Alle Artikel

Auf einen Kaffee mit: Johnny Haeusler (Spreeblick) zum Thema Netzgemüse

Wie ziehen wir unsere Internet-Kinder in Zeiten von „always on“ groß? Ab wann brauchen die Kleinen das heiß begehrte Smartphone? Keine Frage, wir Eltern sind in Sachen Verhaltensregeln auf dem Spielplatz Internet oft überfordert. Glücklicherweise kennt unser heutiger Kaffee-Gast Johnny Haeusler, preisgekrönter Spreeblick-Blogger und zweifacher Vater, viele Antworten. Denn Tanja und Johnny Häuslers haben das wunderbare Buch „Netzgemüse“ geschrieben – zur Aufzucht und Pflege der Generation Internet. Für dieses Gespräch brauchten wir reichlich Kaffee!

Johnny, wir heutigen Eltern sind nicht auf dem „Spielplatz Internet“ aufgewachsen, unsere Kinder dagegen schon. Was tun?

Der wichtigste Rat dürfte lauten: Zeigt Interesse! Solange der digitale Spielplatz exklusiv den Kindern vorbehalten ist oder – noch schlimmer – von den Erwachsenen generell abgelehnt und verflucht wird, findet er nur noch außerhalb des Blickfelds der Eltern statt. Sowohl Gespräche über das Netz und seine Eigenarten als auch Warnungen vor möglichen Gefahren werden dann unmöglich.

Warum hilft Ablehnung oder ein Surf-Verbot wenig?

Zum einen ist das (durchaus auch spielerische) Erlernen des Umgangs mit dem Internet, mit digitalen Medien und Geräten wichtig für die Zukunft der jungen Generation, kein Berufszweig wird ohne diese Kommunikationstechniken auskommen. Stattdessen entstehen sogar Jahr für Jahr neue Berufe, die es ohne diese Medien nicht gegeben hätte, den Nachwuchs also gezielt vom Internet fern zu halten, schadet mindestens seinen beruflichen Chancen.

Auf der viel einfacheren Ebene müssen wir erkennen, dass das Internet nicht verschwinden wird, es ist schon längst Lebens- und Kulturraum. Durch Ablehnung oder Verbote machen wir diesen Raum zu etwas Mysteriösem und Verbotenem, über das man besser nicht mit seinen Eltern spricht.

Was können wir vom Netzgemüse lernen?

Es ist faszinierend zu beobachten, mit wie viel Neugier und Wissbegierde sich junge Menschen auf Digitales stürzen, während ihre Eltern oft voller Sorge sind, die selten durch eigene Erfahrung entstanden ist, sondern eher auf Medienberichten beruht. Nicht selten tun Jugendliche bei Fragen im Zusammenhang mit dem Netz intuitiv das Richtige: Sie fragen das Netz selbst und tippen ihre Frage einfach bei Google oder YouTube ein. Viele Erwachsene hingegen möchten lieber irgendwo anrufen, um sich die Sache von einem Experten erklären zu lassen. Junge Menschen lernen – auch durch die Freiheit, Fehler machen zu können, die Glaubwürdigkeit von Antworten im Netz anhand vieler Faktoren zu beurteilen und zu bewerten oder auch Werbung von Inhalt zu unterscheiden. Das funktioniert nur durch Ausprobieren, Beobachten, Lernen, Erfahrungen sammeln.

Ihr sagt, ein Kind im Netz helfe sich oft selbst, betreibe im Grunde Montessori Pädagogik da problemorientiert unterwegs. Ist das nicht zu euphorisch?

Wir halten die Euphorie für angebracht, gerade als Gegenpol zur verbreiteten Panikmache im Zusammenhang mit allem Digitalen. Denn wir erleben gerade, wie sich eine junge Generation – bewusst und unbewusst – in einer Technik selbst ausbildet, teilweise ohne jede Unterstützung und Anleitung durch Erwachsene und oftmals sogar gegen deren Widerstand. Das gilt auch und ganz besonders für Videogames. Der Satz „Das Spiel ist die höchste Form der Forschung“ stammt nicht von uns, sondern von Albert Einstein.

Ab wann darf ein Kind ein Smartphone besitzen?

Smartphones sind beeindruckende Alleskönner, gleichzeitig aber auch schwer zu bändigende Ablenkungsprofis und auch Datenspeicher, die selbst uns Erwachsene auf eine neue Art herausfordern. Die gesamte Gesellschaft lernt gerade, mit diesem jungen Werkzeugen umzugehen und handelt dabei auch Umgangsformen und Gepflogenheiten im Miteinander neu aus. Kinder jeden Alters können mit einem Smartphone überfordert sein, genauso beweisen aber auch schon manche Neunjährige, dass sie mit einem Smartphone verantwortungsvoll umgehen können, es ist wie immer auch eine Frage des jeweiligen Charakters. Letztendlich wissen speziell bei Kindern unter 12 Jahren die Eltern wohl am besten, was sie ihrem Kind zutrauen können und wollen, und dieses Urteil sollte auch mehr wiegen als das kindliche Argument „die anderen haben auch alle eins!“, das man durch Austausch mit den anderen Eltern ruhig auch mal überprüfen kann.

Wie an vielen anderen Stellen muss aber auch diese Entscheidung keine Entweder-Oder-Frage sein, auch der Besitz eines Smartphones kann schließlich von den Eltern begleitet werden. Möchte ein Kind das Gerät beispielsweise in erster Linie als Ersatz für ein Nintendo-Spielgerät, kann man die Funktionen und Spielzeiten zunächst beschränken, das Kind lernt somit den Umgang mit dem Smartphone Schritt für Schritt. Auch Regeln für die Nutzung können aufgestellt werden (z.B.: das Smartphone kommt nicht mit in die Schule/ ins Bett/ an den Esstisch etc.).

Spätestens aber, wenn aus Kindern Jugendliche werden und sich der Schulhof auf das Internet ausbreitet, kommt man an einem Smartphone vermutlich kaum vorbei. Damit geht – das muss Eltern klar sein – ein gewisser Kontrollverlust einher, denn ob ein Jugendlicher mit seinem Smartphone gerade für die Hausaufgaben recherchiert, mit den Freunden plaudert, ein Buch liest, einen Film schaut oder ein Puzzle löst, wissen wir nicht. Daher ist im Vorfeld aufgebautes Vertrauen genauso wichtig wie eine möglichst gute Kenntnis des Geräts und seiner Eigenschaften, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen nur dann erlangen können, wenn sie sich mit dem Thema beschäftigen. Auch hier führen Verbote und Ablehnung kaum weiter. Nur der offene Umgang mit Smartphones lässt eine möglichst entspannte Auseinandersetzung damit zu.

Wie gehe ich als Mutter/Vater mit dem Kontrollverlust um?

Wie immer: Mit Vertrauen und der schon aus Selbstschutz nötigen Gelassenheit, aber auch mit offenen und klaren Gesprächen. Ich weiß nicht, was mein Sohn wirklich tut, wenn er sich am Wochenende mit Freunden trifft, und ich kann noch so oft das Rauchen verbieten: Ob er es tut, kann ich vielleicht ein bisschen beeinflussen, am Ende aber nicht bestimmen. Kontrollverlust war schon immer Teil des Elterndaseins, ganz besonders, wenn wir über Teenager, also junge Erwachsene reden.

Es ist dennoch wichtig, dass Eltern ihre Sorgen, Wünsche und auch Anforderungen formulieren, denn noch immer leben Eltern ihren Kindern das Leben vor, und auch, wenn wir es bei Jugendlichen manchmal nicht für möglich halten, haben wir einen Einfluss auf unsere Kinder.

Jugendliche mit Smartphone sind „always on“. Für viele Eltern ist das schwer zu ertragen. Wie geht ihr damit um?

Bei uns gibt es ein paar klare Regeln, die wir vor den Kindern auch begründen. Die Smartphones gehen nicht mit ins Bett, denn die Chats laufen sonst bis spät in die Nacht und die Jungs sind am nächsten Tag übermüdet. Beim Essen haben (auch unsere) Smartphones nichts zu suchen. Und wenn wir uns miteinander unterhalten, dann wird nicht dauernd nebenbei aufs Handy geschaut.

Je älter und erfahrener die Kinder sind und je besser sich die Eltern selbst auskennen, desto leichter ist es aber, diese Regeln miteinander aufzustellen und ggf. auch immer mal wieder anzupassen. Dass dauernde Chat-Nachrichten nerven, dass man keine Hausaufgaben machen kann, während ein Video läuft und dass es unfreundlich ist, wenn man in einem Gespräch nebenbei auf dem Smartphone rumklickt, das bemerkt auch ein Zwölfjähriger. Und wenn nicht, dann kann ein Erwachsener darauf aufmerksam machen.

Viele Kids gucken lieber Videos auf Youtube, statt fernzusehen. Was sollten Eltern dabei beachten? Wie schütze ich Kinder vor ungewünschten Videos?

YouTube lässt sich mit ein paar Einstellungen relativ kindersicher machen (ganz unten auf „Richtlinien und Sicherheit“ klicken), doch das Internet besteht ja nicht nur aus YouTube und eine 100%ige Sicherheitsgarantie gibt es nicht. Genauso, wie wir unsere Kinder vor bösen Menschen im Alltag warnen, müssen wir also auch über Böses, Grausames oder Verstörendes im Netz mit ihnen sprechen, und zwar nicht erst, wenn sie zwölf Jahre alt sind.

Kindern klar zu machen, dass es Furchtbares gibt, dass sie weg klicken, aber gerade im Fall von YouTube auch melden können; ihnen zuzusichern, dass sie mit Problemen jederzeit zu uns kommen können; immer wieder mit ihnen zu sprechen über das, was sie sich ansehen (und es sich auch von ihnen zeigen zu lassen!) und ihnen ebenfalls sehr klar zu machen, dass ein gesundes Misstrauen im Netz gerade vor fremden Personen z.B. im Chat immer angebracht ist … das sind Grundaufgaben für die Eltern von digital Heranwachsenden. Sprechen Sie mit ihren Kindern mal über die Schattenseiten des Netzes, vielleicht kann es ihnen bereits mehr erzählen, als sie denken. Und mit Sicherheit wird es froh darüber sein, dass Sie Bescheid wissen und dem Kind keine Vorwürfe machen, sondern stattdessen Hilfe anbieten und Tipps geben.

Wir werden es z.B. nie völlig verhindern können, dass es in der digitalen genauso wie in der physischen Welt Erwachsene gibt, die sich auch im Netz an Kinder heranmachen. Wir können unsere Kinder aber so selbstsicher machen, dass sie nichts tun, was irgend jemand von ihnen verlangt, und wir können ihnen unseren Beistand versichern, wenn es einmal darum gehen sollte, ein Problem zu lösen. Zudem ist es wichtig, Kindern klar zu machen, dass auch im Netz Regeln und Gesetze gelten und dass man z.B. jemanden, der aufdringlich ist oder Kinder zu etwas verleiten will, auch anzeigen kann.

Recherchiert wird heute über Google und Wikipedia. Die Quellen sind dabei oft nicht verlässlich. Wie bringe ich Kindern eine etwas genauere Recherche bei?

Der Grundsatz hilft, nach mindestens zwei, besser drei unterschiedlichen Quellen für eine Information zu suchen, um ihren Wahrheitsgehalt besser beurteilen zu können. Als nächstes kann man sich bei einer gemeinsamen Recherche fragen, ob die Absender von bestimmten Informationen wirklich unabhängig erscheinen – Kritik an einem Unternehmen wird man bspw. eher selten auf der Website des Unternehmens finden. Und letztendlich hilft auch hier viel eigene Erfahrung, genauso wie im Umgang mit allen anderen Medien auch. Wenn eine bestimmte Quelle mir wiederholt falsche Informationen geliefert hat, misstraue ich ihr bei der nächsten Recherche.

Im Fall der  Wikipedia lohnt sich bei schwierigen Fragen auch immer wieder der Blick auf die Diskussionsseite eines Artikels (über dem Titel einer Seite auf „Diskussion“ klicken). Dort erkennt man schnell strittige Punkte, bei denen sich die Autoren uneinig sind und die man daher zumindest vorsichtig betrachten sollte.

Ab wann dürfen Kinder auf Facebook? Welche Einstellungen sollten gemeinsam besprochen werden, welche Posting-Tipps können Eltern ihren Kindern geben?

Offiziell dürfen Menschen ab 13 Jahren Facebook nutzen, die Einstellungen können sich Eltern gemeinsam mit ihren Kindern ansehen, verschiedene Einstellungen ausprobieren und testen. Viele Jugendliche kennen sich damit besser aus als ihre Eltern, wenn sie genug Zeit haben, das ziemlich komplexe System Facebook kennenzulernen. Über Grundsätze sollte man reden und den Kindern auch klar machen, dass jedes Bild, das ich ins Netz gestellt habe, auch auf dem Handy von irgendeiner fremden Person landen kann, weshalb man eben lieber dreimal darüber nachdenken sollte, was man ins Netz stellt. Egal, ob das ein Bild oder eine Bemerkung ist.

Gleichzeitig muss uns Erwachsenen aber auch klar sein: Gerade Jugendliche sind nicht unbedingt für ihre Vernunft und Bedachtsamkeit bekannt. Je nach Charakter und aktueller Stimmung kann es vorkommen, dass Online-Gespräche aus dem Ruder laufen, dass ein Foto aus Eitelkeit etwas freizügiger geworden ist, als uns als Eltern lieb ist.

Es bleibt daher wichtig, möglichst vorwurfsloser Ansprechpartner für unsere Kinder zu bleiben. Wenn es mal ein Problem gibt, wird kein Jugendlicher bei seinen Eltern Hilfe suchen, wenn sie ihm nur sagen: „Siehst du, ich habe schon immer gesagt, dass dieses Facebook Unsinn ist, damit ist jetzt Schluss!“

Stichwort Cyber Mobbing – wie können Eltern ihr Kinder darauf vorbereiten, sie schützen?

Mobbing ist ein Phänomen, mit dem unsere Kinder nicht nur im Netz konfrontiert werden, auch der Schulhof kann für manche Kinder die Hölle sein. Die Grenzen zwischen Streits, die wichtig sind und die Kinder selbst lösen können, und Boshaftigkeiten oder gar Übergriffen, die nicht mehr tragbar sind, sind dabei für Außenstehende nicht immer leicht zu beurteilen.

Wir können also nur versuchen, Kinder so stark und selbstbewusst wie möglich zu machen, damit einzelne verbale Attacken auch einmal ignoriert und damit ausgehebelt werden können, und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass sie sich nicht schämen, zu uns oder anderen Vertrauenspersonen zu gehen, wenn sie leiden. Auch hier gilt, dass Mobbing kein Kavaliersdelikt ist, gegen das man nichts unternehmen kann, und das muss man Kindern deutlich sagen. Übrigens nicht nur, um zu verhindern, dass unsere Kinder gemobbt werden, sondern auch, damit sie nicht selbst zu Mobbern werden.

Viele Jugendliche gehen recht lax mit dem Urheberrecht um, kein Wunder, das Prinzip des Teilens verleitet dazu. Was müssen sie wissen? Was, wenn Post vom Anwalt kommt?

Wenn Post vom Anwalt kommt, muss man selbst ebenfalls zum Anwalt gehen. Auf keinen Fall sollte man ohne eigenen Beistand etwas unterschreiben oder bezahlen. Nicht jeder Vorwurf Dritter ist berechtigt, nicht jeder Fall ist so klar, wie es die Kläger vorgeben. Ein Anwalt kann vielleicht dafür sorgen, dass geforderte Summen sich minimieren oder gar in Luft auflösen.

Es ist trotzdem sinnvoll, Kindern klar zu machen, dass die Erschaffer von Filmen, Musik, Fotos und Texten eigene Rechte haben und nicht alles, was man im Netz findet, dadurch überall weiterverwendet werden darf. Im Zweifel sollten Kinder lieber einmal zu viel nachfragen, als einmal zu wenig, und wenn die Eltern ebenfalls unsicher sind, dann hilft es, beim Urheber selbst anzufragen. Oft hilft aber auch ein wenig eigenes Nachdenken: Wenn ich auf einer Website voller Werbung brandaktuelle Filme völlig kostenlos anschauen kann, die gerade erst im Kino angelaufen sind, oder wenn ich auf einer Website endlos Musik herunterladen kann, ohne dafür bezahlen zu müssen, dann stimmt da vielleicht etwas nicht und ich lasse lieber die Finger davon. Oder frage Google mit einem simplen Satz, ob die jeweilige Website bedenkenlos als legal eingestuft werden kann.

Videospiele werden von nicht spielaffinen Erziehungsberechtigten oft noch verteufelt, warum besteht dazu kein Grund?

Weil es Spiele sind. Genau wie bei Filmen ist nicht jedes Spiel ein tolles, genau wie bei Büchern ist nicht jedes Spiel für jedes Alter das richtige oder tut jedem Menschen gut. Spiele aber grundsätzlich abzulehnen, weil sie auf einem Bildschirm stattfinden, halten wir für Unsinn.

Sollten Eltern die Spiele selbst erproben?

Aber sicher! Viele Videogames entwickeln erst beim gemeinsamen Spiel ihren wahren Spaßfaktor, auch zuzuschauen und Tipps an den Spieler zu geben kann aufregend sein und schließlich wollen wir doch die Welt unserer Kinder so gut wie möglich verstehen. Da hilft es immer, sie sich auch einmal anzusehen.

Warum gibt es nach wie vor kein festes Schulfach Medienkompetenz?

Dafür gibt es viele Gründe, der wichtigste ist sicher, dass politische Entscheidungen zu lange brauchen. Dabei braucht es vielleicht das Fach Medienkompetenz weniger als den Einzug der digitalen Gegebenheiten in jede Schule und jedes Fach. Wir brauchen Lese- und Schreibkompetenz auch in Erdkunde, genauso ist es auch mit der digitalen Kompetenz, die so gut wie jeden Lebens- und Lernbereich betrifft.

Euer Tipp in Sachen „Wie regle ich die Medienzeit?“

Aufmerksam und mit Bedacht, bei älteren Kindern gerne auch in Absprache mit ihnen. „Wenn du eine Stunde Hausaufgaben gemacht hast, dann darfst du eine Stunde lang ein Videogame spielen“ ist wenig hilfreich, denn es macht Medienzeit zu einer Belohnung. Und vielleicht kann man auch nicht genau nach einer Stunde Spiel aufhören, weil das Rennen im Videogame gerade in der spannenden Zielgeraden ist. „Du hast soundso viele Stunden Computerzeit pro Woche, die du dir selbst einteilen kannst und musst“ sorgt hingegen für Selbstständigkeit und bewussten Umgang mit dem Rechner oder der Konsole.

Letztendlich müssen Eltern beurteilen, ob es ihrem Kind gut geht bei der Mediennutzung, ob es genug Ausgleich und Alternativangebote hat, ob es sich auch für andere Dinge interessiert. Dabei geht es vielleicht weniger um die Tatsache, dass es am Computer sitzt als um die Frage, was es da genau tut. Wollen wir die Computerzeit wirklich einschränken, wenn das Kind gerade eine Programmiersprache lernt?

Doch auch das Familienleben bleibt wichtiger Indikator für Regeln. „Am Sonntag bleibt der Computer aus“ kann man als Regel durchaus aufstellen, wenn man den Tag für die Familie nutzen möchte. Und das dann auch tut.

Im Sinne der nächsten Generationen empfehlt ihr Netzpolitik nicht ausschließlich Piraten und Nerds zu überlassen. Wie sollte man sich einmischen?

Wie das Internet für uns als Bürger in Zukunft nutzbar sein wird, das wird jetzt gerade an großen Tischen entschieden, und diese Gespräche finden nicht immer im Fokus der Öffentlichkeit statt. Betrachtet man das Netz aber als zusätzlichen Lebensraum, sollten diese Gespräche und Entscheidungen uns alle interessieren, damit nicht allein Politik und Wirtschaft unser Leben bestimmen, sondern auch Bürgerrechte beachtet werden. Online-Medien helfen dabei, die Übersicht zu behalten, wichtige Themen finden auch über Facebook und Twitter ihren Weg in die breitere Öffentlichkeit, und auch bei der Verkündung der eigenen Position und Meinung und deren Verbreitung hilft das Netz. Teilnehmen zu können an diesem spannenden Prozess, der sich Politik nennt, ist Teil dessen, was das Netz auszeichnet.

Diesen Artikel weiterempfehlen

Hier kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.