Wear a Smile

Initiative Cotton made in Africa: lächelnder Auftritt im Bademantel

Warum sieht man heute auf den Straßen Menschen im Bademantel? Sogar bei Tchibo herrscht ein flauschig weißer Dresscode vor – vorübergehend. Es ist Bathrobe Day, ausge­rufen von unserem Partner Cotton made in Africa. Der Bademantel-Aktionstag soll auf die afrika­ni­schen Baumwoll­farmer und den Schutz der Umwelt aufmerksam machen – mit Augen­zwinkern.

Tchibo ist bereits vor über 10 Jahren Partner der von OTTO gegrün­deten Initiative Cotton made in Africa geworden. Was genau verbindet sich hinter der Kampagne unseres Kooperationspartners und warum Bademäntel?  Dazu sprach ich mit Tina Stridde, Geschäftsführerin der Aid by Trade Foundation.

Tina Stridde, Geschäftsführerin Aid by Trade Foundation. Photocredit: Hauke Hass Liebe Tina Stridde, die Initiative Cotton made in Africa der Aid by Trade Foundation ist für uns bekanntlich seit langem ein wichtiger Partner. Gemeinsam wollen wir afrikanische Baumwollfarmer und ihre Familien unterstützen, ihre Lebensbedingungen langfristig zu verbessern. Viele mit CmiA ausgezeichnete Baumwoll-Produkte finden sich deshalb in unserem Sortiment wieder. Doch nicht nur Tchibo arbeitet mit Cotton made in Africa zusammen, immer mehr Firmen finden den Weg zu euch.

Ist das mit ein Grund für eure neue Kampagne „Wear a Smile“? Also: schenke 695.000 Farmern ein Lächeln?

Tina Stridde: Mit der Kampagne „Wear a Smile“ wollen wir auf unsere Initiative Cotton made in Africa und auf die Belange der afrikanischen Baumwollbauern aufmerksam machen. „Wear a Smile“ ist dabei wörtlich zu nehmen – mit Cotton made in Africa können wir den mehr als 5 Millionen Menschen in Afrika, die mit unserer Initiative verbunden sind, ein Lächeln schenken.

Das Engagement von Cotton made in Africa sorgt dafür, dass die Kleinbauern ihre Lebensverhältnisse aus eigener Kraft verbessern können, Kinder können zur Schule gehen, Kleinbäuerinnen werden in ihrer gesellschaftlichen und finanziellen Unabhängigkeit gestärkt, die Umwelt wird geschützt. Wer ein mit dem CmiA Label ausgezeichneten Artikel kauft, erhält schöne Textilien mit Mehrwert. Denn man kann sich und andere glücklich machen, ohne mehr zu bezahlen oder etwas tun zu müssen, außer sich mit einem schönen Kleidungsstück zu belohnen.

Am 29. Juni 2017 ist die Premiere des Bathrobe Day von Cotton made in Africa. Photocredit: CmiA

 

Afrika verbindet man – in Europa zumindest – nach wie vor mit Almosen. Warum gibt es dazu eigentlich keinen Grund?

Tina Stridde: Der Kontinent Afrika hat nach wie vor mit einem Image zu kämpfen, das ihn häufig auf Themen wie Krankheiten, Hunger oder Krieg reduziert. Dabei wird übersehen, dass es „ein Afrika“ zunächst mal gar nicht gibt, sondern es sich vielmehr um einen Kontinent mit 55 unterschiedlichen Ländern handelt. Vielerorts begegnet uns dort kreativer Unternehmergeist, Eigeninitiative und Begeisterungsfähigkeit sowie der Wille, die Zukunft in die eigene Hand zu nehmen. Unsere Initiative unterstützt genau das – nämlich „Hilfe zur Selbsthilfe“ indem wir mit den agrartechnischen Schulungen Wissen weitergeben, das die Kleinbauern in die Lage versetzt, den Anbau von Baumwolle effizienter und umweltschonender zu gestalten, die Erntemengen und damit die Einnahmen zu verbessern.

In betriebswirtschaftlichen Basiskursen – den so genannten Farmer Business Schools – lernen die Baumwollbauern ihren Hof unter wirtschaftlichen Aspekten zu führen und entsprechend zu planen. Wir stärken die Kleinbauern darin für sich und ihre Familie eigenverantwortlich sorgen zu können, ihr Leben selbst zu gestalten und sich frei von Spenden zu machen.

Ohne afrikanische Baumwolle hätten wir weniger schöne Textilien. Warum sollten also vor allem wir Verbraucher dankbar sein?

Tina Stridde: Baumwolle ist ein elementarer Rohstoff für Textilien jeder Art. Sie ist ein wichtiger Teil unseres täglichen Lebens. Ob in Jeans, Shirts, Bettwäsche sogar in Banknoten – überall kommt Baumwolle zum Einsatz. Weltweit werden rund 23 Mio. Tonnen pro Jahr erzeugt, auch viele Länder Afrikas sind wichtige Baumwollanbaugebiete. Die Baumwolle wird dort überwiegend von Kleinbauern erzeugt, die auf einer kleinen Fläche mit wenigen technischen Hilfsmitteln dafür sorgen, dass der Weltmarkt mit Baumwolle versorgt wird.

Die Ernte wird per Hand gepflückt, anders als zum Beispiel in den USA, wo große Erntemaschinen zum Einsatz kommen. Die Arbeit ist oft hart und die Erntemengen schwanken, z.B. je nach Wetterbedingungen. Cotton made in Africa hat das Ziel, die Kleinbauern in die Lage zu versetzen, ihre Erntemenge und die Qualität der Baumwolle und damit ihre Einnahmen zu erhöhen. Gleichzeitig schulen wir die Kleinbauern darin, schonend mit ihrer Umwelt umzugehen. Dafür beachten sie Nachhaltigkeitskriterien, z.B. gefährliche Pestizide gemäß internationaler Konventionen nicht einzusetzen, stattdessen mehr auf natürliche Mittel wie Molasse oder Kuhurin zu setzen, oder auf genverändertes Saatgut zu verzichten. Die Kleinbauern legen mit ihrem Einsatz und ihrer Arbeit den Grundstein dafür, dass wir Verbraucher ein zertifiziertes, schönes Kleidungsstück aus Baumwolle kaufen können. Dafür bezahlen Unternehmen wie Tchibo Lizenzgebühren, die in den Anbaugebieten investiert werden – bspw. für die Finanzierung der Schulungen, Frauenförderprogramme, Projekte in den Dorfgemeinschaften oder die Zertifizierung der Baumwolle, die nicht zu Lasten der Baumwollbauern gehen soll.

Afrikanische Kleinbauern. Photocredit: CmiA

 

Welche afrikanischen Länder sind derzeit an der Initiative beteiligt?

Tina Stridde: Wir arbeiten zurzeit in Äthiopien, Côte d’Ivoire, Ghana, Kamerun, Mosambik, Sambia, Simbabwe, sowie Tansania und Uganda.

Wie begegnet CmiA dem Klimaschutz?

Tina Stridde: Baumwolle braucht bekanntlich sehr viel Wasser. Bei CmiA schließen wir künstliche Bewässerung vollkommen aus, es ist sogenanntes „Ausschlusskriterium“ im CmiA Standard, also eine Vorgabe, die von Anfang an eingehalten werden muss und kontrolliert wird. Stattdessen nutzen sie das natürliche Regenwasser. Die Kleinbauern lernen Maßnahmen, die ihnen helfen mit dem Regenwasser auszukommen und die Bodenfeuchtigkeit zu erhalten. Dadurch schont CmiA die wertvolle Ressource Wasser. Im Vergleich zum globalen Durchschnitt werden bei der Produktion von einem Kilogramm CmiA Baumwolle 2.100 Liter Wasser gespart. Das sind mehr als 500 Liter Wasser je T-Shirt. Auch der C02-Abdruck kann sich sehen lassen. Da auf den Feldern keine Maschinen zum Einsatz kommen und nur sehr wenige Düngemittel auf den Feldern verwendet werden, emittiert der Anbau von Baumwolle nach dem CmiA Standard 40 % weniger Treibhausgase im Vergleich zu konventioneller Baumwolle.

Unterstützt Cotton made in Africa auch Frauen?

Tina Stridde: Frauen nehmen einen primären Platz in unserem Programm ein, denn sie tragen maßgeblich dazu bei, eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Sie dabei zu unterstützen, finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen geht oft Hand in Hand mit einer Verbesserung der Lebensbedingungen der ganzen Familie. Daher legen wir ein besonderes Augenmerk auf die Unterstützung von Frauen im Rahmen der CmiA Initiative, z.B. durch besonders für Baumwollproduzentinnen entwickelte Trainingscurricula. Sensibilisierungs- und Aufklärungsmaßnahmen, die das Thema Gleichstellung von Mann und Frau thematisieren, sowie spezielle Projekte zur Förderung von Frauen als Klein-Unternehmerinnen oder zu Unterstützung von Frauengruppen in den Dörfern bieten wir darüber hinaus an.

Bei CmiA wird sehr viel Wert auf die Unterstützung von Frauen gelegt. Photocredit: CmiA

 

Wie sieht die Prognose für die Zukunft aus?

Tina Stridde: Wir schauen sehr optimistisch in die Zukunft. Mehr und mehr Verbraucher sind interessieren sich für die Herkunft ihrer Textilien. Unternehmen bieten immer größere Sortimente mit zertifizierten Produkten an. Damit wächst auch die Nachfrage nach Cotton made in Africa und die Baumwollbauern in Afrika profitieren von einer wachsenden und nachhaltigen Nachfrage. Auf dem afrikanischen Kontinent sind mittlerweile rund 30 % der dort erzeugten Baumwolle CmiA zertifiziert – CmiA ist damit die größte Initiative, die sich in Afrika für die Kleinbauern und den Umweltschutz im Baumwollanbau einsetzt. Das wünschen wir uns natürlich auch für den Absatzmarkt in Europa. Damit wir noch mehr Menschen einen Grund zum Lächeln geben können.

Am 29. Juni ist der erste CmiA Bathrobe Day. Was für ein Zeichen setze ich damit, mit Bademantel in die Firma zu kommen? Mich zu fotografieren?

Tina Stridde: Der Bathrobe Day setzt ein Zeichen für Cotton made in Africa – und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Baumwollbauern in Afrika, die für CmiA stehen. Prominente Fürsprecher, Textilunternehmen und Nichtregierungs-organisationen unterstützen die Aktion indem sie öffentlich einen Bademantel tragen. Der Bademantel ist das Musterbeispiel dafür, wie viel Baumwolle eigentlich in unserer Kleidung steckt. Für gewöhnlich trägt man dieses unterschätzte Stück aber nicht in der Öffentlichkeit. Genauso wenig stehen die afrikanischen Kleinbauern, die den Rohstoff ressourcenschonend für Millionen von Textilien anbauen, für gewöhnlich im Rampenlicht. Grund genug um sich als Zeichen für Cotton made in Africa im Bademantel zu zeigen: Jeder kann ohne viel Aufwand und mit viel Spaß etwas Gutes für die Menschen in den Anbauregionen sowie den Schutz unserer Umwelt tun.

Machen Sie mit beim Bathrobe Day von Cotton made in Africa. Photocredit: CmiA

Deswegen laden wir jeden herzlich ein beim Bathrobe Day von Cotton made in Africa mitzumachen. Es ist ganz einfach: Am 29.06. einen Bademantel anziehen, ein Selfie machen und auf Facebook oder Instagram mit #bathrobeday #wearasmile @cottonmadeinafrica taggen. Das schönste Bademantel-Selfie hat sogar die Chance die begehrten VIP-Tickets für das Global Citizen Festival am 06. August in Hamburg zu gewinnen und Stars wie Shakira, Pharell Williams, Andreas Bourani, Coldplay oder Herbert Grönemeyer zu sehen. Erfahren Sie mehr unter www.wearasmile.org.

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