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Nachhaltig Schenken

Auf einen Kaffee mit: Geschenke-Expertin Sara Morvay

Haben Sie schon alle Geschenke beisammen? Gerne möchte man seine Lieben ja so beschenken, dass sie lange etwas davon haben. Optimalerweise kommen auch Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit bei der Herstellung des Präsents nicht zu kurz. Eine Menge Anforderungen auf einmal? Nicht unbedingt. Sara Morvay hat mit ihren Kollegen der BoostInternet-Agentur einen Ratgeber zum Thema „nachhaltig schenken“ zusammengestellt. Zeit für eine Tasse (nachhaltig produzierten) „African Blue“ Privat Kaffee.

Sara, Schenken und Nachhaltigkeit, passen die beiden Begriffe denn zusammen?

Auf jeden Fall! Die Begriffe sind schon von Haus aus eng miteinander verbunden: Beim Schenken sollen natürlich nach wie vor der Beschenkte und seine Wünsche im Vordergrund stehen, und nichts ist weniger nachhaltig als ein Geschenk, das in der Ecke liegt oder sogar nach kurzer Zeit weggeworfen wird. Aber darüber hinaus kann beinahe jedes Geschenk ganz einfach nachhaltig sein, wenn beim Kauf und beim Verpacken auf Faktoren wie Material und Herstellung geachtet wird.

Worin unterscheiden sich nachhaltige Geschenke von gewöhnlichen Geschenken?

Nachhaltige Geschenke verbinden die Wünsche des Beschenkten mit den Aspekten Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit: Indem man bei der Kaufentscheidung auch auf das Material und die Umstände der Herstellung achtet, kann man zu einer zukunftsfähigen Entwicklung beitragen. Produkte, die während der Herstellung durch Kinderhände gingen oder die aus Holz hergestellt wurden, das aus Raubbau stammt, sollten unbedingt gemieden werden. Auf diese Weise bereitet das Geschenk nicht nur dem Beschenkten eine Freude, es leistet auch einen positiven Beitrag zum Erhalt der Umwelt und dem Wohlergehen anderer Menschen.

Was für praktische, nachhaltige Geschenke gibt es überhaupt?

Inzwischen existieren zu fast allen „regulären“ Präsenten nachhaltige Alternativen, sodass dem nachhaltigen Schenken keine Grenzen gesetzt sind. Ein Beispiel sind solarbetriebene Aufladestationen für Mobiltelefone oder biologisch abbaubares Geschirr aus Mais und Bambusfasern, das es optisch mit jedem Designergeschirr aufnehmen kann. Für Kinder gibt es Holzspielsachen, fair produzierte Kleidung oder einen Baumsparvertrag statt eines herkömmlichen Sparbuchs, bei dem man in ökologische Nutzholzaufforstung investiert.

Wie kann man Menschen für nachhaltiges Schenken begeistern?

Der einfachste Weg ist wohl, ihnen zu zeigen, wie einfach und kreativ nachhaltiges Schenken sein kann. Denn zwar ist jedem bewusst, dass es besser wäre, mehr auf die Umwelt und seine Mitmenschen zu achten, aber meist gewinnt die Bequemlichkeit. Außerdem herrscht leider immer noch das Vorurteil, dass nachhaltig gleichbedeutend mit langweilig ist. Das ist aber schon lange nicht mehr der Fall und Abwechslung und Kreativität kommen in grünen Läden und Online-Shops keineswegs zu kurz. Natürlich kann man auch selbst kreativ werden: Gebastelte Dekoration für die Wohnung, eine selbstgestrickte Mütze oder selbstgekochte Marmelade zum Beispiel sind ebenso nachhaltig wie einzigartig und können außerdem eine preiswerte Alternative zu gekauften Geschenken sein.

Und wie kann man Kinder nachhaltig beschenken?

Einerseits kann man natürlich die Materialien und Herkunft der Spielsachen beachten, denn auch hier gibt es inzwischen einige Hersteller, die sich auf Nachhaltigkeit spezialisiert haben. Andererseits sind Spielwaren auch um einiges nachhaltiger, wenn man darauf achtet, dass sie möglichst lange verwendet werden. Das ist entweder abhängig von der Beschaffenheit der Spielwaren oder von den Interessen der Kinder; diese sollten daher unbedingt in die Kaufentscheidung mit eingehen, damit die Kleinen lange Freude an den Geschenken haben. Erweiterbares Spielzeug bleibt zudem länger spannend und kann ein Kind oft mehrere Jahre begleiten.

Darf man überhaupt etwas schenken, das sich jemand explizit wünscht, aber offenkundig nicht nachhaltig ist?

Bevor man etwas schenkt, das ganz offensichtlich nicht nachhaltig ist, kann man versuchen, eine gute nachhaltige Alternative zu finden. Damit das nachhaltige Geschenk aber nicht früher oder später ungenutzt in der Ecke landet, ist es wichtig, dass es der beschenkten Person trotzdem eine Freude bereitet. Im Zweifelsfall gibt es aber auch die Möglichkeit, Geld oder einen Gutschein zu schenken – auf diese Weise überlässt man dem Beschenkten die Entscheidung.

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2 Kommentare zu „Auf einen Kaffee mit: Geschenke-Expertin Sara Morvay

  1. Norbert Radszat

    Hurra ich habe mein Brillenetui der Filiale Berlin-Wlimersdorfer Straße vergessen und das erst ein paar 100 KM später bemerkt.Es gibt für mich nun keine Möglichkeit dort anzurufen und nachzufragen. Die Tchibo Zentale „hat keine Tel.Nr. dieser Filiale“ .Was sollich tun ,bei ansonsten guten Kundenservice(aber dies erinnert doch sehr an selige SCHLECKER Zeiten!
    Ein langjähriger Kunde

  2. Sandra Coy
    Coy, Sandra

    Hallo Norbert, der Kundenservice schickt üblicherweise ein Fax an die Filiale (da ja doch viel liegenbleibt), dann wird Ihnen das Etui geliefert. Viele Grüße

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