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Currículo de Sustentabilidade do Café (CSC)

Nachhaltiger Kaffee-Anbau: mein Jahr in Brasilien

Ich, Markus Meusburger, befinde mich nun seit gut einem Jahr in Brasilien. Dem Kaffee-Ursprungsland übrigens, in dem 2014 mengenmäßig am meisten Kaffee produziert wurde. Nämlich 2,76 Milliarden Kilo. Neben meiner täglichen Arbeit auf der Kaffeefarm „Fazenda Ipanema“ setze ich mich intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit im Kaffee-Anbau in Brasilien auseinander. In den letzten Jahren hat sich nachhaltiger Kaffee-Anbau als langfristig gewinnbringend für Kaffee-Farmer in Brasilien heraus gestellt. Und das nicht nur aus ökologischer und sozialer Sicht, sondern vor allem auch aus ökonomischer Sicht: Kleinere Farmer können vermehrt von nachhaltigem Kaffee-Anbau profitieren und sich und ihrer Familie langfristig einen besseren Lebensstandard gewährleisten.

 

Woher ich das weiß? Ich konnte mich in den letzten Monaten in Gesprächen mit kleinen Kaffee-Farmen in der Region immer wieder selbst überzeugen. Der regelmäßige Austausch mit zertifizierten Kaffee-Farmern aus der Region zeigt mir deren Probleme und Bedürfnisse ganz ungefiltert auf. Zudem bin ich auch Mitglied einer Nachhaltigkeits-Interessensvertretung und gestalte so Nachhaltigkeitsprojekte proaktiv mit.

 

In dieser Gruppe vertrete ich die Interessen von Tchibo und nehme an regelmäßigen Treffen teil, zu denen auch Vertreter von Nestlé, Mondelez, Douwe Egberts Masterblenders, Rainforest Alliance, UTZ und 4C kommen.

Bei dem Thema Nachhaltigkeit im Kaffee-Anbau ist es grundsätzlich wichtig zu wissen, dass 80% des in Brasilien produzierten Kaffees von verhältnismäßig kleinen, oft familienbetriebenen Farmen stammt. Darum ist es wichtig, dass wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen.

 

Und genau deswegen haben wir in unserer Arbeitsgruppe ein neues Nachhaltigkeitsprogramm entwickelt, welches den wohlklingenden Namen „Currículo de Sustentabilidade do Café“, kurz CSC, trägt. Dieses neu etablierte Programm hat sich zum Ziel gesetzt, nachhaltige Kaffee-Anbaumethoden zu verbessern und die sozialen und ökonomischen Lebensbedingungen für kleine Farmer langfristig zu stärken. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir einen Empfehlungs- und Maßnahmenplan entwickelt, welcher eine Orientierung für Kaffee-Farmer darstellt. Dieser Plan umfasst eine Vielzahl an Hilfestellungen in allen für Kaffeeanbau relevanten Bereiche, wie zum Beispiel Ernte-Management, Kaffee-Aufbereitung, Umweltschutz, Farm-Management, Arbeits-Sicherheit bis hin zu arbeitsrechtlichen Themen.

 

In den kommenden Monaten wird der CSC mit Hilfe von regionalen und nationalen Kaffee-Verbänden und Interessensgruppen, wie zum Beispiel INCAPER oder EMATER, in Form von Informationsveranstaltungen bekannt gemacht und anschließend anhand von flächendeckenden Trainingsprogrammen in allen Kaffeeanbauregionen in Brasilien implementiert. Bereits im Juni hat zum Beispiel in der Kaffee Metropole Guaxupé in Minas Gerais ein Training fuer insgesamt 70 Agronomen zum Thema nachhaltige Kaffee Anbaumethoden statt gefunden. In den kommenden Monaten werden diese Experten ihr Wissen an Kaffee-Farmer in der Region rund um Guaxupé weiter geben.

 

Die Unterstützung von nachhaltigem Kaffee-Anbau in Kaffee-Ursprungsländern ist ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie von Tchibo und hat auch für mich persönlich hier in Brasilien große Bedeutung gewonnen. Das erfolgreiche Zustandekommen des Curriculo de Sustentabilidade do Café zeigt meines Erachtens deutlich, wie wichtig das Thema Nachhaltigkeit im Kaffee-Anbau ist und wie ernsthaft dieser in Brasilien betrieben wird. Ich werde die Implementierung dieses Programms mit großer Aufmerksamkeit begleiten und informiere Sie auch weiterhin über zukünftige Aktivitäten. Und für die, die portugiesisch können, hier noch ein kleines Video:

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3 Kommentare zu „Nachhaltiger Kaffee-Anbau: mein Jahr in Brasilien

  1. Devata

    Es ist erfreulich zu lesen, dass sich der Kreis an einigen Stellen schließt und auch der ökonomische Mehrwert nachhaltigen Wirtschaftens deutlich wird.

  2. Daniel

    Schön das die Nachhaltigkeit immer mehr an Bedeutung gewinnt. Das ist in der heutigen Zeit leider nicht mehr üblich.

  3. Lilli

    Hallo und guten Tag,
    Es ist echt wahnsinn zu lesen das im Jahr 2014 eine Kaffeeernte von sage und schreibe 2,76 Milliarden Kilo war. Brasilien ist halt bekannt dafür. Aber echt toller Beitrag den ich hier lesen durfte.
    Vielen lieben Dank! :-)

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