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BLACK 'N WHITE

Truemorrow: Mehr Wissen, mehr verändern

Immer mehr von uns fragen sich: Wie umweltfreundlich und sozial ist der Kaffeeanbau wirklich? Welche Standards gelten auf den Farmen? Und wie können Farmer*innen noch gezielter unterstützt werden, um zum Beispiel mit den Folgen des Klimawandels umzugehen? Auch für uns sind diese Fragen wichtig, um unsere Nachhaltigkeitsprojekte so gut wie möglich auf die Bedürfnisse der Farmer*innen abstimmen zu können. Mit der Innovationsinitiative Truemorrow gehen wir den nächsten Schritt in Richtung Transparenz von fundierten Nachhaltigkeitsdaten. Denn: Nur wer mehr weiß, kann mehr verändern. Basierend auf unabhängigen Untersuchungen machen wir unseren Kaffee FOR BLACK ‘N WHITE so transparent wie noch nie. Für die Menschen, für die Umwelt und für uns alle.

Unser FOR BLACK ‘N WHITE Kaffee stammt aus den Gebieten Sul de Minas, Cerrado, Alta Mogiana, Goiás und Pinhal im Südwesten Brasiliens. Diese Regionen gehören zu den traditionsreichsten und produktivsten Anbaugebieten für Arabica-Bohnen. Hier ist es ganzjährig heiß, neben vielen trockenen Monaten gibt es auch eine intensive Regenzeit. Die perfekten Bedingungen für eine außergewöhnliche Kaffeequalität. Wir legen allerdings nicht nur Wert auf die gute Qualität unseres Kaffees, sondern ebenso auf die Bedingungen vor Ort. Unser neues Projekt für mehr Transparenz hilft uns abzugleichen, dass unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten vor Ort passgenau sind und beantwortet zahlreiche Fragen rund um die Nachhaltigkeit unseres Kaffees. Genauso wie Tianne Groeneveld. Die Projektleiterin von Truemorrow hat uns in einem Interview einiges über die Entstehung und den Ablauf des Projekts erzählt.

Tianne, was genau steckt hinter Truemorrow?

Tianne: Truemorrow ist eine Wortkreation und steht für mehr Transparenz, um damit die Zukunft zu gestalten. Das möchten wir mit unserem neuen Nachhaltigkeitsansatz transportieren. Viele unsere Kaffees haben bereits ein Nachhaltigkeitssiegel, das sicherstellt, dass gewisse Anforderungen in der Lieferkette erfüllt werden. Mit Truemorrow gehen wir noch einen Schritt weiter. Wir wollen nicht nur wissen, ob Nachhaltigkeitskriterien eingehalten werden, was uns ein Siegel bestätigt. Wir wollen so genau wie möglich erfahren, wie es konkret um den nachhaltigen Anbau und die sozialen Standards auf den Kaffeefarmen bestellt ist, von denen wir den Kaffee beziehen. Uns ist bewusst, dass es sehr viel Arbeit und Ressourcen benötigt, eine Kaffeefarm nachhaltig zu bewirtschaften. Deswegen ist es für uns wichtig, genau zu verstehen, wie wir die Farmer*innen auf diesem Weg noch besser unterstützen können.
Hierfür haben die Expert*innen der unabhängigen, gemeinnützigen Organisation Enveritas 664 brasilianische Kaffeefarmer*innen befragt. Dabei wurden zahlreiche soziale, ökologische und ökonomische Aspekte rund um den Anbau untersucht. Von Truemorrow versprechen wir uns also ein wirkungsvolles und messbares Engagement zur Verbesserung der Lebens- und Umweltbedingungen vor Ort – auf Grundlage der Daten von Enveritas.

Wer steckt hinter in Enveritas?

Tianne: Enveritas wurde 2016 gegründet und ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in den USA. Ihr Ziel ist es, mehr Transparenz in den Kaffeesektor zu bringen, um die Menschen und die Umwelt vor Ort besser zu schützen und durch gezielte Maßnahmen wirkungsvoll die Lebensbedingungen zu verbessern. Hierfür nutzt Enveritas satellitengestützte Analysen und maschinelles Lernen in Kombination mit eher traditionellen Farmbefragungen. Dieses Vorgehen ermöglicht es, Nachhaltigkeitsinformationen für große Teile der weltweiten Anbauregionen zu erfassen. Die Gründer von Enveritas besitzen jahrzehntelange Erfahrung bei der Unterstützung von Kaffeekleinfarmer*innen in Lateinamerika und Afrika. Durch ihre Arbeit haben sie erkannt, welches Potential Technologie bei Lösungen der Probleme vor Ort haben kann.

Dank der neuen Nachhaltigkeits-Initiative von Tchibo, lässt sich der BLACK N‘ WHITE Kaffee umso mehr mit gutem Gewissen genießen.

Wie misst Enveritas Nachhaltigkeit im Kaffeeanbau?

Tianne: Global beschäftigt man sich bereits sehr lange mit den Anforderungen an nachhaltige Landwirtschaft. Daraus resultierten eine Reihe an Konventionen und Standards, die auch von internationalen Organisationen (wie den Vereinten Nationen) anerkannt wurden. Dank eines umfassenden und kontinuierlichen Dialogs ordnete man diese Konventionen über viele Jahre in die Kaffeeindustrie ein. Beteiligt waren Stimmen von Farmer*innen, Regierungen, Akteur*innen der Kaffeeindustrie, Forschung und gemeinnützigen Organisationen, die sich mit Themen wie Umweltschutz und Menschenrechten befassen. Mit der Zeit führte dies zu einem hohen Grad an Übereinstimmung hinsichtlich der Definitionen und den Rahmenbedingungen für „Nachhaltigkeit in der Kaffeeproduktion“. Basierend auf diesen international anerkannten Nachhaltigkeitsstandards hat Enveritas Grundanforderungen festgelegt, die mit unseren Ansprüchen übereinstimmen und weltweit gegenüber Mensch und Umwelt gewährleistet sein müssen. Diese Grundanforderungen umfassen Aspekte wie Mindestlohn, Waldschutz oder Arbeitsschutz und fließen in einen Gesamtscore ein, der prozentual beschreibt, wie viele der Kriterien für die eingekaufte Kaffeemenge eingehalten werden. Bei unserem FOR BLACK ´N WHITE Kaffee erfüllen 96% des eingekauften Kaffees bereits jetzt die Grundanforderungen.

Wie ermittelt Enveritas die Daten?

Tianne: Enveritas identifiziert zunächst per Satellit die Anzahl der Kaffeefarmen in einer Region und bewertet erste Faktoren, z.B. die Entwaldung. Anschließend wird eine zufällig ausgewählte und ausreichend große Stichprobe von Farmer*innen besucht, bei denen die weiteren Nachhaltigkeitsparameter geprüft und digital erfasst werden. Diese werden anschließend zentral gesammelt und ausgewertet. Das wissenschaftliche Verfahren ermöglicht eine sehr hohe statistische Genauigkeit der Ergebnisse.

Eignen sich diese Daten, um langfristig die Böden zu schützen und weniger Wasser einzusetzen?

Tianne: Die Daten geben uns erst einmal eine Transparenz darüber, wie die Situation für Menschen und Umwelt im jeweiligen Anbaugebiet ist. Um echte und langfristige Verbesserungen vor Ort zu realisieren, zum Beispiel weniger Wasserverschmutzung zu erreichen, braucht es Nachhaltigkeitsprojekte vor Ort oder die Zusammenarbeit mit Behörden und anderen Unternehmen und der Zivilgesellschaft. Die Daten helfen uns dabei, besser zu verstehen, was bereits in unseren Projekten sehr gut läuft und welches Thema noch angegangen werden muss. Es ist die Kombination von Daten und darauf abgestimmten Maßnahmen, die den Kaffeeanbau nachhaltiger machen können.

Wollen wir damit künftig auch die Lieferketten unserer anderen Kaffees offenlegen?

Auf jeder BLACK ‚N WHITE Kaffeepackung befindet sich ein QR-Code, mit dem man auf die Projektseite von Truemorrow gelangt.

Tianne: Für uns ist es wichtig, Transparenz über die Umwelt- und Lebensbedingungen in den Anbauregionen unserer Kaffees zu erhalten, um die Situation dort zu verbessern. In unserer Unternehmenskommunikation sind wir sehr offen über die großen Herausforderungen, die der Kaffeeanbau in Bezug auf ökologische und soziale Verantwortung hat. Dies produktbezogen mit unseren Kunden zu diskutieren, ist für uns der nächste Schritt. Gleichzeitig müssen wir herausfinden, wie relevant das für sie ist, und ob unsere Kunden auch tatsächlich mit den Schattenseiten des Anbaus und der Produktion konfrontiert werden wollen. Die Truemorrow-Initiative von FOR BLACK ‘N WHITE ist für uns der erste Test um herauszufinden, ob wir durch unsere Transparenzinitiative mehr Bewusstsein und Interesse für das komplexe Thema Nachhaltigkeit schaffen können. Basierend auf dem Kundenfeedback werden wir den Ansatz weiterentwickeln. Klar ist für uns aber, dass Transparenz einer unserer Kernwerte ist und diesen Weg gehen wir auf jeden Fall weiter. Aufgrund der komplexen Lieferketten braucht ein solcher Schritt allerdings viel Vorbereitung.

Noch offene Fragen? Wer noch mehr über Truemorrow erfahren möchte, kann hier auf der eigenen Projektseite nachlesen. Auf jeder BLACK ‘N WHITE Kaffeepackung findet sich ebenso ein QR-Code zur Webseite des Projekts. Ganz einfach mit der Smartphone-Kamera einscannen und alles weitere dort nachlesen. Weitere Informationen und Fakten zu Truemorrow gibt es außerdem in diesem Video:

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