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Papua Neuguinea: Wo der Kaffee so wächst

Mein Besuch unserer Kaffee-Projekte in Papua Neu Guinea war auch für mich, Andreas Christmann, der mindestens zweimal im Jahr als Chef-Kaffeeeinkäufer Anbauländer wie Kolumbien, Honduras oder Indien besucht, etwas Besonderes. Das ahnte ich schon vorher. Nicht wissen konnte ich allerdings, wie aufregend die Reise enden wird!

Nicht nur ist die Anreise keinesfalls an einem Tag zu bewältigen ( „Umsteigen“ in Singapur) auch gehört Papua Neuguinea – ehemals eine deutsche Kolonie, wovon noch heute z.B. der Name des höchsten Berges “ Mount Wilhelm “ zeugt –  zu den wohl am wenigsten entwickelten Ländern dieser Erde. Da das auch für den Kaffeeanbau gilt, hat Tchibo sich 2013 entschlossen einige Farmer zu Gruppen zusammen zu schließen und sie sowohl finanziell als auch in “ best agricultural practices “ zu unterstützen.

Dies können wir nicht alleine von Hamburg aus machen und haben deswegen unseren größten Lieferanten aus Papua Neuguinea um Unterstützung vor Ort gebeten. Nun freute ich mich also auf Jon Edwards, Australier und Chef des Exporteurs PNGCE, der mit mir gemeinsam die Projektgruppen besuchte. Edwards ist übrigens ein ehemaliger Lehrer, der aber schon sehr lange in Goroka lebt.

Ich flog also von der Hauptstadt Port Moresby ins Landesinnere nach Mount Hagen, am nächsten Tag ging es mit dem Auto weiter nach Goroka.

In Mount Hagen traf ich nicht nur Jon, sondern auch Brian Kuglami, letztendlich der entscheidende Mann, der selbst Kaffeefarmer und das Bindeglied zu den vielen Farmern ist.

Die zentralen Aufgaben dieser Kaffee-Projekte sind die Bereitstellung  sogenannter Desmucilators, die die Kaffeekirschen wasserschonender und in der Qualität deutlich zuverlässiger verarbeiten. Wirklich wichtig ist aber auch vor Ort in den kleinen Dorfgemeinschaften die Gemeinschaftsarbeit zu fördern, da dies ungemein die Effizienz der Arbeit begünstigt. Der Kaffeeanbau wird hier wirklich fast komplett von Kleinstfarmern betrieben, auf deutsch würde man Schrebergärtner sagen.

Dank der professionellen Arbeit vor Ort ist das Projekt in meinen Augen ein Erfolg geworden. Die Maschinen funktionieren und die ersten Kaffees, die auf die lange Schiffsreise von fast sechs Wochen gegangen sind, sind deutlich homogener und besser als früher.

Aber das eigentlich wirklich Besondere war für mich eindeutig der Empfang in den Dorfgemeinschaften, wovon die Fotos, so hoffe ich, einiges verraten.

Hierzu muss man wissen, dass erst 1930 die ersten weißen Menschen (auf der Suche nach Gold) in die “ Eastern und Western Highlands“ gekommen sind. Diese Menschen aus Papua Neuguinea haben also erst seit 80 Jahren Kontakt zu der Welt, die wir heute kennen. Und das spürt man.

Nach fünf sehr beeindruckenden Tagen machte ich mich auf den Rückweg. Wieder mit der lokalen Airline Air Niugini, die mir auf dieser Reise gleichermaßen ans Herz gewachsen und auf den Keks gegangen ist. Dank zweier verspäteter Abflüge, einer Umkehr von der Startbahn zurück ans Terminal zwecks Austausch „ digitaler“ Teile im Cockpit und dann der Krönung: Keine Piloten am Start. Na ja, 06.00 Uhr morgens ist auch nicht jedermanns Zeit. Irgendwann ist dann ja doch jemand aufgetaucht und ich bin nun wieder glücklich in Hamburg.

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1 Kommentare zu „Papua Neuguinea: Wo der Kaffee so wächst

  1. christian

    Hallo,
    der Beitrag ist interessant und die Fotos fangen das alles schön ein. Das war bestimmt eine sehr aufregende und erlebnissreiche Reise.

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