Trend Cold Brew: Was ist kalt gebrühter Kaffee? Rezept und Tipps

Wie kann ein Kaffee kalt gebrüht werden? Widerspricht sich “brühen” und “kalt” nicht? Was ist eigentlich der Unterschied von Cold Brew, Cold Drip und Iced Brew Coffee – und gibt es die Begriffe auch auf Deutsch?

Arne Preuß von Coffeeness probiert unseren African Blue für Cold Brew aus

Das sind alles Fragen, die sich jeder stellt, der bisher noch keine oder nur wenig Erfahrung mit diesen Zubereitungsmethoden gesammelt hat. In diesem Artikel möchte ich euch die Unterschiede erklären. Mit mir im Gepäck habe ich ein Rezept und Tipps für die Zubereitung und werde euch natürlich einen Kaffee vorschlagen, der sich sehr gut “kalt brühen” lässt.

Ich, Arne Preuß, beschäftige mich schon seit zehn Jahren mit dem Thema Kaffee und bin der Gründer von Coffeeness.de einem Blog rund um das Thema hochwertiger Kaffee und dessen Zubereitung. Cold Brew war vor einiger Zeit noch ein Geheimtipp, mittlerweile springt er einem sogar schon von den Werbetafeln in Kaffeehausketten entgegen (Anm. d. Redaktion: In einigen Tchibo Filialen mit Kaffeebar (nicht in allen) gibt es den leckeren Cold Brew seit letzter Woche ebenfalls zu genießen!).

Wie bei jeder anderen Zubereitungsart von Kaffee, ist es wichtig einige Richtlinien zu beachten, um gute Ergebnisse zu erziehen. Aber was ist Cold Brew Coffee eigentlich? Bei der Zubereitung von Kaffee gibt es einige wichtige Faktoren. Zwei davon sind die Temperatur und die Kontaktzeit des Wassers mit dem Kaffeepulver. Mit diesen beiden Faktoren wird beim Cold Brew alles anders gemacht als bei einem konventionellen Filterkaffee.

Cold Brew mit African Blue

Das Wasser ist nicht heiß, sondern kalt. Außerdem findet die Extraktion, also die Abgabe der Aromen an das Wasser, über einen langen Zeitraum bei Zimmertemperatur, statt. Die häufigste Empfehlung liegt bei 12 Stunden. In dem Kaffeepulver befinden sind ätherische Öle und eine Vielzahl von Aromen; durch die veränderte Temperatur und Zeit werden andere Teile gelöst als bei der herkömmlichen Kaffeezubereitung.

Das Ergebnis ist ein einzigartiger kalter Kaffee, der einen anderen Charakter hat als sein heißes Pendant. Für den Überblick:

Welche Arten von kaltem Kaffee gibt es?

Iced Brew
Hier wird der Kaffee konventionell mit heißem Wasser zubereitet und direkt auf Eiswürfel gegeben. Das kann aus einem Handfilter, einer Espressomaschine oder aus einem Kaffeevollautomat geschehen. Auf dem Foto seht ihr einen Bezug des Privat Kaffees African Blue, den ich für diese Testserie nutze. Zubereitet in einem meiner zahlreichen Testgeräte. Auf Coffeeness teste ich alle Methoden der Kaffeezubereitung und auch viele Vollautomaten.

Cold Drip
Hier gibt es kein heißes Wasser mehr. Ganz im Gegenteil, oft werden Eiswürfel genutzt. Diese tauen und geben das Wasser tröpfchenweise an das Kaffeepulver ab. Wenn das Pulver gesättigt ist, tropft das Wasser langsam in den Auffangbehälter. Diese Prozedur zieht sich über Stunden hin und ist in vielen angesagten Cafés zu finden. Das Wasser läuft also langsam durch und hat nur über einen bestimmten Zeitraum Kontakt zum Kaffee, die Aromen und Öle werden ausgeschwemmt.

Cold Brew
Das ist der Klassiker. Hier wird grob gemahlener Kaffee mit Wasser direkt in Kontakt gebracht. Dieses Gemisch wird einfach für 8 – 24 Stunden stehen gelassen und am Ende ausgefiltert. Der direkte Kontakt zum Wasser besteht über den gesamten Zeitraum.

Rezept – Cold Brew mit dem African Blue

Der Elefant auf der Verpackung verrät es schon; wir bereiten hier einen kräftigen und aromatischen Kaffee zu. Bei jedem Schritt und jedem Schluck wackelt die Erde. Es handelt sich um den kräftigsten der Privat Kaffees. Seine beerigen Aromen erinnern mich immer ein wenig an den Pflaumenkuchen von Mutti. Schwer und köstlich. Mit einer leichten Säure.

Aber auch kalt kann der African Blue einiges. Im Idealfall habt ihr eine Kaffeemühle, um ihn frisch und grob zu mahlen. So kann er seine Aromen optimal abgeben. Übrigens gibt es hier im Tchibo Blog von Indre tolle Information zur idealen Aufbewahrung von Kaffee, damit er möglichst wenig Aroma bei der Lagerung verliert.

Was braucht ihr?
• Guten, frisch gemahlenen Kaffee.
• Einen Behälter, wie ein Einweckglas.
• Einen Kaffeefilter und Filterhalter.

Alles Dinge, die ihr in den meisten Haushalten findet, wer sich professionalisieren möchte kann sich auch einen dafür konzipierten „Cold Brew Coffee Pot“ zulegen. Das ist aber nicht zwingend notwendig.

Tipp: Wer einen Kaffeebereiter, also eine French Press besitzt, kann diese auch wunderbar für die Zubereitung von Cold Brew Coffee nutzen.

Rezept:
1. 12 g grobes Kaffeepulver pro 100 ml Wasser in einen Behälter nach Wahl geben, am besten aus Glas und mit Deckel.
2. Frisches, klares und weiches Wasser hinzugeben. Je nach Wasserhärte ist es sinnvoll das Leitungswasser zu filtern.
3. Kurz umrühren und bei Raumtemperatur für 8 – 12 Stunden ziehen lassen.
4. Jetzt durch einen Handfilter abseihen.

Schon habt ihr einen wunderbaren African Blue Cold Brew, der übrigens hervorragend mit Mandelmilch schmeckt. Das schöne ist, dieser Kaffee kann gerne zehn Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Tipp: Cold Brew würde ich immer in schweren Gläsern und auf Eis servieren. Wem das Getränk zu stark ist, kann einfach mit kaltem Wasser strecken, bis die gewünschte Stärkeerreicht ist.

Unser African Blue eignet sich durch seinen kräftigen Geschmack sehr gut für Cold Brew Getränke.

Geschmack vom Cold Brew Afican Blue

Ich könnte es jetzt auch kurz machen und einfach sagen: Lecker. Es gibt aber noch mehr zu berichten: dieser Kaffee hat einen vollen Körper und ein seidiges Mundgefühl mit schweren, fruchtigen Aromen. Ich habe auch eine Zimtnote geschmeckt, aber eventuell habe ich einfach nur an den Pflaumenkuchen gedacht!

Normalerweise esse ich sehr gerne dunkle Schokoladen zu meinem Kaffee. Also richtig mit über 90% Kakaoanteil, die Kraft der Schokolade wird oft durch die Süße des Kaffees kompensiert. In diesem Fall hat mir eine hellere Schokolade mit Rosinen sehr gut gefallen. Der African Blue Cold Brew mit dieser Schokolade wurde zu einem tollen Erlebnis. Der Kaffee schmeckte in der Kombination noch fruchtiger und die Süße der Schokolade ergänzen sich gut.

Ich bin gespannt, was ihr zum Cold Brew sagt, ich empfehle einen Bohnenkaffee wie den Afican Blue, bei allen anderen Parametern wie Zeit und Kaffeemege könnt ihr gerne experimentieren. Ich trinke am liebsten abends aus einem schweren Glas Cold Brew, die Aromen und Komplexität stehen einem guten Whisky in nichts nach.

In ausgewählten Tchibo Filialen mit Kaffeebar erhältlich: Cold Brew Coffee und Cold Brew Latte!

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3 Kommentare zu „Trend Cold Brew: Was ist kalt gebrühter Kaffee? Rezept und Tipps

  1. Leon Nadler

    Toller Artikel, vor allem die Fotos machen Lust darauf diesen Cold Brew mal auszuprobieren! Ich muss ehrlich zugeben, “kalten Kaffee” kannte ich bisher immer nur mit einer Kugel Vanille-Eis und viel Sahne bis ich hier in New York mal in eines dieser Hipster Cafés gegangen bin – dort hat mich der Barista mal überzeugt einen Cold Brew zu trinken und ich war begeistert.

    Ich kann die floralen und fruchtigen Aromen nur bestätigen mir war gar nicht klar, dass Kaffee so gut schmecken kann.

    Also, auf meiner persönlichen To do liste steht wenn ich wieder in Deutschland bin, mir mal diesen African Blue und eine schöne Mandelmilch zu kaufen.

    Danke nochmal für dieses Rezept!

  2. Jens

    Vielen Dank für die tollen Tipps.

    Ich liebe kalten Kaffee. Morgens lasse ich durch meine Filterkaffeemaschine eine richtig große Tasse durchlaufen. Getrunken wird die allerdings nur zur Hälfte. Die andere Hälfte lasse ich stehen bis ich abends von der Arbeit heim komme, um diese dann kalt zu trinken. Schmeckt einfach klasse. Nach dem Abendessen gibt es dann noch einen richtig guten Espresso. Was wäre die Welt bloß ohne Kaffee und Espresso.

    Ich werde jetzt aber auf jeden Fall auch mal diese Tipps hier ausprobieren. Wusste ich ehrlich gesagt noch gar nicht, das man den Kaffee auch kalt brühen kann.

  3. Chris

    Ich bin erst vor einigen Monaten durch die Recherche zu einem Artikel auf das Thema “Cold Brew” gestoßen und seit dem bin ich halt auch Wiederholungstäter. ;)
    Zu gut und vor allem ist die Zubereitung halt auch einfach (man braucht nur etwas Zeit).

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