Bonjour: Wie trinkt man Kaffee in Frankreich?

Sicher ist Ihnen bekannt, dass wir heute am 22. Januar den Deutsch-Französischen Tag feiern? Die Älteren erinnern sich: Unser damaliger Bundeskanzler Konrad Adenauer und der französische Staatspräsident Charles de Gaulle unterzeichneten am 22. Januar 1963 im Pariser Élysée-Palast den Freundschaftsvertrag unserer beiden Länder. Wir begehen den Journée franco-allemande mit einem großen Café au lait und ein paar wertvollen Infos meiner Pariser Kollegin Véronique, könnte ja sein, dass Sie sich in Paris demnächst einen Café bestellen wollen.

 

espresso

 

Franzosen mögen ihren Kaffee gerne mit viel Milch - heißt es. Das stimmt aber nur für die morgendliche Tasse. Dieser Café au lait wird zu Hause aus einer großen Bol getrunken, so berichtet Véronique. Beim Café au lait handelt es sich um Filterkaffee, versehen mit reichlich warmer (am besten fettarmer) Milch. Zubereitet wird der Kaffee mit der klassischen Siebstempelkanne. Dazu gibt’s dann ein wenig Baguette mit Marmelade oder Camembert. Ganz hart gesottene Landsmänner und -Frauen tauchen ihr Camembertbaguette dann in den Milchkaffee. Hm. Croissants gäbe es übrigens nur am Wochenende, sagt Véronique.

Was den weiteren Kaffeekonsum betrifft: Unsere französischen Nachbarn trinken in der Regel nach dem Mittag- und Abendessen gerne einen Espresso (abends unter Umständen entkoffeiniert). Sollten Gäste zu Besuch sein, wird der Espresso im Salon/Wohnzimmer eingenommen, am besten mit petits gâteaux, kleinen Kuchen. Übrigens: Die hierzulande beliebte nachmittägliche Kaffee/Kuchen-Kombination ist bei unseren westlichen Nachbarn unbekannt.

Gerade in Paris sind die Wohnungen natürlich oftmals klein, darum treffen sich Französinnen und Franzosen auch gerne im Café. Wer dort einen Kaffee bestellt, bekommt immer einen Espresso, keinen Filterkaffee. Und noch ein kleiner Tipp von Véronique: am Tresen ist der Kaffee am Günstigsten, draußen auf der Terrasse am Teuersten, unter Umständen kostet er dort bis zu viermal soviel wie am Tresen.

 Also dann: Auf die deutsch-französische Freundschaft!


 

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