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Ipanema Coffee Farm: Neue Kaffeebäume für die Conquista

Damit wir in Deutschland jeden Morgen unsere Tasse Kaffee trinken können, arbeiten viele tausend Menschen rund um den Globus hart daran den Rohstoff herzustellen. Der Anbau, wie schon das eine oder andere Mal hier im Blog vorgestellt, kann sich dabei von Land zu Land sehr unterscheiden. Das beginnt mit der Größe einer Farm, den Kaffeevarietäten geht über die Aufbereitung bis zum Export.

In Brasilien sind Kaffee-Fazenden von Kleinbauern im Durchschnitt zirka fünf bis acht Hektar groß. Die größten Produzenten bewirtschaften Flächen von über 3.000 Hektar. Als Vergleich werden in Peru, einem Land mit überwiegend Kleinbauern, im Schnitt auf einem bis zwei Hektar Kaffee angebaut. Um das einmal in Relation zu setzen, ein Fußballfeld hat ca. 0,7 Hektar. Aber was heißt das für unsere Tasse Kaffee am Morgen?

Ein Rechenbeispiel mit ein paar Durchschnittswerten. Auf einem Hektar stehen je nach Farm in Brasilien 3.000 bis 4.000 Kaffeebäume. Für einen 60kg Sack Kaffee, wie er üblichweise aus Brasilien exportiert wird, benötigt man vielleicht 110 bis 150 Bäume. Ein Baum bringt uns also ca. 0,4kg Rohkaffee. Beim Rösten geht nochmal Gewicht verloren, so dass am Ende uns ein Baum Kaffee mit vielleicht drei Kannen Kaffee versorgt. Das klingt erstmal nach einem guten Ergebnis, da jedoch jeder Deutsch pro Kopf rund 6,8 kg Kaffee konsumiert, bekommen wir schnell ein Gefühl dafür wie viele Bäume und Anbaufläche eigentlich benötigt werden und den Faktor Qualität haben wir hier mal außen vor gelassen.

Damit eine Fazenda Jahr für Jahr gute Erträge liefert, ist es also zwingend erforderlich die Bäume besonders zu pflegen. Wie man das aus dem Garten zu Hause kennt, werden dazu beispielsweise nach einer Ernte die Bäume zurückgeschnitten, so dass sie für die kommende Saison wieder ihr Potenzial entfalten können. Irgendwann kommt jedoch der Punkt, an dem ein Kaffeebaum immer weniger Ertrag bringt und es Zeit wird die Fläche neu zu bepflanzen. Je nach Varietät und Anbauland kann das zum Beispiel nach zwanzig oder dreißig Jahren der Fall sein.

Auf der Fazenda Conquista haben wir uns jetzt zu einer Teilerneuerung der Pflanzen entschlossen. Zum Ende des letzten Jahres wurden auf rund 200 Hektar die alten Kaffeebäume durch Neue ersetzt. Die Vorbereitung dafür beginnt schon im März/April eines Jahres. Dann werden in der eigenen Nursery, so nennen wir die Gärtnerei, Kaffeesetzlinge gezüchtet, die nach intensiver Pflege einmal unsere Kaffeebäume werden. Wie bereits beschrieben, brauchen wir eine Menge Setzlinge, fast 800.000 Stück, um die 200 Hektar zu bepflanzen. Am Ende des Jahres werden diese dann Stück für Stück eingepflanzt. Dieser Prozess nimmt rund einen Monat in Anspruch. Nun heißt es weiter pflegen und warten, mit der ersten Ernte kann man frühstens nach zwei, realistisch nach drei Jahren rechnen.

 

Ein Kaffeebaum für drei Kannen Kaffee

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2 Kommentare zu „Ipanema Coffee Farm: Neue Kaffeebäume für die Conquista

  1. Stella

    Dass ein Kaffeebaum nur 0,4 kg Kaffeebohnen abwirft war mir neu. Bei meinem täglichen Kaffeekonsum komme ich mit 6,8 kg jährlich nicht hin. Schön, mal so ein paar Hintergrundinfos zu bekommen hier, da erhöht sich der Genuss des Kaffeetrinkens noch einmal um einige Stufen. ;) Wünsche gute Ernte!

  2. Anna

    Sehr interessant, solche Hintergrundinformationen über den Kaffee-Anbau. Solche Artikel sollte es mehr geben.

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