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Praktikum Supply Chain Management

A day in the life of … Tchibo SCM

„Moin Moin“, als Kölner eigentlich nicht meine Art den Tag und meine Mitmenschen zu begrüßen, aber als Mitarbeiter im Hamburger Traditionsunternehmen Tchibo ist man schnell von diesem freundlichen „Schnack“ infiziert. Ich, Max Overmann, studiere im Master BWL mit Vertiefung des Supply Chain Managements (SCM) und habe für ein halbes Jahr meinen Studienalltag gegen die Praxis beim Kaffeeröster des Vertrauens eingetauscht. Tätig war ich allerdings in der Abteilung SCM Retail, in der ich, wie das bei Tchibo nun mal häufig so der Fall ist, wenig mit Kaffee zu tun hatte, sondern mit der Warensteuerung der vielen Wochenwelten.

Da ich es aus dem SCM gewohnt bin durch die Prozess-Brille zu sehen, möchte ich gerne den uns allen bekannten täglichen persönlichen Prozess nutzen, um einmal meine Erfahrungen bei Tchibo zu schildern – den typischen Arbeitstag.

08:55 Uhr:
Neben den diversen Vorteilen, die es mit sich bringt bei Tchibo zu arbeiten, verdient dieser Aspekt es natürlich als erstes erwähnt zu werden: das freie Bedienen an den universell vorhandenen Kaffeemaschinen im Hause. Hat man sich dann am Arbeitsplatz niedergelassen, werden erst einmal die zahlreichen IT-Systeme in Bewegung gebracht, um etwaige Reports, Analysen oder dergleichen in Angriff zu nehmen. Das mag in manchen Fragestellungen gern einmal zu Stirnrunzeln führen, spiegelt allerdings die Komplexität des einzigartigen Vertriebssystems wider und macht dementsprechend das SCM bei Tchibo so herausfordernd und spannend.

09:30 Uhr:
Zur mengenintensiven Weihnachtsphase bringen wir in einer Telko (=Telefonkonferenz) alle wichtigen Akteure zur reibungslosen Warenabwicklung zusammen. Durch diese End-to-end-Sicht werden Berührungspunkte über die Supply Chain geschaffen, die einerseits Transparenz zur Fehlerminimierung ermöglichen und andererseits abteilungsübergreifend den regelmäßigen Kontakt zu anderen Kollegen gewährleistet. Die positive Stimmung im SCM-/Logistik-Bereich war generell äußerst angenehm und auch die Wahrnehmung als vollwertiges Team-Mitglied und nicht lediglich als Praktikant wusste ich sehr zu schätzen.

10:15 Uhr:
Die Beladung einer Datenbank dauert mal wieder länger als erwartet und man denkt darüber nach, sich den zweiten Kaffee zu gönnen.

10:30 Uhr:
Die operativen Aufgaben lohnen sich immer besonders dann, wenn das dadurch entwickelte Fachwissen bei der Weiterentwicklung von Prozessen hilft. In einem Vorhaben haben wir die bis dato manuelle Erstellung von Umlagerungsmengen in einem Planungssystem automatisiert, wodurch Arbeitsaufwand und Fehlerpotenziale reduziert werden.

12:00 Uhr:

Das Mitarbeiterrestaurant ist wirklich ausgezeichnet und solange nicht gerade die Currywurst im Menü steht, schafft es auch jeder unfallfrei zu einem freien Tisch. Ein weiteres Highlight ist der anschließende Genuss einer frisch zubereiteten Kaffeespezialität von den Baristi in der gemütlichen Lounge.

14:30 Uhr:
In Vorbereitung auf die im Frühjahr anstehende Gartenphase setzt man sich mit den Kollegen aus dem Transport und SCM-Online zusammen und beratschlagt sich über die gesonderte Planung der vielen großvolumigen Artikel. Die entsprechende Entwicklung einer Prognose von Online-Bestellungen war ein spannendes Projekt, in dem sich der für Praktikanten häufig ersehnte Brückenschlag von der universitären Lehre zur Praxis schlagen ließ. Sobald die Kapazitätsplanung dann steht, heißt es zu Phasenstart nur noch auf den Wetterbericht schielen und hoffen, dass die Kunden schon in Sommerlaune fleißig bestellen.

18:15 Uhr:
Das hauseigene Freizeitzentrum mag zwar vermutlich keinen Preis mehr für Innenarchitektur gewinnen, jedoch bieten sich allerhand Möglichkeiten Körper und Geist nach geschafftem Arbeitstag zu entspannen.

Fazit:
Es war ein durchweg gelungenes Praktikum, welches durch das kollegiale Umfeld und der Atmosphäre im SCM-/Logistik-Bereich, aber auch im gesamten Haus getragen wurde. Unabhängig vom Arbeitsalltag boten sich noch weitere Möglichkeiten das Unternehmen besser kennenzulernen. Neben interessanten Lagerbesichtigungen, Bereichsvorstellungen oder verschiedenen Seminaren war speziell ein zweitägiger Einsatz in einer Tchibo Filiale hilfreich (siehe Foto!), der Tchibo DNA näher zu kommen. Zu guter Letzt konnte ich mich besonders durch die gebotenen Freiheiten, sowie durch die offenen und kompetenten Kollegen sehr gut fachlich weiterentwickeln. Lediglich der nun im Anschluss an das Praktikum reduzierte Kaffeekonsum bereitet mir Sorge und könnte zumindest kurzfristig im Uni-Alltag problematisch werden.

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