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Ausbildung Lagerlogistik: Wir sind ausgezeichnet!

Knapp über 60 km sind es von der Tchibo Zentrale in Hamburg bis zu unserem Logistikzentrum in Gallin immer der A24 folgen in Richtung Berlin. Ein Besuch in der Hauptstadt muss warten, denn heute zeichnet die Bundesagentur für Arbeit unseren Logistikstandort Gallin, Mecklenburg Vorpommern, mit dem „Zertifikat für hervorragende Nachwuchsarbeit aus“. Was zunächst als eine acht- und ehrbare Auszeichnung schien, entpuppte sich für mich als eine absolut zukunftsweisende Angelegenheit, die mehr als strukturiertes Herangehen braucht. Nur die Extra-Portion Herzensblut, Leidenschaft und Einfühlungsvermögen haben das ermöglicht, was Tchibo Gallin heute in Sachen Ausbildung so stark macht.

Tchibo schafft berufliche Perspektiven

Die Agentur für Arbeit würdigt vor allem das „konstante Engagement über 15 Jahre auf hohem Niveau“, so Agenturchef Dirk Heyden. Tchibo hat seit 1996 über 200 junge Menschen vor allem zu Fachlageristen und Fachkräften für Lagerlogistik ausgebildet und einen Großteil von ihnen übernommen. Das hört sich alles gut an. Aber mehr als die Zahlen beeindrucken mich die Menschen. Dimitrij Schubin, Nico Dimke und Matthias Lüth sind stellvertretend für Ihre Azubi-Kollegen bei der Preisverleihung und erzählen von ihren Werdegängen, von ihren Schwierigkeiten und von der Unterstützung, die sie aus der Personalabteilung bekamen. „Häufig handelt es sich um Jugendliche aus der Region, die nach einer schwierigen Schullaufbahn Probleme haben, in das Berufsleben einzutreten“, so Heike Ernst. Das kann man sich bei den drei gestandenen Männern nicht mehr vorstellen. Der schulische Frust scheint abgehakt und die Motivation groß. „Bei Fragen und Sorgen war immer jemand ansprechbar“, sagt Matthias Lüth „und wenn es tatsächlich mal Probleme gab, dann wurden Lösungswege entwickelt.“ Zum Beispiel gibt es in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit ein zusätzliches Nachhilfeprogramm, das die Lehrlinge immer häufiger nutzen. Angehende Fachlageristen sind übrigens im klassischen Fall Hauptschüler. Sie durchlaufen einen zweijährigen Ausbildungsweg, um dann im gewerblichen Bereich zu arbeiten. Die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik dauert drei Jahre, beinhaltet zusätzlich einen kaufmännischen Schwerpunkt.

Individuelle Förderung zahlt sich aus

Nach dem Motto „Stärken erkennen und fördern“ hat Heike Ernst schon so manchen unsicheren jungen Menschen aus der Reserve gelockt. „Das, was bei diesen Menschen in der Theorie nicht gut funktioniert, sieht in der Praxis häufig ganz anders aus“, erklärt sie. „Die richtige Mischung aus Verantwortungsübertragung, Wertschätzung und individueller Förderung motiviert und macht sie zu wertvollen Mitarbeitern.“ Dimitrij Schubin aus Boizenburg hätte vor zwei Jahren nicht gedacht, dass er heute angehende Fachkraft für Lagerlogistik ist. Eigentlich wollte er eine Ausbildung als Fachlagerist beginnen. Dann kam Heike Ernst ins Spiel, die erkannte, dass der 19-Jährige mehr kann. Sie motivierte ihn zur dreijährigen Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik. Seine Leistung war sehr gut und eine passende Stelle zu einem frühen Zeitpunkt vakant. Heike Ernst setzte sich für eine Verkürzung der Ausbildungszeit ein. Im Dezember absolviert Dimitrij Schubin vorzeitig seine Abschlussprüfung und freut sich nun auf den Job als Sachbearbeiter im Bereich Transportmanagement. „Wir bemühen uns immer, alles aus unseren Azubis rauszuholen“, erklärt Heike Ernst. Häufig muss sie individuelle Motivationsarbeit leisten, wenn sich Auszubildende Aufgaben nicht zutrauen. Das braucht Geduld und viel Einfühlungsvermögen.

Gute Ausbildungsarbeit fängt schon in den Schulen an

Matthias Lüth lernte Heike Ernst bereits in der Schule im Rahmen einer Berufsfindungsmesse kennen. Sie stellte damals die unterschiedlichen Berufe vor und weckte sein Interesse. Eigentlich wollte er Fachlagerist werden. Heike Ernst erkannte Potenziale und ermutigte auch ihn, das dritte Jahr noch anzuhängen, um den Abschluss Fachkraft für Lagerlogistik zu machen. Mit Erfolg – heute ist Matthias Lüth steuernd im Leitstand tätig. Verantwortung motiviert die Jugendlichen. Nach den erfolglosen Schuljahren wird ihnen plötzlich etwas zugetraut. Früh Verantwortung übernehmen ist für Heike Ernst ein wichtiger Schlüssel für den Erfolg des einzelnen. Wenn man Heike Ernst über ihre Zöglinge sprechen hört, spürt man Leidenschaft und eine ganz besondere Kombination aus Professionalität und persönlicher Nähe zu den angehenden Mitarbeitern. Die Mischung scheint goldrichtig zu sein. Der Nachwuchs ist motiviert, die Fluktuation gering und die Agentur für Arbeit offensichtlich auch beeindruckt. Dirk Heyden von der Agentur für Arbeit setzt noch einen drauf und bezeichnet die Ausbildungsarbeit als „Investition in die Menschheit“.

  • Hilfreiche Tipps rund um die Themen Jobsuche und Bewerbung finden sie auch auf Absolventa, dem Portal für Studenten, Absolventen und Young Professionals, sowie im Bewerberblog

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