Cotton made in Africa: Was tut sich in Benin?

Regelmäßig verkaufen wir Cotton made in Africa Produkte in unseren Wochenwelten. Wie gerade aktuell diverse Langarmshirts. Über die Hintergründe der Initiative “Cotton made in Africa”, die im Jahr 2005 von der Aid by Trade Foundation ins Leben gerufen wurde und seitdem hilft, die Lebens­be­din­gungen der Baumwoll­farmer in Afrika zu verbessern, berichteten wir zuletzt vor gut einem Jahr. Zeit also für ein Update! Der Rohstoff Baumwolle beein­flusst die Wirtschaft in vielen afrika­ni­schen Ländern sehr stark. Wir beziehen aber nicht nur Baumwolle über die Initiative, sondern fördern – gemeinsam mit der Aid by Trade Foundation, der Deutschen Gesell­schaft für Inter­na­tionale Zusam­men­arbeit (GIZ), der Deutschen Inves­ti­tions- und Entwick­lungs­ge­sell­schaft (DEG) und afrika­ni­schen Partnern – seit 2010 ein Projekt, das den Mädchen und Jungen im afrika­ni­schen Benin eine Schul­aus­bildung ermög­lichen soll.

Was hat sich nun im vergan­genen Jahr in Benin getan? Wir haben dazu mit Christoph Kaut, Managing Director bei der Aid by Trade Foundation, gesprochen.

Warum ist das Schul-Projekt so wichtig?
Christoph Kaut: Es ist vor allem deshalb wichtig, weil zwar viele der älteren Geschwister einer Familie zur Schule gehen können, aber für die jüngeren das Geld für einen Schul­besuch oft nicht ausreicht. Aber nur, wer eine gute Bildung genossen hat, kann später ökono­misch und ökolo­gisch erfolg­reich eine Farm bewirt­schaften. Und das müssen wir unter­stützen. Deshalb bauen wir neue Schulen in den Commu­nities und verbessern die Versorgung an den Schulen.

Wie sieht das konkret aus?
Christoph Kaut: Wir richten Schul­kan­tinen ein, bauen Schul­gärten an – um eben diese Kantinen auch zu bedienen. Außerdem helfen wir bei der Errichtung von Biblio­theken und der Anschaffung von neuen Schul­bü­chern. Und natürlich stellen wir Schul­uni­formen bereit.

Wie viele Schulen sind denn inzwi­schen entstanden?
Christoph Kaut: Gerade haben wir die zweite Schule fertig­ge­stellt – eine in Firou in der Gemeinde Kérou und eine in Soassa­rarou in der Gemeinde Péhunco: Wir sprechen jetzt also von insgesamt sieben Schulen, zehn Kantinen, 10.000 Schul­bü­chern, zehn Biblio­theken, zehn Schul­gärten, sechs Brunnen und – bis 2013 – 30.000 Schul­uni­formen! Das ist der aktuelle Zwischen­stand des Projekts in Zahlen. Gebaut werden übrigens sogenannte Klassen­module. Ein Modul beher­bergt drei Klassen mit jeweils 50 Schülern.

Der Bau der Schulen hat sich ja ein wenig verzögert. Was ist dran am Spruch „This is Africa“ (TiA)?

Christoph Kaut: Ja, in Afrika ticken die Uhren bekanntlich anders. Im Augen­blick hängen wir sechs Monate hinterher. Der Grund: die Koope­ra­ti­onss­truk­turen sind noch schwierig. Zwei Schulen sind nun aber aktuell fertig geworden – nach langen Abstim­mungs­pro­zessen mit den Commu­nities, wo diese denn stehen sollen. Glück­li­cher­weise ist die GIZ vor Ort jetzt stärker in die Umsetzung einge­bunden, das bringt mehr Tempo.

Soweit der Managing Director der Aid by Trade Foundation. Wie aber kommt das Schul­projekt direkt bei den Betrof­fenen an? Wir haben Idrissou Nadjiba gefragt, eine neunjährige Schülerin aus Soassa­rarou in Benin. Sie besucht dort die Ecole Primaire Publique de Soassaraou. In Benin herrscht übrigens eine sechs­jährige Schul­pflicht.

Wie lange gehst Du schon in die Schule?
Idrissou: Ich bin jetzt in der Klasse CE2 (4. Jahr des ersten Kollegs) und seit 2008 in der Schule.

Was gefällt Dir in der Schule am besten?
Idrissou: Ich mag das Lernen in der Schule und das Zusam­mensein mit meinen Freunden. Ich habe ein Lieblingsfach, und zwar Mathe.

Und was gefällt Dir nicht so gut?
Idrissou: Was ich nicht mag sind Lügen und Diebstahl, weil beides nicht gut für die Gesell­schaft ist.

Was wünschst Du Dir für Deine Schule?
Idrissou: Ich wünsche mir, dass meine Schule Schul­bänke für die neuge­bauten Klassen bekommt. Auch wünsche ich mir, dass meine Schule noch mehr CmiA Schul­uni­formen bekommt und Fußbälle.

Hast Du Geschwister? Falls ja, gehen sie auch in die Schule?
Idrissou: Ja, ich habe zwei Brüder und zwei Schwestern. Sie gehen auch mit mir in die „l’EPP Soassa­rarou“.

Was wünschst Du Dir für die Zukunft? Was möchtest Du werden, wenn Du groß bist?
Idrissou: Ich träume davon, Lehrerin zu werden. Und Bücher schreiben würde ich auch gern.

Sind Deine Eltern auch zur Schule gegangen?
Idrissou: Nein, meine Eltern sind nicht zur Schule gegangen.

Arbeiten Deine Eltern als Baumwol­lan­bauer?
Idrissou: Meine Eltern bauen jedes Jahr Baumwolle für CmiA an. Jeder in meinem Dorf arbeitet mit CmiA und deshalb tragen wir alle auch die Schul­uni­formen.

Was machst Du nach der Schule?
Idrissou: Ich mache meine Hausauf­gaben und helfe meiner Mutter in der Küche. In meiner Freizeit lerne ich tradi­tio­nelle Tänze mit meinen Freunden und lasse mir von meinem Großvater und meiner Großmutter Geschichten erzählen.

Gibt es in Deinem Dorf Kinder in Deinem Alter, die nicht zur Schule gehen?
Idrissou: Früher sind viele Kinder aus meinem Dorf nicht zur Schule gegangen. Aber jetzt gehen viele Kinder mit mir in die Schule.

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1 Kommentare zu „Cotton made in Africa: Was tut sich in Benin?

  1. Chanel Taschen

    Hallo.ich fuehle mich traurig.Ich hoffe darauf,dass alle kinder in Africa in die Schuhe gehen koennen.Wie kann ich ihnen helfen?

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