Mut für Menschenrechte: 10 Jahre Dialogprogramm WE bei Tchibo

Diskriminierung, Gewerkschaftsverbote, unbezahlte Überstunden: Verstöße gegen Sozialstandards und Menschenrechte sind ein systemisches und systematisches Problem in der Produktion von Konsumgütern in Entwicklungs- und Schwellenländern. Vor zehn Jahren haben wir deshalb ein Trainingsprogramm in unseren Fabriken gestartet, in dem es um Dialog zwischen Management und Beschäftigten sowie Tchibo geht. Ein wesentlicher Eckpfeiler: Herausforderungen und Missstände in den Fabriken transparent auf den Tisch zu bringen.

10 Jahre WE

 

Der Name WE steht für Worldwide Enhancement of Social Quality. Unser Ansatz: Trainer gehen über einen längeren Zeitraum in die Firmen und befähigen Manager, Angestellte und Besitzer mit Hilfe kreativer Methoden und Konfliktmoderationsprozesse, offen miteinander zu sprechen. Lange Zeit wagten Fabrik-Beschäftigte nicht, mit ihren Vorgesetzten über Missstände in ihrem Arbeitsalltag zu sprechen.

Heute, zehn Jahre nach Einführung des Trainingsprogramms WE, hat sich viel verbessert. Das WE Programm wird mittlerweile in 363 Fabriken in elf Ländern umgesetzt: China, Indien, Türkei, Bangladesch, Kambodscha, Vietnam, Pakistan, Myanmar, Laos, Thailand und Äthiopien. 27 Trainer reisen für Tchibo von Fabrik zu Fabrik und führen im Schnitt alle drei Monate Trainings durch. Das Ergebnis in Zahlen: 360.000 Beschäftigte haben in den vergangenen Jahren vom Dialogprogramm profitiert. 75 Prozent unserer Non Food Produkte stammen aus diesen Fabriken.

Wir genießen das Privileg, zehn Jahre intensive Erfahrungen in der Durchsetzung von Menschenrechten in Fabriken gewonnen zu haben. Wir suchen nun nach Mitstreitern, die bereit sind, sich ebenso intensiv auf einen solchen tiefen Prozess auf Fabrikebene einzulassen. Es ist kein einfacher Weg, denn er zielt auf ehrliche Transparenz über die Herausforderungen ab und er lehrt uns auch, dass wir niemals „fertig“ sein werden. Aber wer sich darauf einlässt, wird viele bereichernde Momente miterleben, in denen Menschen – Beschäftigte und das Management – wachsen, ihre Stimme finden, ihre Stärke erkennen und auf dieser Basis, gemeinsam und nachhaltig Schritte in Richtung fairer und gerechter Arbeitsbedingungen gehen und systemische Veränderungen in ihren Fabriken erreichen.

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