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Von Sandra Coy am 22.11.2011 um 10:11 Uhr

Mount Kenya: Purity Muthoni braucht Wasser

Name: Purity Muthoni, 43
Beruf: Farmerin, Mutter von drei Kindern
Wohnt in: Kirinyaga County, Baragwi

300 Liter Wasser verbraucht ein Amerikaner etwa täglich, in Ostafrika sind es oft nicht mal zehn Liter pro Person. Und die zehn Liter schleppen meistens Frauen kilometerweit vom nächsten Brunnen. Eine von diesen Frauen ist Purity Muthoni.

Wir treffen die Farmerfrau Anfang Oktober auf der staubigen Straße vor ihrem Haus. Die Luft flimmert, Puritys goldfarbenes Kostüm glitzert, ihr Haar hat sie geglättet und streng nach hinten gebunden. Auf ihrem Rücken: ein großer Plastik-Wasserkanister. Soweit das Auge reicht sieht man Frauen mit diesen Kanistern die Straße bevölkern. Auf dem Weg zum Wasser.

Die Wasserstelle ist nicht um die Ecke – sie liegt etwa 1,5 Kilometer entfernt. Macht 3 Kilometer pro Marsch. Das reicht aber nicht, da der Kanister „nur“ 20 Liter fasst. Purity braucht etwa 100 Liter am Tag. Zum Kochen, Waschen, Trinken, für ihre Kuh und die Bewässerung der Kaffeepflanzen. Das heißt: Sie muss fünf Mal täglich zur Wasserstelle. 5 Mal 3 Kilometer á 20 Liter.

Meine Kollegin Cornel Kuhrt, Managerin für Nachhaltigkeit bei Tchibo, und ich begleiten die Farmerfrauen zur „Quelle“: ein Rohr, aus dem Trinkwasser sprudelt, in einem kleinen Bach. Links und rechts des Weges stehen Hütten, hier spielen Kinder, Männer sitzen im Schatten, Kaffee- und Teepflanzen wechseln sich ab. Autos gibt es kaum, manchmal einen Ochsenkarren, selten einen Fahrradfahrer.

Wir denken in der Hitze sofort an eine Dusche – doch die ist für Purity völlig uninteressant. Die Familie wäscht sich im Wasserbottich, das war immer so, das kann auch so bleiben. Traditionell tragen die Frauen in Kenia ihre Haare meist kurzgeschoren. Auch Geschirr und Kleidung wird in dem Bottich gereinigt. Wofür wünscht sich Purity fließend Wasser? „Ich möchte Wasser für meine Kaffeepflanzen haben, mit dem Verkauf des Kaffees verdienen wir unser Geld. Das Geld brauche ich für die Schule meiner Kinder.“

Kraftakt: 20 Liter mal drei Kilometer – mal fünf!

An der Wasserquelle angelangt steigt Purity mit ihren roten Leinenschuhen auf die Steine vor dem Rohr. Etwa drei Minuten später hievt sie den vollen Kanister auf ihre Schulter. Haben Sie schon einmal versucht 20 Liter anzuheben? Wir versuchen es, bekommen kaum den Kanister hoch. Damit drei Kilometer laufen? Unmöglich. Doch die Frauen im Ort kennen es nicht anders. Das heißt aber nicht, dass sie sich damit abfinden wollen. Vor fünf Jahren gründete die resolute Purity deshalb gemeinsam mit rund 100 Frauen die Selbsthilfefrauengruppe Mugomi Water.

Pläne sind erstellt, die Frauen wissen auch wo das saubere Trinkwasser herkommen soll, doch die Kosten für Konstruktion und Bau konnten die Familien bislang nicht aufbringen. Wie auch, die Farmerfrauen haben kaum Zeit, sich um ihre Kaffee- und Teepflanzen und deren Ernteertrag zu kümmern, müssen sie doch ständig Wasser holen. Vor dem Morgengrauen, tagsüber, nach der Abenddämmerung.

Versammlung auf der Dorfwiese. Purity und ihre Freundinnen geben sich kämpferisch und selbstbewusst. Zeit für den Wassertanz. Die Frauen singen und tanzen, es blitzt in ihren stolzen Augen. Später sitzen sie im Gras unter Bananenpalmen, friedlich kauen die Kühe hinter ihnen. Der Ort scheint paradiesisch im ursprünglichen Sinn des Wortes. Doch die harte Arbeit ist den Frauen ins Gesicht geschrieben. Den Männern nicht. Manche von ihnen liegen im Gras, sie lassen sich von den Frauen mit Obst versorgen. Die täglichen Arbeiten sind in Kenia traditionell Frauensache – und was gehört nicht zu den täglichen Arbeiten?

Geld für Schulmaterialien und Bildung

Wie den meisten Frauen, die wir treffen, ist Purity eine gute Schulbildung für ihre Kinder sehr wichtig. Doch die Secondary School kostet Geld, auch Schuluniform und Unterrichtsmaterialien müssen bezahlt werden. Von ihrem Mann kann die Farmerfrau keine Hilfe erwarten, hat der doch längst eine Zweitfrau und neue Kinder.

Zeit für das Abendessen, die Kinder kommen aus der Schule. Ihr Weg ist weit. Auch sie müssen oft stundenlang zur Schule gehen. Purity hat zu Hause zuerst ihrer Kuh zu trinken gegeben. Mit einer Machete zerkleinert sie Bananenblätter, legt diese in den Futtertrog. Die Farmerin holt eine Schüssel aus ihrer Kochhütte, wäscht darin drei Teller ab. Pures Gold ergießt sich auf den Vorplatz der Hütte – das berühmte afrikanische Abendlicht. Purity putzt und zerkleinert Gemüse: Yamswurzeln, Bohnen. Das Feuer in der Kochhütte brennt schon.

Puritys Rücken schmerzt, an den nächsten Morgen denkt sie lieber noch nicht. Doch nun hat sie Hoffnung, dass bald Wasser ins Dorf kommt. Wasser für die Kaffeepflanzen, für sich, für ihr Einkommen. Damit sie und die Kinder bald ein leichteres Leben haben.


Privat Kaffee gewinnen und Farmerfamilien am Mount Kenya unterstützen

Senden Sie bis zum 05.12.2011 via Twitter folgenden Tweet:

Ich unterstütze mit dem #Tchibo Mount Kenya Project Farmerfamilien in Kenia. http://bit.ly/vYMV3e @Tchibo_presse #TMKP

Unter allen gesendeten Tweets verlosen wir jeweils eins von hundert Pfund Tchibo Privat Kaffee. Die ersten 50 Tweets gewinnen sofort.  Die weiteren 50 Gewinner werden per Losverfahren ermittelt. Die Gewinner werden per DM benachrichtigt. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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Aus Themen und Beiträge: Mount Kenya Project, Unternehmen, Verantwortung | Kommentare (4)

Kommentare zu diesem Artikel

  • Von Anja am 22.11.2011 um 13:11 Uhr | Melden

    Da könnte mit so wenig Geld wahrscheinlich so vielen geholfen werden. Eine Einfache Rohleitung die mal eben unterirdisch verlegt wird und das Projekt Wasserproblem wäre schon fast aus der Welt in dem Dorf. Das tschibo das ausschlachtet als wenn sie den Regenwald nbeu erfinden finde ich etwas anmassend.

  • Von Achim Lohrie am 22.11.2011 um 13:53 Uhr | Melden

    Vielen Dank für den Kommentar.
    Die Unterstützung beim Anschluss an die Wasserversorgung ist eines von insgesamt vier Teilprojekten, in denen wir den Frauen am Mount Kenya Hilfe zur Selbsthilfe geben.
    Die Wasserrechte hatten die Frauen bereits eigenständig beantragt und bewilligt bekommen, die Verlegung der Wasserleitung wäre ohne das Mount Kenya Projekt jedoch aufgrund logistischer, administrativer und finanzieller Gründe nicht möglich gewesen.
    Vergleichbares gilt für die Schaffung zusätzlicher Einnahmequellen der Frauen durch Unterstützung ihrer Viehwirtschaft und die Beschulung der Aidswaisen im Projektgebiet. Auch hier geht es insbesondere darum, die Eigeninitiative der Frauen am Mount Kenya zu würdigen und die Umsetzung der Initiativen zu ermöglichen.
    Ich hoffe, dass dies zum Verständnis des Projekts beiträgt.
    Achim Lohrie, Tchibo

  • Von Nicole am 24.11.2011 um 10:12 Uhr | Melden

    Schließe mich Anja komplett an. Besser hätte man es nicht ausdrücken können.

  • Von Sammy am 28.11.2011 um 11:21 Uhr | Melden

    Ich finde es anmaßend von den beiden weiblichen Kommentatoren, sich als Gutmenschen auf zu spielen. Es ist gut, dass überhaupt ein Unternehmen sich der Sache annimmt.

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