Studenten und Tchibo

Hochschule Hannover Blog (1): Wenn ich König von Tchibo wäre

Jahr drei unserer Kooperation mit der Hochschule Hannover! Während sich die Studenten des Textseminars des Bachelorstudiengangs Public Relations in den vergangenen Jahren mit Kaffee auseinandergesetzt haben, gingen wir nun einen Schritt weiter. Wir baten die Studenten tatsächlich einmal eine Tchibo Filiale zu betreten! Das hatten viele seit ihrer frühen Kindheit nicht mehr getan. Also lautete unsere Frage: Wenn Ihr Chef von Tchibo wäret, was müsste sich ändern? Wie bekämen wir die Jugend nicht nur in den Onlineshop, sondern auch an die analogen Regale? Wir stellen uns heute – in der ersten Folge – also den kritischen Gedanken von Judith, Franzi und Lisa.

Ein großes Dankeschön geht an dieser Stelle an Dr. Annika Schach, Hochschule Hannover Fakultät III – Medien, Information und Design.

Judith: Der erste Eindruck zählt, verliebt in Tchibo bin ich nicht

Verliebt in Tchibo? Nein. Warum nicht? Mein erstes Date mit Tchibo hatte ich durch die Kochtöpfe meiner Mutter. Wir sind noch in der Kennlernphase. Wenn ich der König von Tchibo wäre, wüsste ich, wie ich meine Tinderella finden würde. Tinder ist eine Dating-App fürs Smartphone. Dem Nutzer werden Bilder von potenziellen Dating-Partnern vorgeschlagen. Wählen beide aus, dass sie interessiert sind, können sie chatten. Die Entscheidung fällt oft in Sekunden.

Judith Sordon

 

Der erste Eindruck zählt. Beeindruckt bin ich von Hannes. Er ist gerade 25 geworden. Sein erstes Bild, oberkörperfrei am Strand in Kalifornien. Dort hat er ein Jahr als Barkeeper gearbeitet. Er kommt aus Schweden, bestimmt inklusive sexy Akzent. Sportstudent. Max scheint ein netter Typ zu sein. Er hat nur zwei Fotos hochgeladen. Lehramtsstudent mit Herz. Seine Lieblingsfarben sind grau und blau, lässt seine T-Shirt Wahl erahnen. Auf dem ersten Bild sieht man eine Gruppe Jungs mit Kaffeetassen in der Hand. Welcher von denen ist nun Max?

So funktioniert Kennenlernen in 2017. Der erste Eindruck zählt. Hannes, ein cooler Typ, ist das, was unsere Generation will. Beweisen, wie interessant und individuell das eigene Leben ist. Reisen, Partys, Abenteuer und der passende Freund dazu. Max würde meiner Mutter gefallen. Ein Netter würde sie sagen. Ich habe aus Versehen auf interessiert geklickt. Nach dem ersten Schreiben haben wir bemerkt, dass wir beide gerne reisen und die gleiche Musik mögen. Unser erstes Treffen lief gut. Wir sehen uns nächste Woche wieder; auf einen Kaffee.

Wer eine Beziehung zu jungen Menschen aufbauen möchte, sollte nicht versuchen, ein Hannes zu sein, wenn er denn keiner ist. Das fällt auf und hält vermutlich nur einen Sommer. Als Max fährt man besser, vorausgesetzt, man zeigt seine interessanten Seiten zuerst. Woher soll man wissen, was Max alles zu bieten hat, wenn sein erstes Foto ein Kaffeekränzchen ist. Klar, das machen wir alle, aber wir würden es nicht auf Instagram posten. Der erste Eindruck zählt.

Franzi: Tchibo nimmt frischen Fahrtwind auf – wie mein Rad

Die meisten verbinden mit Tchibo wohl Kaffee in seinen verschiedensten Ausführungen – wie man ihn eben am liebsten mag. Wenn ich an Tchibo denke, dann springt (oder rollt?) mir sofort mein Fahrrad in den Kopf: aus Aluminium, bald 15 Jahre alt, silberfarben.

Franziska Zahn

 

Es hat schon ein paar Kilometer auf dem Buckel. Obwohl mein Tacho erst seit dem letzten Jahr längere Strecken auf dem Display anzeigt, da ich seit der Grundschule nie Rad fuhr. Ich habe es mit der Zeit verlernt. Dass mein neues, altes Fahrrad aber bei Tchibo gekauft wurde, erfuhr ich erst vor kurzem. Dieser Kaffee-Hersteller kümmert sich anscheinend nicht nur um unseren Bedarf an Koffein, sondern auch um unsere Drahtesel, Sport-BHs, Bananenschneider und Schulterheizkissen. Man findet dort Gartenmöbel und Kaffeevollautomaten, Socken und Kaffeebohnen, Damenslips und Trinkschokolade. Wie kommt es, dass ich das nicht mitbekommen habe? Vielen Studenten und Menschen in meinem Alter wird es wohl ähnlich ergehen. Vielleicht wird folgende Liste das ändern.

Drei Dinge, die ich bei Tchibo neu entdeckt habe:

1. Mit Tchibo kann man Reisen. Denn die Internetseite arbeitet auch als „digitales Reisebüro“.

2. Ich kann in meiner Mittagspause nicht nur Kaffee trinken, sondern auch Kuchen an der Theke aussuchen.

3. Dass uns Tchibo auch Möbel und Planzen verkauft, war mir nicht bewusst – von Betten bis zum Blumenstrauß „Frühlingsglück“ ist alles dabei.

Was ich im letzten Jahr auf meinem Fahrrad gespürt habe: Tchibo nimmt frischen Fahrtwind auf – und er duftet nach frisch gebrühtem Kaffee.

Lisa: Soja-Karamell-Frappucchino mit Schokosahne bitte & Fairtrade!

„Treffen wir uns um 16 Uhr auf einen Soja-Karamell-Frappuccino mit Schokosahne?“ Wenn wir heute Müsli, Waffeln oder Burger essen wollen, ist „normal“ nicht mehr gut genug. Wir gehen in einen Laden, wo wir uns ein Müsli aus 75 verschiedenen Cornflakes-Sorten zusammenstellen. Waffelläden servieren die Waffeln nicht mehr schlicht mit Puderzucker, sondern belegen sie mit exotischem Obst, allen erdenklichen Süßigkeitensorten und zahlreichen Saucen.

Lisa Mohme

 

Der Burger muss ein XXL-Double-Cheese-Burger mit 700 Gramm Fleisch sein. Es wird immer mehr, besonderes und außergewöhnlicheres gefordert, ohne die Dinge zu hinterfragen: Ist das, was die Cornflakes so bunt macht, überhaupt gesund? Wie sind die Arbeitsbedingungen in den fernen Ländern, die uns 365 Tage im Jahr mit Mangos, Erdbeeren und Kiwis beliefern? Unter welchen Bedingungen hat das Rind gelebt, dessen Fleisch jetzt auf dem Burger liegt?

Das sind Fragen, die mich beschäftigen. Glücklicherweise geht der Trend offenbar dahin, dass sich vor allem die jüngere Generation zunehmend mit diesen Fragen beschäftigt. Für mich steht Tchibo für Qualität und Nachhaltigkeit und hebt sich damit von der Billig-Mentalität ab. Seit ich denken kann, kauft meine Familie den Fairtrade-Kaffee von Tchibo. Trotzdem: „Treffen wir uns um 16 Uhr bei Tchibo?“ wurde ich noch nie gefragt. Hier würde ich ansetzen. Der Trend, etwas Besonderes anzubieten, ist ja auch mit Nachhaltigkeit und Qualität vereinbar. Fairtrade-Kaffee zu Studentenpreisen, der dann zwar mehr kostet als beim Discount-Bäcker, aber mit einem guten Gewissen getrunken werden kann. To-Go-Becher von Tchibo, die immer wieder befüllt werden können. Als zusätzlichen Anreiz zahlt man dann für den Kaffee, den man sich in diesem Becher abfüllen lässt, etwas weniger. Sirups mit besonderen Geschmacksrichtungen, die es so nicht beim Bäcker nebenan gibt. Um dann entspannt mit der Freundin Zupfkuchen-Kakao trinken zu können, lädt eine gemütliche Lounge-Ecke mit leiser Musik zum Verweilen ein. „Um 16 Uhr bei Tchibo?“ – „Sehr gerne!“ Mit gutem Gewissen.

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