaß zu finden, was aber sicher nicht immer einfach ist.

Datenschutz bleibt immer ein wichtiges Thema. Hast Du einen Tipp für unsere Leser, wie man die Daten auf seinem Smartphone am besten schützen kann?

René Hesse: Die Daten auf dem Smartphone sind selten das Problem, selbst bei Verlust des Gerätes gibt es diverse Möglichkeiten sein Gerät aus der Ferne zu löschen, wenn diese vorab eingerichtet sind. Das Problem ist vielmehr, dass Nutzer die Daten vom Smartphone diversen Apps und verschiedenen Onlinediensten zur Verfügung stellen. Hier kann man nur immer wieder betonen, wie wichtig es ist, die Berechtigungen von Apps im Auge zu behalten, seine Kontoeinstellungen regelmäßig zu überprüfen und Apps nur aus sicheren Quellen zu installieren. Zudem sollte man nicht genutzte Accounts wieder löschen, statt seine Daten ewig dort liegen zu lassen. Hierbei helfen Tools wie justdelete.me.

Eine grundlegende Frage, die immer wieder polarisiert: Android oder iOS?

René Hesse: Das Problem dabei ist bereits die Frage. Es gibt keinen Grund sich entscheiden zu müssen. Beide Systeme haben Vor- und Nachteile. Wie so oft kommt es darauf an, was genau der Nutzer machen möchte und bereit ist dafür auszugeben. Ich nutze aktuell alle mobilen Systeme und bin mit dem Mix sehr zufrieden.

Wenn Du jetzt aus dem Bauch heraus antwortest: Welche App sollte wirklich JEDER haben und warum?  

René Hesse: Timehop führt einem das eigene digitale Ich der Vergangenheit vor Augen. Manchmal zum Schmunzeln, manchmal peinlich, manchmal einfach schön.

Gab es schon einmal eine Situation, in der Du Dir gewünscht hast, dass Smartphones niemals erfunden wurden?

René Hesse: Nein, nicht mal ansatzweise.

Danke für das Gespräch!

 

Diesen Artikel weiterempfehlen

Hier kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>