Damals die Siebziger… Tchibo und die Weihnachtshefte (2)

Vor etwa genau einem Jahr erfreute uns Bloggerin Helika sehr. Sie erinnerte sich mit Wehmut an unsere alten Weihnachtshefte und schrieb einen tollen Gastbeitrag. Dieses Advent wollen wir selbst liefern. Ich stieg also in den Keller und besuchte unseren Tchibo Archivar, denn er verfügt glücklicherweise über einen wahren Schatz an alten Weihnachtsheften, mehrheitlich aus den Siebzigerjahren. Leider vergaßen die Redaktionskollegen damals, die Jahreszahlen in die Hefte zu drucken, weswegen nur Schätzungen möglich sind.

Tchibo Weihnachtsfest

 

Für jung und alt sind die Wochen vor dem Weihnachtsfest die schönsten des Jahres” heißt es im Vorwort eines der Tchibo Weihnachtshefte. Das ist möglicherweise richtig – auf jeden Fall für “jung” und damit “alt” sich auch freuen kann, stöberten wir für Sie in den Heften und gruben ein paar schöne Geschichten und Bilder aus.

Stollenbuch

 

Stollen und Liederbuch

Sicher ein redaktionelles Highlight war das “Stollen und Lieder Buch”. Hier wurde auch endlich die Frage geklärt, welches Getränk zum Stollen passt.

“Ob heißer, aromatischer Tchibo Kaffee oder kräftiger Ceylon-Tee von Tchibo, der Stollen geht mit beiden eine harmonische Ehe ein. Lassen Sie deshalb Ihr Vorliebe entscheiden. Kleiner Schleckermäulchen trinken übrigens Schoko-Tchibo am allerliebsten. Und wenn Sie Ihren Stollen einmal abends anbieten, können Sie heißen Teepunsch dazu probieren.”

Wer aber kennt noch Teepunsch? Und Schokogetränke haben wir leider auch nicht mehr im Programm. Doch Kaffee passt sicher.

Heilige Nacht und Heimat

Das Thema Zuwanderung ist gewiss kein neues, auch vor 40 Jahren wurde das Thema leidenschaftlich diskutiert. Damals ging es um die Integration von Gastarbeitern. In einem Tchibo Weihnachtsheft fand ich diese Geschichte von Gudrun Pausewang: ”Der Makkaronifresser”.

“Jetzt arbeitet so ein Makkaronifresser bei mir an der Maschine, sagte Erwins Vater, als er aus der Fabrik nach Hause kam, zur Mutter. ”Stell dir das vor!” ”Was ist ein Makkaronifresser?” fragte Erwin. Der Vater antwortete nicht, er war zu ärgerlich. “Ein Italiener”, sagte die Mutter. “Was ist denn daran so schlimm,” fragte Erwin.”  

Die Antwort des Vaters möchte ich hier nicht wiedergeben, nur soviel: Am Ende der Geschichte feiern alle gemeinsam Weihnachten und mögen sich sehr.

Makkaroni

Deutsche Weihnachtsbräuche aus dem Osten

Unter dem Titel “Deutsche Weihnachtsbräuche aus dem Osten” wurde in unserem Heft auch an die Gewohnheiten an Heiligabend in Ostpreußen und Schlesien erinnert, für viele Leser damals ein schmerzvolles Thema.

“Niemals ist das Heimweh so groß wie in der Weihnachtszeit. Wo man auch weilt, die Gedanken gehen sehnsuchtsvoll zurück in die Kindheit mit all dem geheimnisvollen Zauber, der diese Zeit umgibt. Mit besonderer Wehmut im Herzen aber denken viele an die verlorene Heimat zurück, die in Gedanken wieder auflebt, wenn die Kerzen hell am Lichterbaum erstrahlen… In Ostpreußen durfte während der Adventszeit nicht getanzt werden. Man saß abends zusammen, spann die Schafwolle, webte hübsche Gürtel, strickte Strümpfe und Handschkes (?) als Weihnachtsgeschenke.”  

Weihnachten im Osten

 

Kinder, Kinder: Das Ende der Geduld

Wie schön, wenn Eltern für ihren ungeduldigen Nachwuchs vor Weihnachten ein paar Tipps an die Hand bekommen. Das Tchibo Weihnachtsheft empfiehlt dabei den Weihnachtsschmuck von den Kindern basteln zu lassen. Denn:

“Ein gelungenes Werk macht sie stolz, erhöht die Vorfreude und trägt festliche Stimmung in unser Heim”, wird im Heft unterstrichen.

Basteln Hampelmann


Bastel-Geschenke: Weihnachtliche Mut- und Wutproben

Nicht nur DIY-Blogger wissen: Selbstgefertigtes kommt beim Beschenkten ganz besonders gut an. Das Weihnachtsfest eignet sich perfekt, um seine handwerklichen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Unsere Empfehlung: Sticken Sie doch eine hübsche Weihnachtsdecke.

Bevor Sie als Vorbereitung  Kreuzstich-Tutorials bei YouTube ansehen, lohnt sich ein Blick in unser Weihnachtsheft. Unter dem Motto “Stich für Stich rückt Weihnachten näher” gibt es eine tolle Anleitung, wie man mit der Kreuzstich-Technik Stickereien auf Sets und Tischläufer zaubert. “Es gibt nichts Gemütlicheres, als mit einer Handarbeit im warmen Zimmer zu sitzen, während draußen die Kälte klirrt“, heißt es dazu im Begleittext.

Stickerei Bastelanleitung

 

Wenn Sticken nicht so Ihr Ding ist, wie wäre es mit Kneten? Unter dem Motto “Zum Kneten ist keiner zu klein” gibt das Tchibo Weihnachtsheft den kleinen und großen Bastlern viele Beispiele mit an die Hand, wie aus Knete, ein wenig Farbe und den Materialien Holz und Pappe süße Figuren und Häuser entstehen.

Geschenke für alle Lebenslagen

Tolle Funktion trifft auf unschlagbares Design: Der Radiowecker gehört für viele Menschen ebenso zu einem gelungenen Start in den Tag wie eine Tasse frischer Kaffee. Denn wer morgens mit dem Lieblingslied in den Ohren erwacht, hat im Gegensatz zum schrillen Signalton des handelsüblichen Weckers keinen Grund zur Klage. Ein wirklich gutes Weihanchtsgeschenk, leider aber haben wir dieses vielgepriesene Modell nicht mehr im Angebot.

Radiowecker Teddy

 

Auch den niedlichen “Reißverschluß-Bären zum Liebhaben” gibt’s nicht mehr, auch wenn er damals schon “ganz ohne giftige Materialien” produziert wurde. Früher sagte offenbar jedes Kind: “Omi, den möchte ich haben“. Ob das für heute noch gälte? In diesem Sinne:

Frohe Weihnachten

 

 

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12 Kommentare zu „Damals die Siebziger… Tchibo und die Weihnachtshefte (2)

  1. Susanne

    Was für ein schöner Beitrag über diese Hefte, die noch so viele Freunde haben. Auch ich habe mich dieses Jahr wieder daran erfreut und daraus gespielt und gesungen. Meine Hefte müssten jetzt an die 50 Jahre alt sein, aber die Farben sind immer noch so frisch wie damals, nichts ist verblichen. Wenn das Schriftbild heute auch etwas ungewohnt ist, so bleibt doch die Freude an den Geschichten und Liedern. Ich jedenfalls gebe meine Tchibo-Hefte niemals her und bin froh, dass ich sie all die Jahrzehnte so gut gehütet habe.

  2. Carola

    Ach ja! Da werden Erinnerungen wach! Bei uns wurden auch immer gerne die Weihnachtslieder aus den Heften gesungen bzw mit der Blockflöte gespielt! – und der Radiowecker: der war in den 80 iger Jahren in meiner ersten Wohnung mein ganzer Stolz! Frage mich gerade, warum ich mich jetzt eigentlich immer von einem grässlichen Piepgeräusch wecken lasse!!

  3. Jens Ammerschubert

    Frohes und ein Gesundes Weihnachtsfest.

    Sehr sehr schön diese Heftchen.Da kommen schöne Erinnerungen auf.Wir waren immer ganz aufgeregt,wenn es ein neues Heftchen gegeben hat.

  4. Alex

    Hallo Sandra, kurze Frage: auf dem Foto mit den Heftchen, liegt auf dem Tisch eine Seite mit grünem Hintergrund. Welches Ist das? Links davon liegt das das Heft von 1977. Rechts zwei Mandarinen :-)
    LG Alex

  5. Dennis

    Da werden Erinnerungen wach… den Reissverschluss Teddy hatte ich damals, hatte ich fast vergessen, aber jetzt kommen die Erinnerungen hoch :)
    Sehr schön.

  6. Sandra Coy
    Sandra Coy

    Hallo Alex,
    das grüne Heftchen im DIN4 Format ist eher ein Werbeheftchen, vorne mit weihnachtlichem Motiv, innen aber “nur” Anzeigen zu Gold Mocca, Beste Bohne, Feine Milde und edlem Kaffeebesteck…

  7. Martin

    Diese Hefte haben mich, Jahrgang 62, meine ganze Kindheit begleitet,leider sind die meisten verschollen,aber zwei Exemplare besitze ich noch und hüte sie wie einen Schatz. Danke für den schönen Artikel und die Erinnerung an meine Kindheitstage…….

    Viele Grüße Martin

  8. Web Hosting

    ich habe soeben das letzte Heft meiner Tchibo-Weihnachtsheftesammlung gescannt und in die Dropbox eingestellt. Viel Spa? beim Genie?en!

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