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Artdirektorin und Yogalehrerin

Zwischen Pixeln, Yogamatten und Flüchtlingshilfe

Als freie Artdirektorin arbeite ich, Bente Singelmann, in unterschiedlichen Agenturen und Firmen und habe auch zu Tchibo gefunden. Hier sitze ich ab und an in der Grafikabteilung in der Hamburger City Nord und helfe, wo ich kann und gebraucht werde. Zwischen Pixeln und Wireframes braucht man manchmal einen Ausgleich zur Arbeit am Computer. Daher bin ich vergangenes Jahr im November für einen Monat nach Sri Lanka geflogen und habe eine Ausbildung zur Yogalehrerin gemacht. So gegensätzlich beide Berufe sind, so gut ergänzen diese sich auch. Ich pendle zwischen Werbung und Wohlbefinden  – auf dem Weg zu guten Verkaufszahlen und noch besserem Karma.

Natürlich war ich sofort Feuer und Flamme, als ich bei Facebook einen Post der freien evangelischen Gemeinde sah, in dem ehrenamtliche Helferinnen gesucht wurden, um Yoga für geflüchtete syrische Frauen und Freundinnen zu unterrichten. Schnell waren einige Lehrerinnen zusammen und so wird nun jeden dritten Sonntag im Monat das Projekt „Lokstedt in Motion“ unterstützt und Yoga geübt.

Vollbepackt mit Vorfreude und 10 Yogamatten aus dem Lager habe ich mich nach Lokstedt aufgemacht. Dort warteten bereits Sunita Ehlers (yogareich.de) und Ulrike Leinburg (yoga-mit-uli.de) in der Turnhalle der Schule Döhrnstraße. Susanne Kostorz organisierte, managte und traf mit vielen Frauen im Schlepptau in unserem besonderen Yogastudio ein. So bunt wie Tchibo wurde auch die Yogastunde: Groß und Klein, Geflüchtete und Freunde, Yoga-Newbies und alte Hasen, Kinder und erwachsene Frauen. Die Stimmung war von Anfang an freudig, auch wenn der herabschauende Hund und Co. für viele neu war. Mit Händen und Füßen und ganz viel Menschlichkeit gibt es keine Grenzen. Die Mädchen machten fleißig mit bis es draußen wirklich wichtigere Spielgelgenheiten gab. So liefen viele kleine Füße und ließen ihrer Fantasie freien Lauf, spielten zwischen Cobra und Krieger und ließen sich nicht weiter von den Erwachsenen und ihrem Yoga stören. 90 Minuten wurde gemeinsam geyogt. Am Ende wurden wir wieder eine große Gruppe aus Jung und Alt und übten noch ein paar letzte Asanas.

Für mich war es ein ganz besonderer Augenblick die unglaubliche Dankbarkeit zu spüren. Die Reaktionen hätten vielfältiger nicht sein können. Zwischen schüchtern und temperamentvoll waren doch vor allem alle eines: glücklich. Ganz vorn dabei war ich.

 

Bente Singelmann (Popupyoga.de)

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2 Kommentare zu „Zwischen Pixeln, Yogamatten und Flüchtlingshilfe

  1. Dieter

    Hallo,

    es ist schön zu sehen, dass hier ein Ausgleich zwischen Arbeit und Erholung gefunden wird. Immer mehr Arbeitnehmer erkennen dies nicht und wundern sich, wie schnell sie wieder ausgebrannt sind. Auch der seelische Verschleiß durch Depression und Burn out nimmt in den letzten Jahren zu….daher auch die Mitarbeiter zu ermutigen. Das erhält die Arbeitskraft.

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