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Miniserie Kind und Job: working mom in der Türkei

Job und Kind – wie regeln das Mütter in andern Ländern? Zum Beispiel in unseren Tchibo Ländern? Arbeiten die Frauen dort eher Voll- oder Teilzeit? Wann starten sie nach der Babypause wieder durch? Wer betreut eigentlich die Kleinen, wenn Mama im Meeting sitzt? Und wie verstehen Männer ihre Vaterpflichten? Vergangene Woche stellte ich meine ungarische Kollegin Mónika Gruber-Mikula vor, heute geht es nach Istanbul. Ceyda Özeker arbeitet dort in der Tchibo Kundenbetreuung und erzählte mir von bezahltem Mutterschutz, unbezahlter Mutterzeit und ihren gemischten Gefühlen beim Spagat zwischen Kinderkrippe und Konferenz.

Hallo, mein Name ist Ceyda, ich bin 28 Jahre alt und arbeite seit 2009 bei Tchibo in der Türkei. Meine Tochter Cemre wurde vor 2 Jahren geboren. In der Türkei haben wir zwei Monate vor der Geburt und zwei Monate danach bezahlten Mutterschutz. Frauen können aber auch entscheiden, den Monat vor der Geburt zu arbeiten, den gesparten Monat können sie dann nach der Geburt dranhängen. Frauen, die stillen, haben die Möglichkeit entweder einen Tag in der Woche frei zu nehmen oder täglich 1,5 Stunden weniger zu arbeiten. Wer möchte, kann darüber hinaus auch sechs Monate unbezahlte Mutterzeit nehmen. Es ist sehr unterschiedlich, wie Frauen das handhaben. Viele bleiben zuhause, bis ihre Kinder alt genug für den Kindergarten sind.

Generell wächst in der Türkei aber die Zahl der Mütter, die wieder arbeiten gehen. Entsprechend nimmt auch die Zahl der Kinderbetreuungsmöglichkeiten zu. Es gibt Kindergärten und Tagesmütter, oft wird die Betreuung auch privat organisiert. Ich hatte Glück und bin sehr dankbar, dass meine Mutter mich unterstützt und mein Kind großzieht! Ich arbeite Vollzeit, Montag bis Freitag, von 9.30 bis 18.30 Uhr in der Kundenbetreuung. Meine Tage vergehen wie im Flug: morgens werde ich von einer zärtlichen Umarmung meiner Tochter geweckt, das gibt mir Energie für den ganzen langen Tag. Abends, wenn sie mich anlächelt, fällt die ganze Erschöpfung des Tages von mir ab. Wir spielen und essen dann gemeinsam, erzählen uns unsere Tageserlebnisse. Sie geht auch nicht gerne früh ins Bett, ich denke, sie möchte so viel Zeit mit ihren Eltern verbringen wie möglich. Mein Mann war von Anfang an ein engagierter Vater, mittlerweile ist er auch der beste Freund unserer Tochter.

Mein Fazit: Nur Mütter können nachvollziehen, wie man sich als arbeitende Mutter oft zwischen allen Stühlen fühlt. Auch wenn ich die Kinderbetreuung dank meiner Mutter optimal gelöst habe, ich hatte schon ein komisches Gefühl, mein Baby zuhause zu lassen (vor allem direkt nach der Mutterzeit). Auf der anderen Seite fand ich es als Nur-Mutter auch etwas langweilig, ich war ja ein intensives Arbeitsleben gewöhnt. Insofern: Alles ist gut wie es ist.

 

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