Fokus Baumwolle: Initiativen und Nachhaltigkeit

Baumwolle sieht nicht nur an der Pflanze flauschig aus, sondern verspricht auch hohen Tragekomfort und gute Hautverträglichkeit. Damit ist sie nicht nur für Mode-Basics unverzichtbar: von T-Shirts bis zur Unterwäsche! Baumwolle macht ca. 50% des weltweiten Gesamtfaserverbrauchs aus. Vor allem in Indien, China, den USA und Pakistan ist die Baumwollproduktion wichtiger Bestandteil der Wirtschaft. Da Baumwolle für die Produktion von Textilien ein existentieller Rohstoff ist, sind in den letzten Jahren Initiativen entstanden, die sich für die Verbesserung von Anbaustandards und die Ausbildung der (meist) Kleinfarmer in den Anbauländern einsetzen. Auch wir bei Tchibo sind Mitglied folgender Baumwollinitiativen, Textile Exchange, Cotton Made in Africa und der Better Cotton Initiative. Was hat es mit diesen Initiativen auf sich? Und was bedeutet Nachhaltigkeit beim Baumwollanbau? Wer könnte das besser wissen als meine Kollegin Susanne Bösing, Managerin im Bereich Unternehmensverantwortung.

Susanne Bösing, CSR Manager Tchibo

Verbraucher möchten Baumwolle aus nachhaltigem Anbau kaufen. Sind weltweit überhaupt ausreichend Bestände vorhanden, um alle Textilien daraus herstellen zu können?

Susanne Bösing: Nein, leider nicht. Die Baumwolle aus nachhaltigem Anbau macht zurzeit noch immer einen sehr geringen Anteil der weltweiten Baumwollproduktion aus. Mit 1,5% könnte man nachhaltig angebaute Baumwolle somit immer noch als Nischenprodukt bezeichnen. Dementsprechend steht nicht immer genug Baumwolle aus nachhaltigem Anbau zur Verfügung, um die Textilien allein daraus herzustellen.

Wie setzt sich der Baumwollanteil dann zusammen? Wie viel Prozent macht nachhaltig angebaute Baumwolle letztlich im Endprodukt aus?

Susanne Bösing: Das ist unterschiedlich. Wir bieten Produkte mit 100% Biobaumwolle an, lassen aber auch Mischungen zu. Das heißt, ein Anteil der Baumwolle im Produkt ist Biobaumwolle; in der Regel 50%, der andere Teil ist aus konventionell hergestellter Baumwolle. Produkte, die Anteile an Biobaumwolle enthalten, sind deutlich gekennzeichnet. Unser Ziel ist es, den Anteil nachhaltig angebauter Baumwolle in unseren Textilien nach und nach auszubauen. Um dieses Ziel erreichen zu können, sind wir seit Anfang des Jahres – neben unserer Beteiligung an der Initiative „Cotton made in Africa“ und unserer Mitgliedschaft bei „Textile Exchange“  – auch bei der „Better Cotton Initiative“ dabei.

Baumwollfeld Benin/Afrika

Was verbirgt sich hinter der “Better Cotton Initiative”?

Susanne Bösing: Alle Initiativen haben ein gemeinsames Ziel: Den Anbau von Baumwolle umweltschonender zu gestalten und die Lebensbedingungen der Anbauer zu verbessern. Die Better Cotton Initiative verfolgt ganz gezielt einen Massenmarktansatz und möchte weltweit den Einsatz von Pestiziden und künstlichen Düngemitteln senken, sowie die Arbeitsbedingungen der Menschen verbessern. Ein weiteres wichtiges Ziel ist eine bessere Ausbildung für die Farmer, die sie dazu befähigt, umweltschonenderen Anbau zu betreiben, was sich im Endeffekt positiv auf die Sicherheits- und Gesundheitsstandards bei der Arbeit auswirkt. Bei diesem Projekt sind beispielsweise auch Adidas, H&M oder IKEA Mitglied.

Wie sieht es denn auf der Seite der Verbraucher aus?

Susanne Bösing: Bei den Verbrauchern ist immer mehr Bewusstsein für nachhaltige Produkte vorhanden. Sie erwarten von Tchibo, unsere Produkte mit gutem Gewissen kaufen zu können. Diesen Anspruch nehmen wir sehr ernst und arbeiten kontinuierlich daran, unsere Sortimente entsprechend zu entwickeln. Durch den Kauf dieser Produkte unterstützen die Kunden unser Engagement und können so dazu beitragen, dass die Nachfrage für nachhaltig angebaute Baumwolle steigt und die Baumwollfarmer weiterhin motiviert werden.

Baumwollpflanze

Was bedeutet nachhaltiger Anbau denn genau? Was ist der Unterschied zu konventionellem Anbau?

Susanne Bösing: Nachhaltiger Anbau bedeutet für Tchibo, dass die Baumwolle umweltschonender und sozial verantwortlicher als konventionelle Baumwolle produziert wird. Sozial verantwortlich heißt auch, dass sich die wirtschaftliche Situation der Baumwollfarmer verbessert. Das wird durch Schulungen in Anbaumethoden und der Förderung von Bildungsprojekten unterstützt. Neben dem kontrolliert biologischem Anbau ist das „Integrated Pest Management“ (IPM) eine wichtige Basis. Der Einsatz von Pestiziden wird reduziert, das Wasser- und Düngemittelmanagement optimiert.

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3 Kommentare zu „Fokus Baumwolle: Initiativen und Nachhaltigkeit

  1. Ostermann

    In Ihren wöchenttlich herausgegebeneen Textilangeboten finde ich ganz selten die
    Teile in den Tchibo-Läden. Wo kann eine Bestellung aufgegeben werden??

  2. Coy, Sandra
    Sandra Coy

    Hallo Herr Ostermann,
    Sie können direkt in den Filialen nachfragen oder Sie bestellen im Webshop: http://www.tchibo.de, dort sind in der aktuellen Wochenwelt auch die Shirts ausgewiesen. Viele Grüße

  3. Aurita

    Ein guter Tipp. Ich habe damit auch wieder so meine Schwierigkeiten etwas in den Läden zu finden. Werde mich dort einmal umschauen.

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