Wenn ich König von Tchibo wäre

Hochschule Hannover Blog (2): Kaffee & Schlafanzüge

Nachdem wir uns vergangene Woche den kritischen Gedanken von Judith, Franzi und Lisa gestellt haben, reichen wir die Krone heute an Charlotte, Michelle und Mareike weiter. Wir wollen wissen: was ist Tchibo für euch? Und bitte nicht nur an den Schlafanzug aus Kindertagen denken. Oder doch?

Charlotte: Mit Tchibo verbinde ich Luxus-Kaffee. Nichts für “normalsterbliche” Studenten.

Ich bin Charlotte Mahns, 19 Jahre alt und studiere Public Relations an der Hochschule Hannover. Wenn ich früher mit meinem Vater durch die Stadt gebummelt bin, waren wir oft bei Tchibo. Er liebte die immer wechselnden, verschiedenen Angebote. Bei ihm hat sich das bis heute nicht geändert. Doch als ich älter wurde, ging ich immer seltener in den Laden.

Charlotte Mahns

 

Woran liegt das? Ich denke zum einen daran, weil ich mich als 19-jährige nicht besonders mit den Artikeln identifizieren kann. Doch darum geht es bei Tchibo ja eigentlich auch gar nicht. Im Vordergrund steht der Kaffee. Trotzdem kaufe ich selten meinen Kaffee dort. Und das liegt nicht daran, dass ich kein Kaffeetrinker bin. Denn das bin ich durch und durch! Und davon abgesehen gibt es bei Tchibo wirklich guten Kaffee! Möglicherweise ist es dieses etwas ‚zu‘ hochklassige was man bei einem Kaffeekauf bei Tchibo bekommt. Man denkt in meinem Alter, dass man in seinem Leben noch nicht in der Phase angekommen ist um bei Tchibo Kaffee zu kaufen. Mit Tchibo bringen viele, unter anderem ich, Luxus-Kaffee in Verbindung, der für normalsterbliche Studenten wie ich es einer bin, einfach zu hochwertig klingt. Um frischen Wind in die Filialen von Tchibo zu bringen, würde ich versuchen, besonders im Kaffeesegment, mehr Abwechslung reinzubringen. Mehr ausgefallene Heißgetränke anzubieten, wenn auch nur über einen bestimmten Zeitraum. Dadurch werden ganz neue Kunden in den Laden gelockt, weil sie unbedingt diese einzigartige Kreation probieren möchten.

Michelle: Tchibo hat tatsächlich mehr als nur Kaffee und Schlafanzüge zu bieten

Wenn mir vor einem halben Jahr jemand gesagt hätte, dass ich mich mal über die Tchibo Abteilung im Supermarkt total freuen würde, hätte ich lachend den Kopf geschüttelt. Schließlich habe ich mit Tchibo immer nur die langen Shopping-Trips mit meiner Familie verbunden. Der Wunsch meiner Mama jetzt noch schnell zu Tchibo zu gehen, löste bei uns die unterschiedlichsten Reaktionen aus. Mein Papa lächelte und man sah ihm die Erleichterung an – endlich eine Belohnung für die Shoppingqualen der letzten Stunden. Der wohlverdiente große Kaffee. Anders war es bei meiner Schwester und mir, plötzlich gab es lange und mürrische Gesichter: „Och nö, einen neuen Schlafanzug haben wir doch letzte Woche schon gekauft“. Dass es dort auch etwas anderes als Kaffee und Schlafanzüge geben könnte, kam uns nie in den Sinn.

Michelle Thole

 

Mittlerweile bin ich wegen des Studiums ausgezogen. Bye, bye Hotel Mama. Hallo WG. Und ich habe schon die eine oder andere Situation erlebt, in der Tchibo mein „Retter in der Not“ war. So zum Beispiel als mich und meine Mitbewohnerin kurz vor Weihnachten der spontane Kekshunger traf. Kekse gebacken waren schnell, darüber nachgedacht, wo wir diese aufbewahren sollen, haben wir nicht. Eine Keksdose? – Gibt es in unserer Studentenküche natürlich nicht. Aber woher bekommt man so etwas? Über Einkäufe wie diese mussten wir uns noch nie Gedanken machen. Bei Mama war schließlich immer alles da. Extra in die Stadt fahren – dazu hatten wir keine Lust. Mal wieder gab es mürrische Gesichter, bis uns die Tchibo Abteilung in unserem Supermarkt einfiel. Dort gibt es ja, laut Mama, bekanntlich alles: sogar eine Keksdose.

Wenn ich König von Tchibo wäre, dann würde es mich glücklich machen, Menschen mit Kleinigkeiten, wie einer Keksdose, eine solche Freude zu bereiten. Schließlich sollte man so früh wie möglich lernen, dass es bei Tchibo nicht nur Kaffee und Schlafanzüge gibt!

Mareike: Wer ist eigentlich dieser Tchibo? Macht der nur Kaffee?

Die Marke Tchibo ist mir seit jeher aus den Supermarktregalen der Vorstadt bekannt, in der ich groß geworden bin – an denen ich Mamas Einkaufswagen dann aber immer gleich vorbeigeschoben habe. Kaffee, Funktionsunterwäsche und Sparschäler waren für mich als kleines Mädchen nunmal nicht so interessant wie das nächste volle Nutellaglas. Noch nicht?

Mareike Ellerhoff

 

Heute, Jahre später mit Mitte 20, organisiere ich meinen eigenen Haushalt und entscheide selbst, wo ich was wie konsumiere und suche dafür passende Anbieter. Mit dem Handy am Ohr oder als Einkaufszettel in der Hand zelebriere ich meine Einkäufe nicht mehr wie als kleines Mädchen und mache meine Erledigungen eher nebenbei als zur Hauptbeschäftigung. Wieder schiebe ich den Einkaufswagen an gewissen Regalen vorbei ohne Halt zu machen, auch ohne darüber nachzudenken. Selbst, wenn meine heutigen Interessen und Bedürfnisse mittlerweile über Nutella hinausgehen, kommt mir die Marke Tchibo als Anlaufadresse nicht in den Sinn – weder beim Besuch im Supermarkt, wenn ich eh schon vor Ort bin, noch als Zwischenstopp in einer extra Filiale der Innenstadt – und das, obwohl ich mich durchaus als Marken orientiert, aber auch pragmatisch bezeichnen würde. Dabei verrät mir Google, dass Tchibo überaus mehr als nur die erste Assoziation Kaffee zu bieten hat: neben einer Vielzahl an Produkten zu Mode, Kind & Baby, Wohnen & Garten, auch zu Sport, Hobby, sogar Reisen und Mobilfunk – für mich doch durchaus passend.

Warum wusste ich das nicht?

Tchibos Sortiment ist in der Zielgruppe, in der ich mich bewege, thematisch nicht präsent genug – obgleich in seiner Bandbreite attraktiv, stylisch und für mich als Studentin auch bezahlbar. Seine altmodische Kommunikation erreicht mich nicht: wird überscrollt, weggeklickt, stumm geschaltet oder gar nicht erst wahrgenommen.

Neben Empfehlungen aus dem Freundeskreis, hole ich, als Digital Native, mir meine Inspirationen nämlich überwiegend von Zeitgeist-Plattformen wie Facebook, Instagram, Pinterest & Co und ihren Influencern. Doch wenn ich noch nicht einmal die von Tchibo zu erwartenden Coffee-to-go-Becher in der Fußgängerzone, im Uni-Hörsaal oder auf Snaps sichte, heißt das für mich, dass meine Generation und mein Umfeld ebenso wenig Berührungen mit der Marke haben. Mein Tipp und Wunsch also: mehr auf die Social Media-Kanäle einer jüngeren Zielgruppe einzugehen, über die wir unsere Infos und Trends beziehen, mit diesem Blog-Beitrag als Start – damit nicht nur meine liebe Mama weiß, was dieser Tchibo so alles kann.

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