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Unser „Kaffeestudent“ – zwischen Lima und Hörsaal

Warum Tom Lange sich das alles antut? Ein anspruchsvoller Job als Junior-Einkäufer bei Tchibo. Parallel dazu noch das Wochenend-Studium „Coffeemanagement“ an der Northern Business School (NBS). Immerhin: Die Hälfte ist schon geschafft. Wie bewältigt Tom Lange, einer von drei Einkäufern bei Tchibo, diese doppelte Herausforderung? „Ganz einfach: es macht mir unheimlich viel Spaß, und ich stehe jeden Morgen sehr gerne dafür auf.“

Anders würde der 26-Jährige sein Pensum auch gar nicht schaffen: Eine normale Vollzeitstelle und Vorlesungen, außerdem noch das Lernen für die Prüfungen. Gut, dass er auf die Unterstützung seiner Kollegen (wie die unseres Blog Autors Jan Wagenfeld) zählen kann. „Ich mache das aber nicht nur für den Abschluss, sondern bin davon überzeugt, dass es mich in der Arbeit und persönlich weiterbringt.“

Angefangen hat alles im Sommer 2005 mit einer kaufmännischen Ausbildung, Schwerpunkt Kaffee hier bei Tchibo.
„Vorher war Kaffee nur ein Getränk unter vielen für mich, erst hier habe ich gelernt, mich zwischen den Sorten und der Herkunft der Bohnen zurechtzufinden“, erklärt Tom Lange.  „Anfangs war das gar nicht so einfach, doch man entwickelt schnell den nötigen geschärften Geschmackssinn, um die vielen Proben voneinander unterscheiden und beurteilen zu können.“

Das Thema Kaffee liegt Tom im Blut. Sein Großvater, der damals nach Peru ausgewandert ist, hat einige Zeit mit Kaffee gehandelt.
„Auch wenn ich jetzt meine Familie dort besuche, findet sich immer eine Gelegenheit, örtliche Kaffeeproduzenten aufzusuchen – praktisch, oder?“ Außerdem hilft ihm gut spanisch zu sprechen. Tom Lange ist in Peru geboren, aber in Deutschland aufgewachsen. „Hier bin ich während meiner Kindheit oft umgezogen: Mannheim, Hannover, schließlich Hamburg – doch jetzt bin ich vorerst hier sesshaft geworden und widme mich voll und ganz dem Kaffee.“

Für den Beruf des Kaffeeeinkäufers ist es nicht zwingend erforderlich, nebenbei zu studieren. „Aber ich mache das nicht nur für den Abschluss, sondern in erster Linie für mich: Ich bin davon überzeugt, dass es mich persönlich weiterbringen wird“.

Lange studiert mit einer sehr kleinen Gruppe von neun Studenten.  Fast alle arbeiten bei Kaffeeunternehmen, Röstereien oder Coffeeshops. Auch viele Dozenten kommen aus diesem Bereich. Statt trockener Theorie lernen die Studenten also von echten Profis worauf es  im Handel und im Umgang mit den Bohnen ankommt.

Nach jedem Semester muss Tom  Lange neben dem Job für Klausuren lernen.
Dass bei seinem jetzigen Arbeitspensum einige Hobbys zu kurz kommen, wie zum Beispiel das Golf spielen, ist klar. „Als Entschädigung dafür arbeite ich mit einem Produkt, dass in rund 60 Ländern weltweit angebaut wird und außerdem wertmäßig das zweitwertvollste Gut nach Rohöl ist. Und dazu darf ich als einer der Ersten alle Kaffeesorten probieren!“

Kein Wunder also, dass unser junger Kollege den ganzen Stress gerne auf sich nimmt, oder?

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3 Kommentare zu „Unser „Kaffeestudent“ – zwischen Lima und Hörsaal

  1. Haraldmeyer

    Herr Lange, ich kann ihnen aus eigener Erfahrung sagen, dass sich der Einsatz lohnt. Was mich interessieren würde (zu meiner Zeit gabs so ein Studium noch nciht) – wie lange dauert das insgesamt und wie ist dann der Titel wenn Sie fertig sind?

  2. Sybill Buitrón
    Sybill Buitrón

    Hallo Herr Meyer,
    Tom Lange studiert 7 Semester und wird dann den „Bachelor of Arts“ in Händen halten.

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