Gastbeitrag "Travel on Toast" Anja

Tausche Bürojob gegen Palmenstrand

Hallo ich bin Anja und habe den absoluten Traumjob: Ich reise rund ein Drittel des Jahres um die Welt. Über meine Reisen in die Karibik, nach Singapur oder Portugal berichte ich auf meinem Blog Travel on Toast und über Social Media Kanäle wie Facebook. Das Tchibo Team bat mich in einem Gastbeitrag darüber zu berichten, das mache ich doch gerne.

Anja von travel on toast

 

“Blogger”, das ist in Deutschland ein noch relativ neuer Beruf. Wie kam ich dazu, ein eigenes Online-Magazin mit inzwischen neun Autoren zu führen? Meine unbändige Reiselust und mein Appetit auf Abenteuer brachten mich auf diesen Weg… Als Kind wollte ich Journalistin werden: spannende Geschichte entdecken und den Lesern davon erzählen. Also studierte ich Germanistik, Politik und Kunstgeschichte und arbeitete währenddessen als freie Journalistin für Tageszeitungen und Radiosender.

 

Doch nach dem Studium entschloss ich mich, lieber in die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu gehen. Also zog ich von meinem Studienort Köln nach Hamburg, machte dort in einer PR-Agentur ein Volontariat. Mein Freund Carsten blieb im Rheinland. Wir führten eine Fernbeziehung, auch als ich später in Bremen Pressesprecherin eines Nahrungsmittelunternehmens wurde. Als Genießerin hat es mich schon immer dorthin gelockt, wo es leckeres Essen gab.

Nach einigen Jahren begann dann langsam der Ausstieg aus dem Bürojob: Ich entschloss mich, ein Jahr Pause einzulegen und auf Weltreise zu gehen. Denn das Reisen liegt mir im Blut, ich stamme aus einer Familie von Wandervögeln. Allerdings sind wir früher vor allem mit dem Wohnwagen nach Frankreich gefahren. Inzwischen mag ich besonders gerne Fernreisen, Weltstädte und die Sonnenländer Europas.

 

Was geblieben ist: Die Lust am Reisen und die Vorliebe für Strände, Wassersport, Yoga, Roadtrips und leckeres Essen. Dabei erlebe ich viele Abenteuer – gehe mit Schildkröten in Mexiko schnorcheln, fliege im Helikopter über Kapstadt oder esse Schlange in Kambodscha. Ein Jahr lang reiste ich weitgehend allein um die Welt, das Ersparte machte es möglich. Ich erkundete 15 Länder, neben Australien und Neuseeland auch in Asien und Lateinamerika.

Von einer Kaffeeplantage in Costa Rica aus bewarb ich mich um die Stelle als Pressesprecherin eines Kaffeeherstellers – und bekam sie. Doch beim Bürojob fehlte mir die Zeit zum Reisen und das tägliche Pendeln von Köln nach Essen war anstrengend. Also machte ich mich vor 5 Jahren selbstständig. Als Beraterin für Social Media, Blogs und Blogger Relations unterstütze ich Unternehmen und gebe viele Seminare.

2012 kam als weitere Verdienstquelle mein Reiseblog hinzu. Ich nannte ihn Travel on Toast – der Name weist auf die Verbindung von Reisen und gutem Essen hin. Inzwischen hat mein Blog rund 20.000 Leser pro Monat und erreicht über Social Media mehr als 30.000 Menschen. So weit zu kommen, dafür habe ich viel Zeit und Ideen investiert. Wegen der großen Reichweite gibt es nun viele Unternehmen, die bei mir Werbung schalten möchten.

Rund vier Monate im Jahr ziehe ich jetzt durch die Welt, diesen Text schreibe ich auf dem Rückflug von Singapur. Die ganze Zeit dort faul im höchsten (auf rund 200 Metern) und längsten (rund 150 Meter) Infinity Pool der Welt zu dümpeln, das ging jedoch leider nicht. Viele wünschen mir immer noch einen schönen Urlaub, wenn ich auf Reisen gehe. Dabei ist es Arbeit – nur an einigen der schönsten Flecken der Welt.

Ich habe während einer Woche auf Bali und einer Woche in Singapur unzählige Fotos gemacht und kurze Filme gedreht. Einiges habe ich direkt auf meine Social Media Kanäle gepostet. Den Rest verarbeite ich mit den Notizen zu Beiträgen für mein Blog. Die Arbeit geht also im Homeoffice in Köln weiter, ich habe in meiner Wohnung eine Büroecke eingerichtet. Da verbringe ich einen Teil meiner Zeit, aber auch deutschlandweit auf Seminaren. Für mich ist das genau die richtige Lösung: Ich habe eine Heimatbasis mit Freund, Familie und Freunden. Von dort aus starte ich meine Entdeckungsreisen in die weite Welt…

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6 Kommentare zu „Tausche Bürojob gegen Palmenstrand

  1. Reiseblog

    Ein sehr schöner Artikel, liebe Anja! :-)
    Einerseits beneidenswert, anderseits weiß ich aus Erfahrung, dass es ganz schön anstrengend sein kann…

  2. Tanja

    Liebe Anja, ganz so viel wie du bin ich noch nicht unterwegs… ;-) Und trotzdem kann es oft schon sehr anstrengend werden. Trotzdem ist so ein reisender Job natürlich – jedenfalls auch für mich – viel, viel besser als nur am Schreibtisch zu sitzen. Toi Toi Toi auf alle Fälle weiterhin für dich und deinen spannenden Blog. :-)

  3. Maverick

    Früher fand ich das Lesen von Reiseblogs spannend. Heute sind jedoch die meisten Reiseblogger, so wie Anja, Geld-fixiert, soll heißen: Sie wollen mit ihrem Bloggerdasein bzw. ihren Blogs Geld verdienen. Das ist per se nichts Verwerfliches. Aber leider bleibt beim Geld verdienen die Qualität auf der Strecke! Das merkt man mittlerweile fast allen (!) Reiseblogs an, die monetarisiert werden / wurden. Entweder ist der Inhalt der Blogposts belanglos bis banal – der Schreibstil mitunter fast infantil – oder gespickt mit Affiliate-Links zu Kreditkartenanbietern oder Versandhändlern. Nicht zu vergessen: Packlisten und die Listen mit den 5 Dingen, die man unbedingt gesehen haben muss in XXX. (Was passiert eigentlich, wenn ich diese Listen nicht befolge? Falle ich dann tot um? ;-) )
    Eine Frage an Anja hätte ich aber: Was an ihrem Blog ist eigentlich noch Blog? Ich sehe ein ganzes Team von Menschen, die für Travel on Toast durch die Weltgeschichte tingeln. Eigentlich zeichneten sich Blogs früher durch eine (umgekehrt) chronologische Aufreihung von Artikeln aus, die i.d.R. nur von einer Person geschrieben wurden…

  4. Anja Beckmann

    @Reiseblog Vielen Dank für dein Kompliment! Ja, Reisen kann manchmal ganz schön anstrengend sein – mit langen Flügen, Jetlag und Temperaturumstellungen. Dafür werde ich mit unvergesslichen Erlebnissen belohnt.

    @Tanja Das stimmt, ich trauere meinem Schreibtisch auch nicht hinterher! :)

    @Maverick Ich habe das große Glück, mit meiner Leidenschaft Geld verdienen können. Das klappt jedoch nur mit der passenden Reichweite. Im Juli 2015 hatte Travel on Toast rund 25.000 Leser – ein sicheres Anzeichen dafür, dass die Inhalte ihnen einen Mehrwert bringen. Schau dir dazu auch gerne die vielen positiven Kommentare unter den Artikel an. Die Leser mögen, dass wir unsere persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse teilen – das ist es, was für mich ein Blog ausmacht.

  5. Sanny

    Also deine Arbeit hätte ich echt gerne, wenn ich so viel Reisen könnte :) Klar hat es so seine Vor- und Nachteile, aber im endeffekt siehst du echt viel von der Welt und das kann nicht jeder von sich behaupten

  6. Plastikfrei reisen

    Wenn das regelmäßige Reisen dein Traum ist, dann ist das Travel-Bloggen die perfekte Chance, ihn zu verwirklichen. Die Arbeit ist das, was du am liebsten machst und du teilst Dinge, die du sowieso jeden Tag machst.

    Viele Grüße
    Christoph

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