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Unterwegs in Peru – Teil I

Die Kaffeereise geht weiter. Nachdem ich vor rund einem Monat über die ersten 22 Stunden meiner Reise nach Brasilien berichtet habe, folgen jetzt wie angekündigt ein paar Impressionen aus Peru.

Ich war im August letzten Jahres in Peru. Zu dieser Zeit ist „Coffee-Season“. Die Ernte beginnt je nach Region im April oder Mai, meist in niedrigeren Höhenlagen, und streckt sich bis in den Oktober. Die Top-Hochland Kaffees werden dann im Zeitraum Juli bis Oktober geerntet, für mich war der August somit ein idealer Reisezeitpunkt.

Die zwei wichtigsten Kaffeeregionen in Peru sind im Norden und in Zentralperu. Ich habe während meiner Reise beide besucht, berichte aber heute erstmal vom Trip in den Norden.

Von Lima aus ging es am späten Nachmittag mit dem Flugzeug nach Chiclayo. Der Flug dauert zirka eine Stunde. Wir wollten jedoch nicht zu viel Zeit verlieren, also gleich rein in den Pickup-Truck und hoch in die Anden Gebirgskette. Unser Ziel war es den Andenpass in der Nacht zu überqueren, die Nacht in der Nähe von Jaén zu verbringen und dann gleich früh am nächsten Morgen in die Kaffeeregion zu fahren. Wir waren fast sechs Stunden unterwegs bis wir um zwei Uhr morgens unsere Herberge erreichten. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht geahnt habe – das war der angenehme Teil der Reise.

Am Morgen ging es gegen sieben Uhr weiter. Wir durften noch 30 Minuten Asphalt genießen, dann fing die „richtige“ Reise an. Zu Beginn konnten wir noch ein gutes Tempo vorlegen, aber nach rund zwei Stunden Fahrt wurde die Straße eng, klein und war vergleichbar mit einem sehr schlechten Feldweg bei uns in Deutschland. Die ersten Stunden waren sicher noch lustig – man kann sich teilweise kaum auf dem Sitz halten – aber spätestens nach fünf Stunden Fahrt weiß man nicht mehr wie man sitzen soll, besonders der Nacken schmerzt. Am ersten Tag haben wir eine Strecke von zirka 80 Kilometern in zehn Stunden zurückgelegt. Schnell ging das zwar nicht, jedoch war es die einzige Hauptstraße und damit der einzige Weg, der in das Gebiet führte. Am zweiten Tag ging es nochmals sechs Stunden weiter und dann war die Straße zu Ende.

Das Transportmittel wurde gewechselt. Maultiere, die sonst den Kaffee transportieren, standen bereit. Ich muss zugeben, ich konnte vorher nicht wirklich reiten – jetzt schon! Es ging nur selten auf ebener Strecke voran, meist steil nach unten oder nach oben. Der Sattel und die Steigbügel waren für Peruaner gemacht, die in der Regel etwas kleiner sind als ich. Auch meine Schuhe passten nicht so recht in die Steigbügel. Immerhin hatten meine Begleiter ihren Spaß bei meinem Anblick. Faszinierend war jedoch, dass die Maultiere, trotz der Abhänge und des schwierigen Geländes absolut entspannt blieben, was auch mich beruhigte.

Nach zwei Stunden erreichten wir eine Kooperative. Die Kaffeebauern führten uns auf ihre einzelnen Plantagen in einer Höhe von zirka 1.800 Metern über dem Meeresspiegel. Die Kaffeebohnen waren noch nicht alle reif, jedoch von guter Qualität. Es wurde viel gezeigt und vorgeführt. Im Anschluss versammelten wir uns alle im Dorfzentrum. Natürlich durfte auch ein Kaffeemuster am Ende nicht fehlen. Was zu diesem Zeitpunkt noch keiner wissen konnte – ich habe später Kaffee aus dieser Region gekauft!

Die Rückreise war dann ähnlich beschwerlich. Zum Glück besuchten wir noch drei Kooperativen auf dem Weg, also konnten wir auch mal aussteigen. Nach vier Tagen war aber auch dieser Weg geschafft und ich um eine intensive Erfahrung reicher!

Ich habe noch ein paar Eindrücke meines Trips in einem Video zusammengefasst – viel Spaß beim Anschauen! Der zweite Teil meiner Peru-Reise folgt dann in Kürze.

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