Gendermarketing

Ein paar Worte zur Farbe Rosa

Sind einige unserer Produkte für Mädchen zu rosa? Für Jungs zu blau? Warum hatten zu Weihnachten die Mädchen in unseren Werbemagazinen kein Ritterschwert in der Hand? Warum lagen die Jungs “stereotyp” in dunkler Astronauten-Bettwäsche? Immer wieder erreichen uns Kommentare wie etwa dieser von Pinkstinks:

pinkstinks tweet

Viele interessante Thesen dazu habe ich unter anderem im Zeit-Magazin und bei Spiegel Online (Wie rosa dürfen Geschenke für Mädchen sein) gefunden. Doch natürlich haben auch wir zu Vermarktung und Produkten eine Meinung. Ich sprach mit den für Kinder-Textililen und -Spielzeuge zuständigen Produktmanagerinnen Annina und Ricarda.

Tchibo Produktmanagerinnen Annina und Ricarda

Annina und Ricarda, sind wir zu rosa und stereotyp in punkto Geschlechtervermarktung? 

Annina: Wir bieten tatsächlich hin und wieder geschlechterspezifizierende Produkte an. Was ich allerdings nicht verstehen kann sind die einseitigen Vorwürfe für die “Rosa” Produkte. Niemand sagt etwas dagegen, wenn wir Ritterschwerter in Blau anbieten. Und warum wird uns als “Industrie” unterstellt mit Absicht Mädchen in bestimmte Rollen zu drängen? Was sollten wir für ein Interesse daran haben? Das ist für mich so eine Frage nach der Henne und dem Ei: Was war zuerst da, die Nachfrage oder das Angebot?

Ricarda: 90% aller Eltern wollen tatsächlich, dass ihr Kind als Mädchen erkennbar ist. Gerade im Textilbereich gibt der Markt die Farben vor, Rosa für Jungs läuft nicht. Nicht mal als Polohemd, wie einige große Anbieter von Kindertextilien schon schmerzlich feststellen mussten. Andersherum hat zum Beispiel Ferrero ein Überraschungs-Ei für Mädchen auf den Markt gebracht, wir können davon ausgehen, dass sie sich die Bedürfnisse der Kunden ganz genau angeguckt haben.

Astronaut und Fee aus der Tchibo Weihnachtsvermarktung

Haben Textil- und Spielzeughersteller nicht vielleicht die Pflicht, als Vorbild in Sachen Farbgebung voranzugehen?

Annina: Der Markt liefert was der Kunde will – und mit Sicherheit keine Ladenhüter. Interessant ist ja auch, dass diese Diskussion meist von der Mädchenseite aus geführt wird. Jungs-Eltern fragen eher nicht nach Feenkostümen und Pastell-Tönen für ihre Söhne. Wohlwissend, dass das in Kindergärten und Schulen von den anderen Kindern leider oft nicht toleriert wird. Und damit drängt man doch vermeintlich die Jungen genauso in eine Rolle hinein. Ist es also okay, wenn Jungs keine feminine Seite haben?

Ricarda: Studien zeigen, dass sich Kinder im Alter zwischen 3 und 9 Jahren geschlechterspezifisch abgrenzen wollen. In dieser Zeit der Identitätsfindung ist es für Kinder wichtig, sich einer Gruppe zuordnen zu können. Also vor allem während der Kindergarten- und Grundschulzeit sind Mädchen sehr “Rosa” und Jungs sehr “männlich” (Pirat, Ritter, Feuerwehrmann). Tatsache ist doch, daß kein Kind in dem Alter gerne Außenseiter sein möchte, sondern der Gruppe angehören will. Meist hört die „rosa Phase“ nach dem 8. Geburtstag auf, dann möchte auch kein Mädchen mehr Lillyfee-Motive tragen. Dann geht’s eher in Richtung “Monster High”.

Jungs lieben Ritterspiele, oder?

Ist das Rollenbild von Mädchen heute weiblicher also vor 20 Jahren?

Annina: Ja, auf jeden Fall. Was wir beobachten: Das Gesellschafts-Selbstbild von Mädchen heute ist: Schönsein. Es gibt eine große Fixierung auf das Äußere, die Haare müssen lang sein, der ganze Look feminin. Topmodels und Superstars sind die Vorbilder, nicht Astrophysikerinnen. Vergleiche zwischen 1980 und 2010 belegen das.

Ihr besucht Messen und Shops in New York, London, Stockholm… Sind Mädchen und Jungs da auch streng getrennt?

Ricarda: Ja, auch auf Messen sind die Klamotten nach Jungs und Mädchen getrennt. Ökologische Beigetöne gibt’s zwar auch mal, aber die stehen kaum einem Kind. Was bei Jungs an Farben noch funktioniert ist Grün, Orange und Gelb in Akzenten. Aber schon bei Rot sagen Jungs, das sei eine Mädchenfarbe. Bei Babykleidung allerdings bieten wir tendenziell mehr Blau an als Rosa oder Rot, da manche Babymütter aus Prinzip blaue Babykleidung kaufen. Auch bei Regenhosen kann‘s ruhig dunkler sein. Übrigens: Ein Blick zu Disney spricht ja auch Bände: Die Merchandising Produkte sind streng nach Jungs und Mädchen getrennt – und sehr erfolgreich!

Annina: Stimmt, in London im Disney Shop gibt es gegenüber der Wand mit den Superheldenkostümen eine ganze Wand mit Prinzessinnenkostümen, dort allerdings auch in Hellblau und Gelb. Wie die sich wohl verkaufen?

Mädchen im rosa Micky-Schlafanzug

Ihr macht ja auch Marktforschung und diskutiert mit Kundinnen?

Annina: Ja, und in den Diskussion haben wir beide Pole. So hatten wir unlängst eine Fokusgruppe von Müttern zu Gast zum Thema Kindergeschenke. Eine Mutter fand das Prinzessinnenkostüm für ihren zweijährigen Sohn toll. Eine andere fand das wiederum doof. Zugegebenermaßen ist unser Teeservice dieses Jahr vielleicht etwas zu rosa geraten, nächstes Jahr wird’s wieder bunter. Es verkaufte sich aber gut.

Funktionieren denn Unisex Produkte? Warum macht ihr nicht alles Grün oder Gelb?

Annina: Wenn wir versuchen einen kompatiblen Mittelweg zu gehen, bleiben die Produkte meist im Regal liegen.

Ricarda: Stimmt, als wir im Frühling die grüne Trinkflasche mit Fuchs im Programm hatten, fand diese nicht gerade reißenden Absatz, auch eine Unisex Babyphase vor ein paar Jahren verkaufte sich nicht. Produkte die weder Fisch noch Fleisch sind finden keine Käufer.

Annina:  Aber auch für ein neutrales Kneteset mit dem Thema Friseursalon haben wir negative Kommentare bekommen. Die automatische Reaktion war: Friseur spielen nur Mädchen. Warum sollten Jungen da keinen Spaß dran haben? Da spielt also auch die Kundeninterpretation eine große Rolle.

Ricarda: Warum sollen Kinder die rosa Phase nicht einfach durchmachen dürfen? Auch ich wollte früher immer eine Barbie, mein Vater weigerte sich mir eine zu kaufen. Schließlich bekam ich sie von einer Tante. Nach kurzer Zeit war der Reiz ohnehin verflogen.

Vielleicht reicht es schon, bei einem offensichtlichen Mädchen-Nachthemd nicht auch noch Mädchen-Nachthemd dazu zu schreiben?

Ricarda: Das ist sicher oft so, daraus haben wir auch schon gelernt. Demnächst werden wir im Magazin und online die Produkte mehr als Kinderprodukte ausloben und nicht speziell auf Mädchen oder Jungs gehen.

Kommen im kommenden Jahr etwas andere Farben auf den Markt?

Ricarda: 2015 werden wir online eine Baby-Wochenwelt anbieten, wo es sowohl blaue wie rosa und neutrale Babytextilien geben wird. Dann haben wir bei den Abverkaufszahlen ja den direkten Vergleich.

Nils Pickert von Pinkstinks schreibt in seinem Blogbeitrag “Putzen für den Astronauten”, Tchibo vermarkte zu geschlechtsspezifisch. Er schreibt: “Glauben Sie wirklich, die Bettwäsche hätte sich schlechter verkauft, wenn man die Kinder ins jeweils andere Bett gelegt hätte?”

Ricarda: Ich fürchte ja. Allerdings ist es es auch eine große Ausnahme, dass wir überhaupt Kinder in Bettwäsche fotografieren, das machen wir sonst nicht. Hier allerdings wollten wir zeigen, wie Kissen und Decke in Relation zum Kinderkörper harmonieren. Sonst hätte man nur einen weißen Flecke auf dem Kissen gesehen.

Desweiteren fragt Pinkstinks: “Sie machen den Punkt des Angebots wegen Nachfrage stark. Sicher hat der einiges Gewicht. Aber zum einen verkauft Tchibo seine Produkte nicht an Kinder, sondern an Eltern, Großeltern, Verwandte etc. Daher würden wir uns schon mehr Mut von Tchibo wünschen, bei der Vermittlung von Rollenbildern in der Gegenwart anzukommen. Und zum anderen wird die Nachfrage auch erst durch das Angebot generiert. Ganze Supermarktketten konzipieren ihre Filialen nach dem Prinzip, dass man (unter anderem in der „Quengelzone“ vor der Kasse) möglichst viel von dem mitnimmt, nach dem eigentlich überhaupt keine Nachfrage besteht.”

Ricarda: Korrekt, die Erwachsenen kaufen bei Tchibo ein. Tchibo Regale in Supermärkten stehen weit hinten (nicht in der Kassen-Quengelzone), auch unsere Filialen sind wahrlich nicht Spielzeugparadiese wie Disney-Stores. Müssen wir den Eltern und Großeltern Rollenbilder vermitteln? Ich denke nicht.

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65 Kommentare zu „Ein paar Worte zur Farbe Rosa

  1. WolfStark

    Nein, der Handel muss niemanden Rollenbilder vermitteln, genau darum geht es ja. Es findet Diskriminierung statt. Kinder werden konditioniert, Eltern bestätigt. Würde man schwarze Kinder in Dschungelbetten zeigen, weisse Kinder in Schlössern wäre die Sache klar aber wenn man mal wieder nicht Kinder als Kinder erkennen kann, sondern nur als Mädchen oder Jungen, die natürlich nicht gleichbehandelt werden können, kommen Rechtfertigungen und Relativierungen. Das ist ein tragischer Zustand und leidtragende sind nicht Jungen, nicht Mädchen, sondern Kinder.

  2. Theresa

    Ganz schwach, liebes Tchibo-Team. Ich dachte, schon die Bettwäsche sei die Krönung der Ignoranz, aber dieses Interview topt das noch. Schade.

  3. Dani

    Hallo,

    um ehrlich zu sein habe ich den Eindruck die beiden Damen haben sich nicht mit der Kritik auseinandergesetzt, gerade PinkStinks setzt sich genau so für die Freiheit von Jungs wie für Mädchen ein. Es geht nicht um die Farbe, es geht darum das duch die Art wie die Produkte beworben werden ein Geschlechterlable angebracht wird, so das Kindern wie Eltern suggeriert wird dass zb. die Astronauten Bettwäsche nur für Jungs ist, ein Mädchen nur die Prinzessinen Aufführung haben sollte.
    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen das gerade in Kindergärten es überhaupt kein Problem mit den Kindern gibt wenn die Jungs in der Puppenecke die Mama sein wollen und sich Prinzessinenkleider anziehen. Zumindest dann nicht wenn Erzieher und Eltern ihre Kinder entsprechend offen erzogen haben. Kinder interessiert es nicht welches Geschlecht ihre Freunde haben oder ob diese ein Kleid tragen oder eine Hose.

    Wirklich traurig bin ich über diesen Absatz: “Das Selbstbild von Mädchen heute ist: Schönsein. Es gibt eine große Fixierung auf das Äußere, die Haare müssen lang sein, der ganze Look feminin. Topmodels und Superstars sind die Vorbilder, nicht Astrophysikerinnen.”
    Das, werte Damen, kommt nicht aus den Kindern selbst heraus. Dieses Verhalten ist anerzogen durch Medien und Industrie.

    Mir ist klar das sie die Nachfrage (die m.E. geschaffen wurde, das ist doch Ziel von Werbung oder? Eine Nachfrage zu generieren die ursprünglich nicht da war. ;)) bedienen, aber mal unter uns, würden sich gute Produkte nicht auch verkaufen wenn man sie nicht speziell für Mädchen oder Jungs bewirbt? Den darum geht es, verkauft so viel blaue und rosa Dinge wie ihr wollt, aber seid so Verantwortungsvoll und schreibt nicht “Für Jungs” oder “Für Mädchen” drauf, zeigt in der Werbung zb. beide Geschlechter wie sie glücklich damit spielen.

    Gruß Dani

  4. Steglich

    Als Lehrerin würde ich jetzt sagen: “Die Schülerinnen haben nicht verstanden, worum es bei der Anfrage von Pink Stinks geht. Setzen sechs.”
    Verstehen Vertriebler eingentlich nicht, dass sie durch ihr Marketing auf die Gesellschaft wirken? Der Kunde kann auch nur kaufen, was angeboten wird. Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Etwas mehr Mut im Sortiment und weniger stereotype Vermarktung kann helfen. In Skandinavien klappt das auch sehr gut.

  5. Susan von Bora

    Liebe Tschibo’s, was ich schade finde: die Eltern, die nach Nischenprodukten schauen, weil ihre Töchter mehr wollen als “gut Aussehen” und Super-Models werden, werden bei euch kaum fündig. Meine Tochter hat die Werbung gesehen und gemeint “Schade, dass Mädchen nicht Astronaut werden können” Warum die Astronauten-Bettwäsche nicht einfach mit Farben unterlegen und in beiden Farben anbieten? Warum gibt es keinen Prinzen? Oder Bilder, die alle Kinder mögen, wie Feuerwehrleute? Wieso sitzen nicht Junge und Mädchen spielend neben der Ritterburg?
    Ich frage mich: Warum habt ihr nicht den Mut gegen den Strom zu schwimmen? Ich habe sehr viel für Kinder bei Tschibo gekauft, aber auch mir sind manche Sachen einfach so stereotyp und ich habe Probleme eine Marke zu kaufen, die mich (bzw. mein Kind so) einengt.
    Überrascht uns doch mal wieder!
    P.S. Ich glaube, es war nicht die Farbe der Flasche, sondern das Gesamtkonzept, denn ich fand schon den Frosch irgendwie misslungen und habe die Flasche auch nicht gekauft.

  6. Anika Hohnstein

    Sie schreiben, dass die Eltern genau diese geschlechterspeziefischen Produkte nachfragen würden zu 90%. Haben Sie denn dazu jemals Daten erhoben?Ich bin selbst mama und kaufe bei Ihnen für meine Tochter nur die Produkte für Jungen. So kenne ich auch viele andere eltern die Ihre Sachen dann lieber bei Jako 0 kaufen weil es dort eben auch andere Farben ausser Rosa und Blau gibt. Wie wär es denn mit grün, orange,gelb, rot?Ich fnde Sie haben als sehr oft von Kindern konsumierte Produzenten und Verkäufer auch ein Stück weit Verantwortung und machen es sich sehr leicht zu sagen…die Kunden wollen es doch so. Es ist für ein Mädchen schon immer und leider heutzutage noch immer sehr deprimierend wenn es feststellt dass in allen Büchern nur jungs Polizisten und Feuerwehrmänner sind. Das drücken in ein Rollenbild fängt so früh an. Wie wäre es denn wenn die Frauen die bei Ihnen arbeiten sich nur in Rosa kleiden dürften?Jeden Tag?Und die Männer nur in Blau?Ich bin nicht sicher was ihnen diese Einseitige Rollenbildverteilung bringt. Möglicherweise einfach erhoffen des erhöhten Absatzes wenn die Eltern eines Mädchens dann doch noch einen Jungen bekommen?ich weiss es nicht aber diese Rechtfertigung zu den zu Recht gemachten Vorwürfen von Pinkstinks ist lenesfalls zufriedenstellen.Dann sagt doch einfach:Wir wollen mehr Absatz generieren. In rosa und blau wird doppelt gekauft.Das wär wenigstends ehrlich.
    Mit freundlichen Grüßen
    Anika Hohnstein

  7. agtrier

    Meine Tochter (10y) hasst rosa. Genauso wie die meisten ihrer Freundinnen ist sie angewiedert – nicht von dem Rollenbild, das vermittelt wird (um das zu verstehen ist sie zu jung) sondern von dem Rosa-Kitsch-Glitzer-Clichée und dem Eindruck, dass ihr dieses von allen Seiten aufgedrängt wird.

    Tatsächlich gibt es ja in den Läden oft kaum noch etwas für Mädchen zu kaufen, was nicht rosa ist. Die Mädchenabteilungen in den Klamottenläden sehen inzwischen schlimmer aus als Disneyland.

    Und so ist natürlich auch der Schrank der rosa-hassenden Tochter inzwischen voll mit rosa Klamoten, die nie angezogen werden. Geschenkt von Großeltern, Tanten, etc. die alle meinen, “so etwas” trage man als Mädchen eben, ansonsten würden die Läden es ja nicht verkaufen.

    Irgend etwas läuft da fürchterlich falsch!

    Tatsächlich haben einige (hochpreisige) Designmarken das auch längst erkannt, und wenn man bereit (und in der Lage) ist entsprechende Marken zu kaufen, bekommt man auch nicht-pinke, nicht-glitzernde Mädchenklamotten, die trotzdem nicht aussehen, als wären sie von großen Bruder abgelegt.

    Das bringt die unschöne Konnotation: arme Familien kleiden die Mädchen in rosa Glitzer (mit Einhörnern, etc.), wer sich’s leisten kann, lässt das sein. So kann soziale Differenzierung aussehen.

    Dahinter steckt aber etwas anderes: die meisten günstigen Kleidungsstücke werden entweder vorrangig für den Asiatischen Markt hergestellt, oder gleich in Fernost designt. Dort hat man andere Vorstellungen von Rollenbildern als bei uns. Leider werden diese Rollenbilder so über die Discounter auch zu uns geliefert.

    Also, lieber Tchibo-Einkauf: Denkt beim nächsten Mal auch an die vielen Mädchen, die Pink nicht mögen. Das sind nämlich mehr als ihr vielleicht denkt – und die bekommen beim Textildiscounter normalerweise nix, was erträglich aussieht.

    Ich würde das als eine Chance ansehen, etwas zu verkaufen. Und darum geht es doch letzendlich.

    Viele freundliche Grüße

    ag.

  8. Regina

    Sehr geehrtes Tchibo-Team,

    ich bin der Meinung, Sie machen es sich mit dem Argument “Die Kunden wollen das so” etwas zu einfach. Wenn Sie nämlich sagen (was absolut richtig ist), dass die Kinder ungern Außenseiter sind, sondern so sein möchten wie alle anderen auch, dann muss man sich die Frage stellen, warum alle anderen so sind: Vielleicht, weil der Großteil der Läden und Versandhändler eben auch nur dieses eingeschränkte bzw. einschränkende Angebot hat? Neben dem Wunsch, in eine Gruppe integriert zu sein (und vielen weiteren ganz grundlegenden Bedürfnissen) haben Kinder nämlich noch ein anderes Bedürfnis: Das Leben und die Erwachsenenwelt nachzuspielen, die sie täglich um sich herum erleben, und sie damit besser zu begreifen und allmählich in sie hinein zu wachsen. Und das geht am besten mit Produkten, die auch tatsächlich so aussehen, wie diejenigen, die Mama, Papa, Oma, Opa, die Nachbarin oder der Lehrer verwenden. Orientiert man sich daran, ist die Rosa-/Hellblau-Frage sofort hinfällig. Oder haben Sie in Ihrer Küche einen rosafarbenen Wasserkocher neben ihrem Toaster in Glitzerpink stehen? ;-)

    Herzliche Grüße

    Regina Rullmann

  9. Barbara

    Also ICH habe bei Tchibo u.A, sowohl die Grüne Flasche als auch den Grünen Sofshell-Overall gekauft, grün ist die Lieblingsfarbe meiner Tochter. Der Overall war in 3 Fillialen nicht zu bekommen musste ihn dann online bestellen!! Soviel zu Ladenhüter. Die halbe Kita läuft hier in dem Ding rum, weils ENDLICH mal ein nicht Rosa oder Blau Teil war!!

    Und Jungs haben auch nicht wirklich ein problem mit rosa, außer Eltern und Erzieher trichtern ihnen das ein: Der Sohn meiner Freundin (4) hat zu Weihnachten ein (heißersehntes) “Mädchen”-Lego Set bekommen mit Pferd und Kutsche und Prinzessin und Glitzersteinen. Seine Freunde und er haben den Ganzen Tag begeistert damit gespielt… Er wünscht sich auch immer mal wieder Rosa T-Shirts weil es nunmal seine Lieblingsfarbe ist.

  10. Klara

    Ich bin 11 und finde rosa für Mädchen blöt. Wenn ich gros bin, werde ich wie Samanta und fliege zur iss.

  11. Apple

    Es ist sehr schade, dass Ihnen zu diesem komplexen Thema nicht mehr als “Die Kunden wollen es so, mimimi” einfällt.

  12. Meerlucy

    Beim Lesen des Interviews habe ich gedacht: Die von Tschibo verstehen PinkStinks nicht. Denen geht es nämlich nicht gegen Rosa, sondern darum, dass man “Mädchen/Junge sein kann auf viele Weisen.” … Beim Lesen der zahlreichen Kommentare bin ich dagegen besser gestimmt: Da sind viele kluge Gedanken und Erfahrungsberichte drin!
    Liebe Tschibo Team: Lest sie euch genau durch und auch die PinkStinks Seite kann ich sehr empfehlen!

  13. Anne

    Als Wirtschaftsunternehmen, kann man Sie ja nicht zwingen, dass Sie sich gesellschaftlichen Zielen verschreiben. Aber dann bleiben Sie doch dabei, sich einzig und allein dem Gewinn zu verschreiben und machen Sie kein so schlechtes Image-Interview, als ob Sie irgendwelche sozialen Themen interessieren würde.
    Denn das tut es offensichtlich nicht, da können Sie auch niemanden für dumm verkaufen.
    Sie werden genug kluge Köpfe beschäftigen, denen bestimmt aufgefallen ist, dass

    1. das interview ist einseitig. Thesen und Argumente von Pinkstinks werden gezielt eingestreut, um die Diskussion in die gewünschte Richtung zu lenken, aber nicht um einen kritisch hinterfragenden Dialog zu schaffen.

    2. Die Argumentation der interviewten ist unlogisch. Thesen werden mit Argumenten versucht zu belegen und nur wenige zeilen darunter, wird diesen argumenten widersprochen. Beispiel: Das Angebot passe sich der nachfrage an. Das die nachfrage besteht, wird als ein naturbedingter prozess dargestellt (man wächst da raus etc). Dann wird aber auch gesagt, dass rollenbilder heute wieder weiblicher sind. Die gründe dafür werden allerdings vornehmlich verschwiegen. Da hätte man ja ganz passend ein Zitat von pinkstinks einbringen können.

    Da wird nämlich nicht nur erklärt, warum das so ist, sondern auch warum firmen wie sie davon profitieren auf kosten von Kindern.

  14. Elisabeth

    Ohje ohje die Kunden bestimmen es selbst, welch ein Hohn.
    Ich habe drei Jungs zu Hause, die rosa, rot und geblümtes (!) tragen, das suchen sie sich alleine aus und werden weder in der Kita noch in der Schule in irgendeiner weise dafür kommentiert. Die beste Freundin meines ältesten Sohnes besucht uns regelmäßig und ihr Lieblingskostüm aus der Verkleidungskiste ist Astronaut. Das Lieblingskostüm meines mittleren Sohnes ein plüschiges rosarotes Monster.
    Es ist erbärmlich, wenn anstatt sich offen auf eine ernsthafte Auseinandersetzung einzulassen, nur ein Rechtfertigungsinterview veröffentlicht wird, und das dann von einer so großen Firma.
    Und ja, es ist tatsächlich so, dass die mir bekannten Besserverdiener den einseitigen Farbtrend bei ihren Kindern nicht mitmachen. Schönen Gruß an die Marktforschung.

  15. Martin

    Marketing schafft Nachfrage, Nachfrage schafft Angebot. Die beiden Damen verstehen überhaupt nicht, worum es geht, denn sie stellen sich dar, als würden sie selbst vollkommen wertneutral den naturgegebenen Bedürfnissen einer vom Marketing unbeeinflussten Käuferschicht nachfolgen. Wäre das so, wäre ja alles bestens. Dass aber umgekehrt die ewig selben Bilder vom Jungen mit Schwert und vom Mächen im Kleid die Ausgrenzungsmechanismen und Rollenerwartungen überhaupt erst schaffen, die Distinktionsverhalten bei den Kindern freisetzen und die dann “der Markt” wiederum vermeintlich wertneutral mit Waren füttert, fällt dabei galant unter den Tisch: Die Kunden wollen das eben so!
    Wollen sie das? Warum wollen diese Kunden das so? Vielleicht weil sie, genau wie ihre bemitleidenswerten Kinder, tagtäglich durch eine Welt laufen, in der der Mainstream der bunten Heftchen, beleuchteten Werbetafeln und Produktpaletten, mit denen man täglich gefoltert wird, ein klar differenziertes Geschlechterbild als selbstverständlich voraussetzt. Das Ergebnis ist die Ignoranz der beiden Tchibo-Damen: Nein, ach, die Kunden wollen das, der Markt als neutrale Vermittlungsinstanz von Interesse und Angebot hat damit natürlich nichts zu tun! Dass es “dem Markt” nur lieb sein kann, in klar voneinander abgrenzbaren Bevölkerungsgruppen distinkte Bedürfnisse zu wecken, weil sich so natürlich viel zielgerichteter und effektiver Marketing betreiben lässt, kommt den Damen nicht in den Sinn, und dass dazu “der Markt” seine Kundinnen und Kunden erst einmal generationenlang auf bestimmtes Klischeedenken, das sich dann als “selbstverständlich” verkauft, abrichten und konditionieren muss, ebenso wenig. Dass die Schuld für diese Zurichtung am Ende auch noch den Kundinnen und Kunden selbst in die Schuhe geschoben wird nach dem Motto, naja, die dummen Kunden wollen’s ja nicht anders, ist das besonders Perfide dabei, wenn sich nämlich Teilnehmer “des Marktes” der absoluten Nichtneutralität und Ideologiehaftigkeit ihres Tuns mit Hinweis auf die Naturgesetzlichkeit von Marktprozessen entschlagen wollen.
    Das ist für eine Firma, deren einziges Ziel selbstverständlich Profit lautet, wohl zu viel verlangt, aber es wäre vielleicht wertvoll, darüber nachzudenken, dass es “den Markt” nicht gibt, wenn er als naturgesetzlich verfasstes Zusammenkommen freier Teilnehmer mit individuell nur aus ihnen geborenen Interessen verstanden wird. “Der Markt” hat selbst eine ideologische Funktion. Und deshalb kann man sich auf ihn auch nur dann rausreden, wenn man keinen Schimmer hat, worum es überhaupt geht. Aber das rächt sich: Denn am Ende sagt uns das Tchibo-Marketing, dass es ihm völlig egal ist, was Leute machen, solange sie ihre Produkte kaufen. Yeah, that’s what economy is!

  16. Uli

    Okay – ich kaufe Tchibo-Kaffee weil dieser besser schmeckt… aber nach diesem Interview definitiv nicht mehr, da bleibt ein öder Nachgeschmack!

  17. Andrea

    Da der Großteil der Menschheit absolut dämlich ist, funktioniert die Sache mit der Geschlechtertrennung per Farbe, und der Kohle damit machen auch weiter schön …. wie auch RTL, Tchibo und jede Menge anderer Scheiss und Schwachsinn. Gebildete Menschen achten ja schon von selbst drauf ihre Kinder nicht in Klischees zu verpacken. Bei Tchibo ist null Wille vorhanden an den bestehenden Verhältnissen was zu ändern, so einfach ist die Sache. Vermutlich haben Männer das Sagen.

  18. Engel

    Ich bin wirklich entsetzt, wie ahnungslos und unreflektiert diese beiden Damen sind! Und zwar auf vielen Gebieten, z.B. der Entwicklung/ Erziehung von Kindern und deren angeblichen Bedürfnisse, Vorbilder und Vorlieben!! Oder auf dem Gebiet der “Geschmacks-Bildung”, worüber es wunderbare Abhandlungen gibt.
    Aber wenn frau sich an Topmodels und Superstars orientiert anstatt an Astrophysikerinnen, dann kommen wieder nur kleine Prinzessinnen und Ritter heraus, anstatt selbständig denkende mündige Bürger!

  19. Vorstadtmaus

    ” 90% aller Eltern wollen tatsächlich, dass ihr Kind als Mädchen erkennbar ist. ”

    Erstmal hätte ich gerne die Quelle für diese Studie.

    Zweitens, selbst wenn das wirklich “alle” Eltern sind:
    Den Umkehrschluss daraus zu ziehen, dass Mädchen dann prinzipiell nur Rosa und Glitzer bekommen, finde ich mehr als gewagt. Man kann ein Mädchen auch gut als Mädchen erkennbar anziehen, wenn man das unbedingt will, wenn es nicht von Kopf bis Fuß in Pink gekleidet ist.

    Keiner will hier Rosa abschaffen, sondern einfach nur MEHR Auswahl. Wenn meine Tochter später nur in Pinkschattierungen herumlaufen möchte, gut. Aber bis dahin soll sie sehen, dass sie die Wahl zwischen allen Farben hat und das ist, bewegt man sich in der mittleren Preisklasse, fast unmöglich.

    Zu der Kampagne mit dem Astronauten und der Fee: hier hätte es schon gereicht, wenn man zwei Kinder mit mittellangen Haaren in die Betten und das Label “Mutige Helden vs. kreative Zauberfeen” weggelassen hätte und schlicht und ergreifend “Kinderbettwäsche” draufgeschrieben hätte. Das ging doch früher auch. Niemand kann mir erzählen, dass diese ganze Separation gewollt ist von den Kunden, oder sind früher die Hersteller reihenweise bankrott gegangen? Nein. Dass das heute mehr verkauft liegt einfach daran, dass die Leute alles doppelt kaufen, schließlich kann man ja einen armen kleinen Jungen nicht in einen glitzerpinken Kinderwagen der älteren Schwester stecken.

    Im Übrigen sind deswegen Topmodels und Superstars die Vorbilder, nicht Astrophysikerinnen, weil die Sendungen über Astrophysik irgendwo in den Spartenkanälen laufen und nicht bundesweit beworben und auf jedes Plakat geklatscht werden. Man macht es sich zu leicht, das alles mit “die Masse will das so” abzutun.

  20. Prema

    “Das Selbstbild von Mädchen heute ist: Schönsein. Es gibt eine große Fixierung auf das Äußere, die Haare müssen lang sein, der ganze Look feminin. Topmodels und Superstars sind die Vorbilder, nicht Astrophysikerinnen”
    Ganz genau das stimmt leider. Und, ist es unterstützenswert? Wollen wir das wirklich unterschreiben?? Das ist doch FURCHTBAR.
    Schon klar, Tchibo muss wirtschaften. Aber etwas Mut, in die RICHTIGE Richtung wäre doch wünschenswert.
    Ich gehöre wohl zu den 10%, die aus Prinzip keine rosa Prinzessinen-Kleidung für meine Tochter kauft. Ich weiß auch von Jungs-Müttern, die es nervt, dass in konventionellen Geschäften für Jungs nur Braun-, Blau- und Kackgrün-Töne erhältlich sind und die bunten Farben immer gleich mit Rüschen oder Barbie-Applikation versehen sind.
    Meine Tochter kann rosa-glitzer Dinge bekommen, wenn sie es irgendwann verlangt. Bis dahin soll sie aber einfach KIND sein, die Welt der vielen Farben genießen und nicht schon jetzt von mir (und Tchibo) darauf vorbereitet werden, dass sie später gefälligst schön und sexy sein muss, dass nur ihr Äußeres zählen wird und den Models folgen soll.

    Ich kaufe keine Kinderkleider bei Tchibo, aber ich begrüße den Plan, die Farbauswahl zu erweitern sehr.
    Eben, man könnte doch einfach vier verschiedene Farben anbieten (darunter rosa und blau) und die Betitelung “NUR für Mädchen”, “NUR für Jungs” einfach weglassen. Vielleicht erweitert sich ja auch eure Kundschaft, und zwar um diese Menschen, die schon längst nicht mehr (aus genannten Gründen) überhaupt in eurem Laden nach Kinderkleidung suchen?

  21. Milla

    “Demnächst werden wir im Magazin und online die Produkte mehr als Kinderprodukte ausloben und nicht speziell auf Mädchen oder Jungs gehen.”

    Ich freue mich darauf! :)

    Und ich bin eine von denen, die gerade die Jungs benachteiligt sieht, denn keiner hat ein Problem damit, wenn ein Mädchen mit Auto-Motiven oder als Piratin heraumläuft und rosa vermeidet, aber wenn ein Junge in rosa Glitzer-Leggins und mit Haarspangen herumläuft, schreit die halbe Welt auf. Das wissen auch unsere Jungs und DESHALB vermeiden sie das! Ist das nicht unsagbar traurig? Unsere Kinder müssen sich verstellen, wenn sie nicht in das Normalbild passen, damit sie akzeptiert werden.

    Erst letztens hat ein kleiner Junge im Supermarkt das rosa Ü-Ei mit der Aufschrift “Für Mädchen” bekommen, als sich ein fremder Mann einmischte und ihm sagte “Das ist aber für Mädchen.” Ob der Junge in Zukunft auch noch gerne das rosa Ü-Ei nehmen wird oder lieber das neutrale?

  22. Nora

    Unfassbar, Ihre “Reaktion” geht kilometerweit hinter die “Aktion” von Pinkstinks zurück, die keinewegs nur auf Mädchen, sondern allgemein auf Geschlechterstereotype hinweisen. Interessant, dass Sie aber ihrerseits zwei Frauen als Interviewpartner gewählt haben. Worauf soll das hinauslaufen – “wir können gar nicht diskriminierend sein, wenn selbst Frauen toll finden, dass wir rosa für Mädchen vermarkten”? Sie haben recht mit Gruppenzwängen und dem Bedürfnis der Kinder in dem Alter, sich einer Gruppe zugehörig fühlen zu wollen. Wie diese Gruppe aussieht aber, worüber sie sich definiert, das liegt in den Händen der Gesellschaft und zwar aller beteiligten Akteure, insbesondere der Produzenten.

  23. Steffi

    Liebes Team von Tchibo,
    schön, dass ihr mittlerweile auch eine hauseigene Sartire-Rubrik auf eurer Seite habt. Habe sehr gelacht bei diesem Interview. Weiter so :-)

  24. @_Adora_Belle_

    Ach, wissen Sie, liebe Tchibo-Mitarbeiterinnen? Sie könnten Vorreiter sein. Sie könnten einfach beides abbilden, Mädchen mit Schwert, Junge mit Schwert. Mädchen mit Puppenhaus, Junge mit Puppenhaus. Oder beide Kinder zusammen spielen lassen.
    Kostet das so viel Überwindung?

  25. Ianeira

    Geschlechtsspezifiziered meinen Sie, nicht geschlechtsspezifisch. Geschlechtsspezifisch ist nämlich Bartwuchs oder Menstruation.
    Sie hingegen verkaufen geschlechtsspezifizierende Produkte, welche nur so tun, als würden die Farben und Motive zu einem Geschlecht gehören.
    Die Studien, welche sie erwähnen haben insofern recht, dass Kinder zwischen Kindergarten und Sekundarstufe ihre Geschlechtsidentität entwickeln und sich edshalb als männlich und weiblich abgrenzen wollen, aber das hat nichts mit rosa und blau zu tun. Nur, wenn die ganze Geselschaft sagt, das die Farben (und Motive, Interessen, etc. ) geschlechts”typisch” wären, wollen die Kinder das natürlich auch. Aber so verbauen Sie kleinen Mädchen ihr Interesse an Autronauten, weil sie das als Jungenspielzeug darstellen. Das wirkt auch auf die Eltern, die ihre Kinder abgrenzen wollen. Haben sie dann irgendwas gekonnt? Nein. Eltern sind nicht automatisch klug. Sie tun nicht automatisch, was für ihr Kind wirklich gut ist. Die Nachfrage ist keine Rechtfertigung im moralischen Sinn.
    Seien Sie dann wenigstens so mutig und sagen sie offen, dass Sie am meisten verdienen können, wenn Mädchen angst davor haben, nicht schön genug zu sein und Jungen ständig um ihre männlichkeit besorgt sein müssen.
    Ja, das füllt die Kassen, aber hinterlässt eine Leere in den Menschen, die Konsum nicht füllen kann.
    Schade, dass Sie uns so billig abspeisen wollen, oder wissen Sie es wirklich nicht besser? Lesen die mal was von Barbara Rendtorff.

  26. Andreas

    Liebe Leute,

    Ich finde eure Reaktionen traurig und sehr kurz gedacht. Leider gibt es aber eine stark internetpräsente Szene die genau eure Haltung militant vertritt. Folgende fragen solltet ihr euch stellen:

    1. Ist es wirklich egal ob Mädchen oder Junge? Verhalten sich Mädchen genauso wie Jungen? Bei Säuglingen und Kindern bis 4 Jahren mögt ihr Recht haben. Danach aus meiner Sicht eindeutig NEIN
    2. Es gab in der Weltgeschichte bereits öfter Bestrebungen alles gleich zu setzten. Entstanden ist daraus oftmals erst recht eine Gegenstrebung.
    3. Seid ihr nicht auch Geschlechterspezifisch? Warum dürfen denn Kinder (Die deutlich früher ihrere Sexualität enddecken als einige denken) das dann nicht?
    4. In allen Phasen des Lebens versuchen sich Menschen abzugrenzen, zu definieren, und auf ihre Weise aufzufallen , und das nicht zuletzt mit Kleidung. Richtig los geht das in der Pubertät wenn Gruftis, Hip-Hop Gangster oder Barbie Mädchen aus den Kindern werden. Jüngere Kinder machen das auch schon. Sie grenzen sich in ihren Gruppen ab und sagen mit ihrerem äußerem etwas über ihre Interessen aus. Wenn die Jungs draußen mit Stöckern kämpfen, Autorennen mit Ketkars fahren, oder Fallobstschlachten zelebrieren, müssen Mädchen das auch tun?
    5. In der Kindheit bereiten sich Kinder auf das erwachsenen Leben vor. Wenn man Jungs und Mädchen gleich behandelt, hätte es nicht fatale folgen wenn sie plötzlich merken, dass sie doch unterschiedlich sind?
    Schlussendlich Ja, die Geschlechterklischees werden bedient. Nur muss man sich fragen woher sie kommen. Wenn nicht Rosa, wäre es eben Orange was Mädchen tragen. Abgesehen davon: Auch das Rosa scheint wir davon zu kommen, das Mädchen eine stärkere Bindung zur Mutter haben, und so den vertrauten Farbton aus dem Mutterleib bevorzugen. Zu Zeiten von Web 2.0, und einer Weltweiten vernetzung insbesondere auch was Modetrends angeht ist es schwer lokal unterschiedlich zu sein. Bereits Kinder sehen im Fernsehen und Internet tausende andere Kinder weltweit. Regionale Unterschiede, auch was Farbtöne angeht sind so schwer. Die Industrie bedient nicht die Geschlechterklischees, sondern die Nachfrage. Wer den Geschlechterklischees entkommen möchte muss sich wohl der Gesellschaft gegenüber abschotten, oder wäre es eine sinnvolle Lösung wenn Rosa durch andere Farben, oder optische Merkmale getauscht wird?

    Denkt bitte immer aus allen Richtungen und nicht nur bis zur ersten Instanz.

    Liebe Grüße

  27. Elly

    Wenn man sich Spielzeug-Werbung anschaut aus den 80er Jahren:
    Da gab es Jungs und Mädchen, die gemeinsam Lego spielten.

    Meine TZöchter wurden 2001 und 2004 geboren: Auch dort gab es bei Tchibo viele Kinderartikel in unisex: Babybodies in weiß mit Bärchen drauf, Kindershirts in rot-blau-weiß geringelt oder mit Hund drauf.
    Auch die Schnitte waren unisex: Gerade und ohne Rüschen, die Hosen schlicht, weder mit genderbezogenen Applikationen, noch so tioef im Schritt wie Baggy-Pants.

    Irgendwann kippte es dann: Matschsachen in rosa/pink und dunkelblau – natürlich mit den entsprechenden Geschlechtern auf der Verpackung.

    Seitdem kaufe ich die Sachen nicht mehr bei Tchibo (oder eher die Jungenvariante), auch wenn sie im Preisleistungsverhältnis gut sind.

    Dahinter steckt nur Gewinnoptimierung:
    Wenn es weniger Kinder gibt, dann gehen Unisex-Sachen eben nicht mehr, denn dann knnte eine Familie ja auf die Idee kommen, das rote Shirt, dass der große Bruder getragen hat, der jüngeren Schwester anzuziehen.
    Nein durch diese starke Differenzoierung verdoppelt man auf einen Schlag den Markt.
    Geben Sie doch bitte zu, dass es nur aus diesem Grund gemacht wird.

  28. Elly

    @Andreas:
    Es geht nicht darum, dass Frauen/Mädchen und Männer /Jungen gleich gemacht werden sollen.

    Es geht darum, dass es vielleicht tendenziell mehr Jungen gibt, die technisch interssiert sind, aber wenn ich alles Technische von vornherein so in die “Jungenecke” stelle, dann wird auch das letzte technisch interssierte Mädchen darauf irgendwann keinen Bock mehr haben.

    Genauso ist es bei sozialen Berufen: Wenn Jungen von vornherein vermittelt wird, dass alles Pflegerische “weibisch” ist, wird er nicht Kindererzieher oder Grundschullehrer.

    Es gibt einen ganz großen Bereich, in dem Frauen und Männer sich überschneiden. Und da hilft es nicht, wenn ich von vornherein nur in bestimmte Schubladen stecke.
    Meine Töchter haben phasenweise auch sehr gerne rosa getragen und mit BArbies gespielt, aber ebenso mit technischen Sachen. Und genauso sollte einem Jungen auch die Puppenküche offenstehen. Das klappt so aber nicht, wenn die nur in rosa/pink zu haben ist und auf der Verpackung nur Mädchen zu sehen sind.

  29. Theresa

    Liebes Tschibo-Team

    Ich lese hier: Wir tragen keine gesellschaftliche Verantwortung, denn der Markt will es so.

    Das folgt der Argumentationskette von Bankern nach der Wirtschaftskrise. Und es ist echt schlechtes Reklamationsmanagement.

    Viele Grüße

  30. Maya Birken

    Mein Tageshighlight kommt von @Andreas: „Abgesehen davon: Auch das Rosa scheint wir davon zu kommen, das Mädchen eine stärkere Bindung zur Mutter haben, und so den vertrauten Farbton aus dem Mutterleib bevorzugen.“ Wo hast Du das denn her? Früher waren Rot und Rosa die Farben der Könige. Sie standen für Macht und galten deshalb als männliche Farbe.
    Mädchenfarbe war dagegen Blau. Wie erklärst Du Dir das nun wieder?

  31. Sabine

    Nach der Hälfte habe ich aufgehört zu lesen. Letztlich sagen die ganzen vielen Sätzen nur Eins: Der Markt verlangt’s, wir machen es. Eltern und ihre Kinder fordern die Klischees. Das ließe sich kürzer sagen. Ansosnten ist das ein typischer PR-Blog-Beitrag, ohne Erkenntniswert. Interessanter wäre doch vielmehr, wenn Kritiker_innen wie Pinkstinks! mit den Produktmanagerinnen diskutieren würden. Traut sich Tchibo nicht, sich einer solchen Auseinandersetzung zu stellen?

  32. Dani

    @andreas
    Woher die Klischees kommen? U.a. durch Medien. Dazu zählt auch Werbung wie zb. die von Tschibo.
    Zu deinem Text möchte ich noch sagen, ich persönlich empfinde deine Denkweise als zu kurzsichtig und scheinbar auch nicht wirklich informiert. Es geht nicht darum das Mädchen oder Jungen dies oder das tun sollen, aber sie sollten dürfen!
    Das hat auch mit Gleichmachererei nichts zu tun sondern mit Freiheit und “sich selber ausleben”.
    Niemand behauptet das Jungs und Mädchen gleich sind, gleich ticken, das geht allein deswegen nicht weil sie nicht gleich behandelt werden. Aber sie sollten die selben Möglichkeiten haben, wir als Gesellschaft sollten unsere Kinder nicht schon in so einem Zarten Alter in ein Förmchen pressen.

    Gruß Dani

    p.s.: Das mit der Rosavermutung ist an den Haaren herbeigezogen, erstens zeigen Studien das Mädchen sich ehr an ihren Vater binden und zweitens war Rosa “früher” die Farbe für Jungs. Es gibt keine angeborene, geschlechtsgebundene Vorliebe für eine bestimmte Farbe.

  33. Domi

    Die grüne Flasche mit dem Fuchs war seit sehr langer Zeit das erste Tchibo-Produkt, dass wir einmal wieder gekauft haben. Dabei fand ich diese wirklich nicht schön war aber einfach froh eine nicht rosa und nicht blaue Flasche zu finden, die keine 20Euro kostet. Eben genau diese Rollenklischees die bei Tchibo derart heftig zelebriert werden sind einer der Hauptgründe, aus denen wir bei Tchibo eigentlich schon lange nicht mehr einkaufen. Wenn man seine Kinder nicht in die typischen Prinzessinen-Klitzer und Piraten-Autos Kleider stecken möchte dann bleibt einem oft nichts anderes übrig als in den teureren Biokatalogen und bei Jako-o zu bestellen.
    Und Bedürfnisse werden ganz klar von Unternehmen generiert und erst dann bedient. Die absolute Unehrlichkeit der beiden Tchibo-Marketing-Damen ärgert mich dabei genauso wie die eingeschränkte Produktpalette. Liebe Tchibo-Strategen, seid doch einfach ehrlich und sagt, dass ihr so viel mehr Umsatz macht. Wenn man alles in Jungs und Mädels unterteilt verkauft man eben nahezu doppelt soviel. Das dies unsere Kinder in ihrer Entwicklung udn Freiheit einschränkt wird eben gerne in Kauf genommen. Und ehrlich gesagt werden Jungs da deutlich mehr eingeschränkt als Mädchen und haben eine wirkliche harte Zeit im Kindergarten und in der Grundschule wenn sie aus der Rolle fallen.
    Aber dieses Interview hat mich ganz klar darin bestärkt weiterhin einen großen Bogen um Tchibo zu machen…

  34. Atiki

    Liebes Tschibo-Team,
    dieses Interview soll doch hoffentlich ein Witz sein. Ich kann es nicht fassen für wie blöd Sie Ihre Kunden scheinbar halten. Es wird hier ein Klischee nach dem anderen heraus getrötet. Zumindest haben Sie Kunden wie Andreas, auf die Sie zählen können. Menschen denen Sie ohne Angst einer Nachfrage auch die noch so abwegigsten Argumente auftischen können scheinen ja genau Ihr Klientel zu sein.
    @Andreas: Ein haarsträubend dummes Argument pseudobiologisch zu untermalen und mit irgendwelchen obskuren Studien zu belegen macht es leider überhaupt nicht klüger.

  35. Katharina

    Wow, da blieb mir doch glatt das Brötchen im Halse stecken als ich lesen musste: “Das Selbstbild von Mädchen heute ist: Schönsein. Es gibt eine große Fixierung auf das Äußere, die Haare müssen lang sein, der ganze Look feminin. Topmodels und Superstars sind die Vorbilder, nicht Astrophysikerinnen.”
    Wie bitte??? Schönsein?!?! Mein Kind ist ein Kind und kein Model!!!
    Das mein Kind auch rosa mag, hängt nicht davon ab, dass ich ihr diese Farbe aufzwinge sondern daran, dass die Farbe Rosa als Mädchenfarbe von den Unternehmen so sehr in den Vordergrund gedrängt wird. Überall rosa für Mädchen und blau für Jungs. Die Klamotten der Figuren in den aktuellen Trickfilmen: Mädchen rosa – Jungs blau. Es erfordert viel Arbeit und Aufklärung damit ein Kind diese Rollenklischees nicht einfach als gegeben hinnimmt.
    Als ich im Sommer blaue Leggins für Mädchen bei Tchibo entdeckte, dachte ich es wäre ein Schritt vorwärts. Aber wenn ich das hier lese ist es eher: Ein Schritt vorwärts und 5 wieder zurück!
    Danke, aber ich werde auch in Zukunft lieber woanders einkaufen!

  36. Prema

    Nochwas zu den 90%: “Als Mädchen erkennbar” bedeutet immer noch nicht “NUR rosa und mit Prinzessinen-Applikationen”. Tchibo beschränkt sich bei allen Regenbogenfarben nur auf ZWEI Stück. Als Mädchen erkennbar kann man sein: mit einer weiblichen Frisur, einem weiblichen Kleidungsstück (Rock, Kleid), bestimmten Mustern (Blümchen, Schmetterlinge, Punkte – wieso eigentlich?)… etc. (nicht dass ICH das strikt trennen würde) Rosa + Prinzessin könnt ihr dann also getrost weglassen. Es gibt noch 100 weitere Möglichkeiten, wenn’s denn auf keinen Fall neutral sein darf.

    Andreas’ Argument zu der Bevorzugung von rosa aufgrund des Mutterleibes ist absolut lächerlich. Eine eventuelle Bevorzugung dieser Farbe findet ja nicht nah an der Geburt statt, sondern viel später. Und auch nur, aufgrund des Angebots. Abgesehen davon bezweifel ich, dass kleine Mädchen besser an die Mutter gebunden sein sollen, als ihre Brüder. Im Kleinkindalter schonmal gar nicht.
    Wie auch schon erwähnt wurde, war früher rosa einmal für die Männer gedacht. Und wenn ich mir vorstelle, wie Urvölker oder Steinzeitmenschen die Mädchenkleidung rosa gefärbt haben soll, muss ich ganz schon phantasieren.

  37. Bea

    Sehr gut, Tchibo! Besser als Ihr selbst mit diesem Interview hätte auch pinkstinks Euch nicht demontieren können! Ich finde es löblich, wie sehr Ihr Euch für die feministische Sache einsetzt! Weiter so!

  38. Thomas

    Ich bin begeistert von den klugen Kommentaren und muss Tschibo ja fast schon wieder Respekt zollen, dass sie ihr peinliches “Interview” mit all diesen fabelhaften Erwiderungen Online stehen lassen.

  39. Holli

    Ich versuche meinen Kindern und den Kindern, mit denen ich arbeite, die ganze Bandbreite des Lebens zur Entfaltung anzubieten. Und zwar immer wieder, und nicht zu sagen, auf Autos reagiert der Junge stark, also biete ich ihm nur noch das an. Von daher: Liebe Tschibo-Leute, bitte weniger geschlechtsstereotypes Spielzeug!

  40. Katharina

    Tja, somit werden wir Tschibo auch in Zukunft nicht berücksichtigen können. Ich finde es nicht akzeptabel, dass bereits ein Geschäft für meinen Sohn vorselektiert, was für ihn akzeptabel oder nicht akzeptabel sein soll. Er soll nach seinem Geschmack auswählen können. Aus dem gesamten Anbegot und nicht nur der Hälfte.
    Pech für Tschibo, andere Ladenketten haben bereits gemerkt, wie viel besser das Geschäft läuft, wenn sie die Kritik von Organisationen wie “Let Toys be Toys” und ihrer Kundschaft ernst nehmen und alle Spielwaren und Textilien für alle Kinder anbieten.

  41. Sara

    Was für eine hanebüchener Unfug. Wer sich mal 5 Minuten damit auseinandersetzt, wie Marketing funktioniert (was die beiden Damen vom Produktmanagement mit Sicherheit getan haben), weiß ganz genau, dass Firmen davon leben, Bedürfnisse zu wecken. Die Bekleidungsindustrie ist dafür ein hervorragendes Beispiel.
    Früher war es nämlich durchaus so, dass Jungs und Mädchen die gleichen Sachen trugen. Das hieß natürlich weniger Umsatz für die Firmen, wenn nur ein Unisex-Hemd gekauft wird. Also erzeugte man die künstliche Spaltung in rosa für Mädchen und blau für Jungs – tada, man verkauft zwei Hemden statt einem.

    Zu behaupten, dass hier irgendein anderer Mechanismus am Werke sei, ist schlicht gelogen.

  42. Andres

    „Fass nicht das Werkzeug an, da könntest du schmutzig werden. Kämm dir lieber die Haare.” – „Spiel doch nicht mit den Puppen, nimm lieber hier das Piratenschwert.” …!?!?!?

    Irgendwas läuft gewaltig falsch.
    Die Gesellschaft fordert zwar gleichberechtige, starke Frauen (Mütter), und empathische, fürsorgliche Männer (Väter), aber in der Kindererziehung herrscht eine Geschlechtertrennung wie noch nie zuvor.

    Das Marketing von Firmen wie zB Tchibo unterstützt diese abstruse Entwicklung nicht nur, sondern bedingt sie. Die Gründe dafür, dass Firmen so handeln, sind rein wirtschaftlich berechnend, wie ein Kommentator schon vor mir erläutert hat.

    Wie diese Wahrnehmung der Rollenbilder Kinder beeinflusst und einschränkt, ist immens und in meinen Augen sehr gefährlich.

    Von Natur aus sind Kinder an allem interessiert und handeln vielseitig. Sie wollen zeitweise fürsorglich sein, kuscheln und es sich gemütlich machen, und zeitweise ihre Grenzen austesten, frech sein, kämpfen. Das wollen Jungen wie Mädchen.

    Wenn Medien (Firmen, Produkte, Filme, Bücher, etc.) aber suggerieren, ein „echter Junge” dürfe nicht kuscheln, oder ein „echtes Mädchen” dürfe nicht kämpfen, so brennt sich diese Ansicht nach und nach auch in die Köpfe von Erwachsenen ein, wenn sie nicht konkret darauf achten, neutral zu bleiben. Nun stelle man sich vor, dass Kinder immer öfter Sätze hören: „Fass nicht das Werkzeug an, da könntest du schmutzig werden. Kämm dir lieber die Haare. Du willst doch hübsch sein.” – „Spiel doch nicht mit den Puppen, nimm lieber hier das Piratenschwert. Du willst doch stark sein.”
    Selbstverständlich hat das Einfluss auf die Interessen, auf die Entwicklung der Kinder! Diese Entwicklung ist ein immenser Rückschritt…
    wir sollten gründlich überlegen, ob wir diese Entwicklung für unsere Kinder wollen.

    Wollen wir ausschließlich starke, „piraten-artige”, gewaltbereite Jungs, die sich nicht gerne um etwas oder jemanden kümmern oder Schwächen zugeben können?
    Wollen wir ausschließlich hübsche, brave, ruhige Mädchen, die nicht für sich selbst einstehen können und sich nicht für komplexe Sachverhalte interessieren?

    Wollten wir nicht gleichberechtigte, empathische und starke Menschen? Väter, die sich auch mal um Haushalt und kümmern und Kinder wickeln? Mütter, die auch mal den Hammer schwingen, um ein Baumhaus zu bauen?

    Tchibo steht zusammen mit vielen Firmen, die Kindersachen anbieten, in der Pflicht, sich darüber auch Gedanken zu machen.

  43. Apple

    @Andreas: genau, irgendwann kommt der Tag im Leben einer Frau oder eines Mannes, an dem sie denkt: “Neiiin! Ich hab ja gar keinen Penis! Ich kann ja gar nicht Auto fahren!!” oder er denkt: “verdammt! Jetzt hab ich mich all die Jahre als Kind mit Barbies beschäftigt, jetzt hab ich gar keine Brüste!”

  44. Jule

    oh wow, dieses interview ist erstaunlich unreflektiert. etwas mehr auseinandersetzung mit dem thema wäre wirklich angebracht gewesen, bevor man sich vermeintlich qualifiziert auf so dünnem eis in die öffentlichkeit begibt. schon an der stelle “Interessant ist ja auch, dass diese Diskussion immer von der Mädchenseite aus geführt wird. Jungs-Eltern fragen nicht nach Feenkostümen und Pastell-Tönen für ihre Söhne. Wohlwissend, dass das in Kindergärten und Schulen von den anderen Kindern nicht toleriert würde. Und damit drängt man doch vermeintlich die Jungen genauso in eine Rolle hinein. Ist es also okay, wenn Jungs keine feminine Seite haben?” wird deutlich: gut beschäftigt habt ihr euch mit dem thema nicht. der beitrag zum ferrero-ei, der mit die größte aufmerksamkeit überhaupt im netz dazu erregt hat, war der von antje schrupp (http://antjeschrupp.com/2012/08/23/beim-pinken-uberraschungsei-geht-es-nicht-um-madchen-sondern-um-jungen/) – und da geht es genau darum. nein, es ist nicht okay, wenn jungs keine “feminine seite” haben, und nein, es ist nicht okay, dass ihr sie ihnen auch auf euren werbeplattformen nicht möglich macht. wenn man nichts zu sagen hat, vielleicht besser mal…

  45. Joerg

    Beim Lesen der Kommentare bestätigt sich wieder:

    Haters gonna hate.

    Egal, was Tchibo (ohne “s”!) sagen würde, die Meisten der Kommentierenden würden ihre Wahrheit darin widerlegt sehen.

    Was ich von den Kommentaren mitnehme:
    Eigentlich mögen ALLE Jungs lieber rosa, Mädchen hassen diese Farbe durch die Bank.
    Dann kauft doch bitte das Feenkostüm für die Jungs und den Ritter oder Astronauten für die Mädchen. Ist das so schwierig?

    Nehmen wir z.B. “Domi”, der sagt: “Und ehrlich gesagt werden Jungs da deutlich mehr eingeschränkt als Mädchen und haben eine wirkliche harte Zeit im Kindergarten und in der Grundschule wenn sie aus der Rolle fallen.
    Aber dieses Interview hat mich ganz klar darin bestärkt weiterhin einen großen Bogen um Tchibo zu machen…”
    Hätte er das Interview gelesen, hätte er sich genau in diesem Punkt bestätigt gefühlt – denn dort heiß es: “Jungs-Eltern fragen nicht nach Feenkostümen und Pastell-Tönen für ihre Söhne. Wohlwissend, dass das in Kindergärten und Schulen von den anderen Kindern nicht toleriert würde. Und damit drängt man doch vermeintlich die Jungen genauso in eine Rolle hinein. Ist es also okay, wenn Jungs keine feminine Seite haben?”

    Liest man die Kommentare zu stereotypen Produkten, so scheint vieles Interpretationssache oder “reinlesen wollen einer bestimmten Aussage” zu sein. Regen sich nämlich die Einen hier über ein “Frisuren-Knete-Set” auf, weil es Stereotype bedient, sagt Tchibo hierzu im Interview: “Aber auch für ein neutrales Kneteset mit dem Thema Friseursalon haben wir negative Kommentare bekommen. Die automatische Reaktion war: Friseur spielen nur Mädchen. Warum sollten Jungen da keinen Spaß dran haben? Da spielt also auch die Kundeninterpretation eine große Rolle.”

    Klar – nicht was A sagt ist richtig, sondern was B versteht.
    Dabei muss man aber auch den Willen zum Verstehen voraussetzen dürfen.

    Ach ja – eines noch zu “Ihr konditioniert ja den Kunden durch Euer Angebot”:
    Zum Einen ist Tchibo ein Wirtschaftsunternehmen und somit in der Verantwortung der Belegschaft gegenüber, auch wirtschaftlich zu operieren – und zum Anderen machen sich’s meines Erachtens die Eltern hier sehr einfach, indem sie ihren Erziehungsauftrag an die Auslage im Laden übergeben.
    Eure Kinder finden toll, was ihr toll findet – und wofür ihr gute Argumente habt. Lebt ihnen ein Rollenbild vor, das Töchtern die Freiheit lässt, Ritter oder Prinzessin zu sein – genau wie den Jungs.
    Haltet ihnen dabei den Rücken frei von “Hatern”! Macht sie stark gegen solche Angriffe! Die wird es nämlich geben. Leider. Und zwar nicht von Industrie- oder Handelsseite. Sondern aus der Peer Group, zu der sich Jungs wie Mädchen zugehörig fühlen möchten. Und dies durch ihren Style, ihre Vorlieben, ihre Handlungsweise ausdrücken möchten.
    Wir sind soziale Wesen – und handeln entsprechend.

  46. Lisanne D.

    Ein ziemlich interessanter Beitrag. Vor allem weil ich selber mir darüber eigentlich keine Gedanken gemacht habe. Ist aber ein Thema, welches eine interessante Diskussion anrege kann -wie man sieht :)

  47. Sandra Coy
    Coy, Sandra

    Liebe Kommentatoren,

    herzlichen Dank für die vielen Anregungen und Impulse. Sie haben natürlich Recht, dieses Thema polarisiert. Gerade deshalb suchen wir aber die Diskussion und haben schon diverse Ihrer Punkte, die umsetzbar für uns sind, mitgenommen.

    Um nur einige aufzugreifen:
    @Andres: Ja, auch wir sehen Väter im Haushalt und in der Küche. In den kommenden Magazinen werden Sie deshalb verstärkt Väter am Herd und mit Staubtuch sehen. Sollten wir jemals eine Heimwerker-Wochenwelt anbieten, vermarkten wir diese sicher auch mit Frauen an der Werkbank.

    @Adora_Belle: Zur Vermarktung allgemein können wir sagen, dass wir sehr gerne mehr Kinder mit den Produkten fotografieren würden, aber im Magazin und auf der Verpackung nur Platz für jeweils ein Foto haben. Evtl. müssen wir auf Kinder mit den Produkten dann verzichten.

    @Susan von Bora und @Domi: Wir sind kein Nischenanbieter, versorgen den Massenmarkt, können insofern Nischen nicht bedienen. Aufgrund unseres jeweils reduzierten Sortiments müssen sich die Produktmanager auf wenige Farbausprägungen einigen. Die gute Nachricht: Schon im Februar werden wir Kinder-Regen-Fleece und Steppjacken in mehreren Unisex-Farben anbieten. Und so soll es weitergehen.

    @Dani und @Vorstadtmaus: Ja, wir werden nicht mehr für “Jungs” und für “Mädchen” auf die Werbematerialien schreiben (siehe Interview).

    @Regina: rosafarbenen Wasserkochen haben wir nicht im Sortiment, aber pinke Cafissimos – die sich auch im Kolleginnenkreis durchaus großer Beliebtheit erfreuen.

    @Barbara: Der grüne Overall war für die Kollegen in der Tat ein Überraschungserfolg. Hier wird künftig mutiger und in größerer Anzahl produziert.

    @Anne: Als Wirtschaftsunternehmen müssen wir gewinnorientiert arbeiten, engagieren uns aber durchaus für soziale Themen (siehe auch http://www.tchibo-nachhaltigkeit.de/) und suchen den Dialog mit Ihnen.

    @Anika Hohnstein: Wir können hier zum Beispiel die Untersuchung “Trend Tracking Kids 2014″ von iconkids & youth international Research Gmbh zitieren: Hier wurden 1462 Interviews mit 6- 19-Jährigen in Deutschland durchgeführt. Zitat: “Beliebteste Erlebniswelten: Jungs und Mädchen leben weiterhin in verschiedenen Welten. Bei den Jungs liegen Fußball und Sport vorne… Dagegen sind bei den Mädchen die Traumwelt-Kracher Pferde und Prinzessinnen vorne, gefolgt von Haustieren, und damit Themen wie Caring und Kuscheln.”

    Natürlich gibt es glücklicherweise viele Mädchen und Jungs, die andere Interessen haben. Wir hoffen auch für sie dieses Jahr inspirierenden Anregungen im Programm zu haben.

  48. Jenni

    “Studien zeigen, dass sich Kinder im Alter zwischen 3 und 9 Jahren geschlechterspezifisch abgrenzen wollen.”

    Bitte nennen Sie in Zukunft die Fundstellen der Studien, wenn Sie sich auf solche berufen.

  49. Martin Storbeck

    Die Idee, auf einen Foto einfach zwei Kinder, ein Mädchen und einen Jungen, im Zusammenspiel zu zeigen, kam bisher nicht? Gerda beim blauen Ritterschwert wäre dies ein einfaches gewesen. Und auch in die Bettwäsche hätte man einfach mal zwei Mädchen stecken können.

    Wäre ein solcher Mix auf Werbung und Verpackung zu sehen, würde hier gerade keine Diskussion stattfinden… Schade, liebes Marketingteam

  50. Martin Storbeck

    Wie Marketing ein Geschlecht in einem wichtigen Fachgebiet einfach abhängen kann, zeigt die Computerindustrie: der in den 80ern eingeführte Personal Computer wurde hauptsächlich an Männer und Jungs vermarktet. Im selben Zuge ging der Anteil von Frauen in der IT zurück und ist heute kaum noch existent. Dann kommt das Marketing von Computerfirmen heute daher und beruft sich darauf, dass Frauen nunmal keine Computer kaufen und sich deshalb Werbung für diese Zielgruppe nicht lohnt. http://www.npr.org/blogs/money/2014/10/21/357629765/when-women-stopped-coding

  51. Nick

    Wenn Tchibo erklärt, künftig Pink nicht mehr als “Mädchenfarbe” zu markieren, dann sollte das doch eigentlich genügen. Oder soll Tchibo seine Kunden regelrecht erziehen? Wenn die Kundschaft Pink als Mädchenfarbe identifiziert, dann kann doch Tchibo nichts daran ändern.

    Was wird wohl Tchibo draus lernen? Man muss so tun, als ob. Denn Ladenhüter ins Regal zu stellen kann sich tatsächlich niemand leisten. Manche Käuferinnenschichten kaufen eben ihre Markierung als “progressiv-Weiblich” mit. Das muss dann das Image hergeben. Diese Bedürfnisse muss man, inklusive der damit verbundenen Widersprüchlichkeiten, erkennen und bedienen.

    Es ist halt die Frage ob es sich überhaupt lohnt, dieses Cluster zu bedienen. Ich würde es nicht so einschätzen, aber ich kann da nur von meinem Umfeld ausgehen. Ich kenne keine Mutter, die nicht allzu gut weiß dass Kinder zwischen 3 und 9 Jahren nun mal ein starkes Bedürfnis nach – furchtbar traditionell erscheinender – Geschlechstidentität haben. Danach geht es weiter mit einer großen Wertschätzung für Schönheit oder für z-B. Sportlichkeit. Das legt sich erst, wenn die Kinder erwachsen werden und ist ein notwendiger Prozess auf diesem Wege. Die meisten Mütter sind da recht entspannt.

    Das Sozialisationsmodell der Pinkstinks-Fraktion ist vor allem furchtbar simplifizierend, oder, weniger Euphemistisch: eigentlich vollkommen Substanzlos. Geschlechtsidentität wird nicht im Kindesalter fest verdrahtet und man kann Geschlechtsidentität auch nicht dadurch ausheblen, dass man ihren Ausdruck im Kindesalter vermeidet. Vor allem wird man so sicher nicht mehr Astronautinnen produzieren.

    Danach kann sich, bei Strafe des Unterganges, kein Unternehmen der Welt richten. Da kann man eben nur heucheln, um das Selbstbild dieser Kundinnen zu bedienen. Oder man stellt eben fest, dass nicht jede durchs Twitterdorf getriebene Sau eine tatsächliche gesellschaftliche Relevanz hat.

  52. Tom

    Damit es hier nicht so einseitig wird: ich finde es lächerlich, wie aggressiv ein Händler dafür angegangen wird, bei seinen Produkten die reale Nachfrage zu berücksichtigen.

  53. Nick

    Martin Storbeck:

    “Im selben Zuge ging der Anteil von Frauen in der IT zurück”

    Non sequitur. Korellation != Kausation.

  54. emannzer

    Ich machte mir mal ein paar Gedanken zu der hier eintrötenden Masse an Kommentaren aus der “Pinkstinks”-Ecke bzw. griff diesbezügliche Themen auf:

    emannzer.wordpress.com/2015/02/03/rosa-bleu-das-neue-lila/

    Es macht sprachlos, mit welcher Vehemenz gewisse Ideologen, welche noch nie Kontakt mit Wirtschaftskreisläufen, geschweige denn, dem Verständnis darum, hier organisiert einmarschierten.

    Der Tchibo-Blogbeitrag zum Thema war – und ist gut. Alles Andere ist nichts weniger, als der Versuch einer Beeinflussung. Punkt!

    Wie kann man aus einer Farbe, Kinderwünschen und den diese reflektierenden Eltern nur ein solch ideologisches Bohei machen?

    Gerade die zuoberst vernagelten Kommentare sind verbohrt und wirken nicht nur erschütternd.

    Aber die Anti-Pink Empörungskarawane ist sicherlich schon weiter gezogen oder widmet sich wieder Ferrero und den bald kommenden rosafarbenen Überraschungseiern …

    “Rosa & Bleu – das neue Lila”

  55. Thomas Schnitzer

    Liebe Leute von der Pinksticks-Fraktion,

    letzten Endes reduziert sich eure Kritik auf ein simples “Aber ihr habt doch die Argumente gar nicht betrachtet”, und dann heißt es noch, die Rechtfertigung Tchibos sei ein “mimimi”. Dazu kann man aber nur entgegnen: Doch man hat die Argumente betrachtet.

    Und man ist wiederholt zu dem Schluß gekommen, dass eure Argumente ideologischer Natur sind und eine Umerziehung des Kunden (m/w) gegen seinen Willen fordern.

    Das wiederum kann aber nicht im Sinne einer freien Gesellschaft sein, denn diese Form der Umerziehung hat grundsätzlich totalitäre Züge. Und hier liegt auch das eigentliche “mimimi: Angesichts der Tatsache, dass die Kunden anders entscheiden, einen Zwang von oben zu fordern, dass ist “mimimi” inkl. Füßchenstampfen vom Feinsten bezüglich der Ablehnung eurer Vorschläge.

    Deshalb, liebe “Tchibo-Macher”, bleibt bitte standhaft und lasst weiterhin den Markt, also die Kunden darüber abstimmen, welche Produkte gefragt sind. Denn es kann nicht angehen, dass eine laut schreiende Minderheit uns allen demnächst vorschreibt, wie wir zu leben haben.

    MfG
    T. Schnitzer

  56. Dani

    Herr/Frau Schnitzer…

    Niemand der bei Verstand ist fordert eine Umerziehung des Kunden. Fakt ist, es gab/gibt nur die Wahl “Rosa für Mädchen/Blau für Jungs” / Ritter, Astronauten, Autos und Drachen für Jungs, Prinzessinen und Feen für Mädchen. Es wurde/wird so beworben, wo hab ich da als Kunde die Wahl? ;)
    Das was “wir” fordern war eine Anpassung an ein Zeitalter das unseren Kindern keine Schubladenzwänge suggerieren sollte. “Wir” fordern: hört auf unseren Kindern zu erzählen wie echte Mädchen/Jungs zu sein haben. Mehr nicht. Wer den Einfluss den Werbung und Produktpräsentation in der heutigen Zeit auf uns hat nicht anerkennnt scheint mit fest verschlossenen Augen durch die Welt zu gehen.
    “Unsere” Argumente sind nicht idologischer als Tchibos heuchlerisch.
    “Studien zeigen, dass sich Kinder im Alter zwischen 3 und 9 Jahren geschlechterspezifisch abgrenzen wollen. In dieser Zeit der Identitätsfindung ist es für Kinder wichtig, sich einer Gruppe zuordnen zu können. Also vor allem während der Kindergarten- und Grundschulzeit sind Mädchen sehr “Rosa” und Jungs sehr “männlich” (Pirat, Ritter, Feuerwehrmann).” schreibt Tchibo, schade das das so schlicht falsch ist, Studien zeigen lediglich das Kinder auf Werbung “hereinfallen” und Trends nachlaufen. (eben daher “unsere” Argumentation als Werber hätte man Einfluss und Verantwortung) Die Studie auf die sich Tchibo m.E. stützt ist alles andere als anerkannt oder seriös.
    Jeder der sich auch nur ein bisschen mit der Pyschologie von Kindern auskennt müsste wissen das Kinder in dem Alter vorwiegend Vorbildern nacheifern und ja, dazugehören wollen. Suggeriert Werbung also das “echte Mädchen” nur rosa Prinzessinen sein wollen so werden sehr viele Mädchen genau das tun um eben ein “echtes Mädchen” zu sein. Würde beispielsweise die Gesellschaft und die Werbung den Kindern erzählen Mädchen seien nur dann echte Mädchen wenn sie Ritter sein wollen und Latzhosen tragen… naja, dann würden vermutlich Latzhosen einen neuen Boom bekommen. ;)

    Wie man sehen kann hat Tchibo tatsächlich was getan, einige Produkte stehen in Gelb oder Lila oder Grün zum Verkauf, allerdings werden Dinge wie “Nähen und Basteln” immer noch ausschließlich mit Frauen und Mädchen beworben und die Themenseite zum Wetter… Immer noch fast ausschließlich (fast! das möchte ich lobend erwähnen!) Mädchen in rot/rosa und Jungs in blau/grün gezeigt was ich wieder um Schade finde… :)

    LG Dani

  57. Sandra Coy
    Sandra Coy

    Liebe Dani,
    ja, wir haben in der Regenwochenwelt eine rosa Jacke, aber auch eine rote und grüne. Wir haben gelbe, blaue und rote Gummistiefel – für Jungs wie Mädchen. Was sollten wir hier Ihrer Meinung nach gendermäßig noch verbessern? https://www.tchibo.de/wind-wetter-regenbekleidung-t400051888.html

    Was die Darstellung der Näh-Wochenwelt betrifft: 95% der Kunden für diese Produkte sind Frauen. Wir haben nur ein bestimmtes Werbebudget und sind deshalb eingeschränkt in der Anzahl der Models. Als Handelsunternehmen müssen wir wirtschaftlich denken (wie Herr Schnitzer zu Recht anmerkt). Wo es für uns Sinn macht, setzen wir natürlich dennoch auch Männer in der Werbung ein (beim Kochen und Putzen passt es natürlich auch).

    Viele Grüße

  58. Dani

    Hallo!

    Wie ich schrieb, Sie bzw. Tchibo hat was getan, das habe, zumindest, ich ganz persönlich, zur Kenntnis genommen!
    Bei der Themenwelt ging es mir um die Bilder der Kinder, nicht um die Produkte (die Palette hatte ich ja sogar “lobend” erwähnt) aber ich gebe zu, das ist genau wie das Nähsortiment Jammern auf hohem Niveau.
    Jetzt mal Budget und wirtschaftlichkeit aussen vor (das sind natürlich Argumente denen man kaum was entgegensetzen kann, das verstehe ich natürlich) wäre eine gemischtere Darstellung schön. Warum nicht den Mädchen auch “mal” eine blaue Mütze aufsetzen oder dem Jungen eine rote? :)

    Ich verstehe, wie gesagt, das Argument der Wirtschaftlichkeit und wie ich insgesamt beobachten konnte, scheinen ja sie selber auch “unsere” Argumente durchaus gehört, verstanden und zum Teil sogar umgesetzt zu haben. Falls der Wunsch besteht in die Richtung weiter zu arbeiten wäre eine Unterhaltung mit Stevie Schmiedel von PinkStinks aber vielleicht eine Alternative?

    Gruß Dani

  59. Sandra Coy
    Sandra Coy

    Danke für das Angebot, eventuell kommen wir darauf zurück :-)

  60. Elly

    Sehr geehrter Herr Schnitzer,
    Sie haben die Argumentation nicht verstanden.

    Es geht nicht darum, dass Kindern vorgeschrieben werden soll, was sie zu tragen, wmoit sie zu spielen haben.
    Es geht um Vielfältigkeit: Mit Puppen können Jungen und Mädchen spielen (auch wenn es tendenziell mehr Mädchen machen), mit Lego Star wars können Mädchen und Jungen spielen (hier wird die Mehrheit wohl Jungen sein).
    Auch meine Töchter haben ausgesprochene Pink-Phasen gehabt.
    Es geht darum,. dass bestimmte Sachen, Spielzeuge, Verhaltensweisen gleich einem geschlecht zugeordnet und damit auch gewertet werden, denn während es zum Teil noch akzeptiert wird, dass ein Mädchen zum Bagger greift, werden Jungen mit Puppen schief angekuckt und deren Eltern gefragt: “Wollt ihr, dass euer Sohn schwul wird?”.

    Ich möchte, dass meine Kinder die Freihait haben, sich das auszusuchen, was ihnen gefällt. Wenn aber die Verpackung schon so stark gegendert ist, dann ist auch den KLeinen schon klar: “Das ist nichts für mich, das ist was für das andere Geschlecht.”

    Hier geht es doch auch ganz klar um kommerzielle Interessen:
    Früher waren Kinderwagen einfach blau, rot, mit Teddy oder Karo etc.pp. Da kann ich den Kinderwagen behalten und für mehre Kinder nehmen.
    Heute sind auch solche hochpreisigen Artikel vermehrt auf ein Geschöecht zugeschnitten (z.B. Kindersitz in Rosa), da ist doch ganz klar: Kündigt sich Nummer zwei an und hat ein anderes Geschlecht, dann am besten ein neuer Kiwa.

    @Sandra Coy: Meine Kinder sind schon älter, ich habe vor ca. 12 Jahren die Matschosen etc. von Tchibo gekauft: Da gab es bei den Kleinklindgrößen EIN Modell: Im einen Jahr dunkelblau mit hellen Streifen, dann blau mit weiß und rot etc. Auf den Prospekten trugen die Kinder beiden Geschlechts genau die gleichen Sachen. Warum geht das nicht mehr?

  61. Sandra Coy
    Sandra Coy

    Hallo Elly,
    aus meiner Sicht spricht nichts dagegen, ich geben Ihre Anregung gerne weiter ins Marketing.

  62. Jürgen

    Kommentieren hier zu gefühlt 99% nur intellektuell angehauchte Propagandisten von PinkStinks? Haben die sich alle verabredet, um gegen die beiden Frauen von Tchibo schießen? Ist das wie bei Schutzgelderpressern in einem italienischen Restaurant: Alle Tische mit einer Person besetzt, aber jede trinkt stundenlang an einem Espresso und einem Glas Wasser?

  63. Frauke

    @Elly

    “”Ich möchte, dass meine Kinder die Freihait haben, sich das auszusuchen, was ihnen gefällt. Wenn aber die Verpackung schon so stark gegendert ist, dann ist auch den KLeinen schon klar: “Das ist nichts für mich, das ist was für das andere Geschlecht.””"

    Dann kaufs, packs aus und wickel es in Zeitungspapier. Das ist dann schön grau neutral und kann ganz sicher nicht irgend wen triggern, irgendwelche Gefühle verletzten, irgend ein Geschlecht bevorzugen und ganz sicher auch dem Kind keine Leitlinien für das Leben vermitteln.
    Warum aber weil dir das so gegen den Strich geht alle anderen nach deiner Pfeife tanzen sollen, bleibt, wie immer, unbekannt. Als ob alle nur deine Meinung teilen.

  64. Oliver

    Aua, da wurde den Marketeers bei Tchibo im Kommentarbereich ja ordentlich der Hintern verhauen. Und mit was? Mit Recht! Ein peinliches Interview, das mich bewegt, weniger oder kein Nonfood bei TCM mehr zu kaufen. Nix verstanden, schwache Ausreden, unsägliches Gerede von Models als Vorbildern. Wer pink will, soll pink tragen dürfen, Jungs wie Mädchen, schon klar.

    Ich kaufe nun lieber bei Spielzeugherstellern, auf deren Prospekten der Junge in der Spielküche arbeitet und das Mädchen den Bagger fährt. Meine Jungs haben Puppen und kochen gerne, Ihre Kita-Freundin handwerkt lieber. Die Kinder müssen sich daher eigentlich wie Aliens fühlen, weil sie etwas tun, was in der öffentlichen Darstellung generell nicht vorkommt.

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