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Indien: 48 Stunden, 4 Plantagen, 2 Exporteure

Hallo ich bin Andreas Christmann, Kaffee Einkäufer bei Tchibo (Sie kennen mich vielleicht von den Kaffee Packungen?), ein Kollege von Jan Wagenfeld – und auch viel unterwegs. Gerne berichte ich hier von meiner letzten Indien Reise, denn tatsächlich, auch dort wächst Kaffee!

Eigentlich bin ich auf dem Weg nach Hause. Aber wenn ich schon mal in dieser Ecke der Welt bin …dann schaue ich auch super gerne in Indien vorbei. Von Vietnam kommend, landen wir auf dem nagelneuen Flughafen der sieben Millionen Einwohner starken IT-Stadt Bangalore – und sind dann auch ganz schnell wieder weg aus dem Bundesstaat Karnataka. Vier Stunden geht es mit 130 Sachen durchs Land, das ist nichts für schwache Nerven, denn gerne kreuzt eine Kuh ­und die ist ja nun deutlich langsamer. Vor allem nachts kein Spaß: wenn unbeleuchtete LKW aus dem Nichts auftauchen … Davon abgesehen: Die Straßen sind überraschend gut, es wird viel gebaut, Infrastruktur geschaffen für den Anschluss der ländlichen Gebiete.

Und genau dahin bin ich unterwegs, in den südlichsten Zipfel Indiens – denn nur da wird Kaffee angebaut, im Norden fühlt sich der Tee wohler. Ich will in den Bundesstaat Kamataka. Und das heißt vor allem: Immer schön die Nilgiris-Berge hoch. Hier herrscht das perfekte Klima für den besonderen indischen Kaffee: Monsunregen auf der einen Seite und perfekte Wärme auf der anderen …. In keinem Land hat mich das Wetter bisher derart begeistert – zwölf Stunden angenehme Hitze von rund 30 Grad und abends kühlt es genau richtig ab. Kaffee hat eben einen guten Geschmack …

Endlich sind wir auf der ersten Plantage angekommen. Wir schaffen es gerade noch einmal um die Plantage herum, dann wird es auch schon wieder dunkel. Und wir haben unser Tagesziel noch nicht erreicht … Nach noch einmal 1,5 Stunden sind wir auf der Kaffeefarm – und bekommen auf 1.400 Meter Höhe erstmal wenig zu sehen: Die Kaffeeplantage liegt im dichtem Nebel und ansonsten ist es stockfinster. Die perfekte Entschädigung ist ein romantisches Lagerfeuer mit leckerem Barbecue mit der gesamten Crew eines Kaffeeaufkäufers – und ein „Kollege“ ist auch schon da: Die Chefeinkäuferin von Lavazza …. In gemütlicher Runde tauschen wir uns über die Unwägbarkeiten des Kaffeelebens aus.

Das Farmhaus ist sehr einfach, das Duschwasser kalt, aber das ist an solchen Orten eben normal – und ich bin es mittlerweile gewohnt. Morgens um acht, die anderen schlafen noch, mache ich mir ein Bild von der Plantage – und sehe immer noch keine Kaffeepflücker. Dafür aber Bethelnuss-Sammlerinnen. Wie Kaffee auch, werden die guten Nüsse zum Trocknen gelegt, die schlechten werden ausgekocht: Aus ihnen wird dann die rote Farbe für den berühmten indischen roten Punkt, den Bindi, hergestellt!

Als sich dann die Sonne raustraut, wird auch der Kaffee aufbereitet und zum Trocknen in die Sonne gelegt. Und ich habe endlich Gelegenheit, die Schönheit der Plantage zu bewundern! In Indien gibt es für mich einfach die schönsten Kaffeeplantagen der Welt, oft umrahmt von sehr altem Baumbestand. Indien ist eben ein sehr altes Traditionskaffeeland, dadurch ist hier alles sehr gepflegt und professionell. Auch eine Besonderheit: In Indien ist die Qualität des Kaffees so gut, das kaum Tassenproben gemacht werden – kontrolliert wird eher die Rohware.

48 Stunden, vier Plantagen und zwei Exporteure später, sitze ich wieder am Flughafen. Und warte drauf, dass nachts um drei mein Flieger nach Frankfurt startet. Undankbarerweise hab ich mir auch noch einen Schnupfen eingefangen. Und erlebe, das die Inder nicht nur klasse Kaffee anbauen, sondern auch ein super Rezept gegen Erkältung auf Lager haben: Brandy, Pfefferkörner, Honig und richtig heißes Wasser – und nächsten Morgen zuhause von der Erkältung keine Spur!

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1 Kommentare zu „Indien: 48 Stunden, 4 Plantagen, 2 Exporteure

  1. Sammy

    Das klingt richtig spannend so eine Kaffeereise als Einkäufer. Indien ist das Land meiner Vorfahren, leider war ich noch nie dort. Ich kenne nur den Kaffee und den Tee aus Indien, beides sind wahrliche Spitzenprodukte.

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