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Staatliches Textilsiegel

Bundesminister Müller stellt Grünen Knopf in Berlin vor

Unser erster Auftritt auf der Bundespressekonferenz! Gestern morgen stellte Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller den Grünen Knopf in Berlin vor. Das staatliche Textilsiegel soll Verbrauchern den Kauf von sozial und ökologisch produzierter Kleidung einfacher machen – und damit langfristig die Nachfrage nach nachhaltig produzierten Textilien zu steigern.

Vorstellung des staatlichen Textilsiegels Gruener Knopf mit
Bundesentwicklungsminister Gerd Mueller, CSU, Antje von Dewitz, Geschaeftsfuehrerin, VAUDE Sport GmbH & Co. KG, Thomas Linemayr, Vorsitzender der Geschaeftsfuehrung,Tchibo GmbH, und Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). C/ Thomas Köhler/photothek/net

 

Auf dem Podium der Bundespressekonferenz: Dr. Gerd Müller, Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Thomas Linemayr, Vorsitzender der Geschäftsführung von Tchibo, und Antje von Dewitz, Geschäftsführerin des Outdoor-Ausrüsters Vaude.

Minister Müller: „Fair Fashion ist ein Mega-Trend. Für drei Viertel der Verbraucher ist faire Kleidung wichtig. Doch bisher fehlt die Orientierung. Mit dem Grünen Knopf ändert sich das. Mit jeder Kaufentscheidung können wir jetzt einen Beitrag leisten: Für eine gerechte Globalisierung, bei der Mensch und Natur nicht für unseren Konsum ausgebeutet werden. Für Menschlichkeit und Humanität.“

Heinrich Bedford-Strohm, EKD: „Wir dürfen uns nie daran gewöhnen, dass Menschen unter unwürdigen Bedingungen arbeiten. Es ist gut mit einem erstem Schritt zu beginnen und ein Licht anzuzünden.“

c/ Florian Gärtner/photohek/net

Jan Hofer (Moderation), Dr. Gerd Müller, Nanda Bergstein (Tchibo), Thomas Linemayr (Tchibo), Barbara Meier (BMZ-Botschafterin) c/ Florian Gärtner/photohek/net

 

Antje von Dewitz, Geschäftsführerin Vaude: „Wir erleben, dass immer mehr Menschen mit gutem Gewissen Kleidung kaufen möchten. Der Grüne Knopf bietet ihnen eine klare Orientierung, indem er als staatliches Siegel ökologisch und fair produzierte Produkte kennzeichnet. Wir freuen uns, dass wir zum Start dabei sind und für 98 Prozent der aktuellen VAUDE-Bekleidung den Grünen Knopf erhalten.“

Barbara Meier, Textilbotschafterin und Germany’s Next Top-Model: „Wir sollten nie unterschätzen, welche Macht wir als Konsumenten haben. Am Ende des Tages richtet sich eine ganze Branche auch nach unseren Wünschen und Bedürfnissen.“

Thomas Linemayr, Vorsitzender der Geschäftsführung (CEO) Tchibo: „Wir begrüßen das Ziel des Grünen Knopfes, Konsumenten eine nachhaltigere Produktwahl möglichst einfach zu machen und die Unternehmen selbst auf ihr gesamtes Nachhaltigkeitsengagement zu überprüfen. Wir sind stolz darauf, beim Start dabei zu sein.“

 

Vorstellung 'Gruener Knopf' in Berlin, 09.09.2019.

c/ Florian Gärtner/photothek/net

 

Minister Müller: „Die Globalisierung hat im 19. Jahrhundert in der Textilwirtschaft begonnen. Nun muss auch gerechte Globalisierung in der Textilwirtschaft anfangen. Mit dem Grünen Knopf setzen wir jetzt einen hohen Standard und zeigen: Faire Lieferketten sind möglich. Ab heute kann das keiner mehr in Frage stellen. Das beweisen alle Unternehmen, die mitmachen.“

Zum Start machen 27 Unternehmen beim Grünen Knopf mit. Sie alle haben die anspruchsvollen Anforderungen des Textilsiegels erfolgreich bestanden. Darunter Start-Ups, Mittelständler, anerkannte Nachhaltigkeits-Vorreiter und große Unternehmen: Alma & Lovis, Aldi Nord, Aldi Süd, Brands Fashion, CharLe, Derbe, Dibella, Engel, Feuervogl, Hans Natur, hessnatur, Hopp, Kaufland, Kaya&Kato, Lidl, Manomama, Melawear, Millitomm, Modespitze Plauen, Phyne, Posseimo, Rewe Group, Schweickardt Moden, Tchibo, Trigema, Vaude, 3 Freunde.

Wir von Tchibo sind sehr stolz darauf, von Anfang beim Grünen Knopf dabei zu sein. Denn das Siegel zeichnet die Vorreiter aus. Anfangs waren wir – zugegeben – skeptisch, hielten ein weiteres Siegel für obsolet. Mittlerweile denken wir anders. Insbesondere hat uns überzeugt, dass teilnehmende Unternehmen auf Herz und Nieren auf ihr Engagement hin überprüft werden.

Wir glauben, dass der Grüne Knopf tatsächlich die große Chance bietet, Konsumenten den Kauf von sozial und ökologisch hergestellten Textilien einfacher zu machen. Damit können Konsumenten ein Stück weit auf die fairen Bedingungen bei der Herstellung einwirken.

Der Grüne Knopf ist ein erster wichtiger Meilenstein, um Transparenz für Konsumenten zu schaffen, aber uns ist klar, dass noch ein langer Weg vor uns liegt. Tchibo ist entschlossen diesen Weg voll mitzugehen!

 

Der Grüne Knopf:

Produkte wie T-Shirts, Bettlaken oder Rucksäcke müssen 26 anspruchsvolle Sozial- und Umweltstandards einhalten – von Abwassergrenzwerten und dem Verbot gefährlicher Chemikalien bis hin zu Mindestlöhnen und dem Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit. Zusätzlich wird das Unternehmen anhand von 20 weiteren Kriterien geprüft: Legt es Lieferanten offen? Gibt es Beschwerde-Möglichkeiten für die Näherinnen vor Ort? Schafft es Missstände ab?

Zum Start deckt der Grüne Knopf die beiden Arbeitsschritte „Nähen“ und „Färben“ ab: Hier laufen alle der 100 Milliarden Kleidungsstücke weltweit durch. Hier arbeiten 75 Millionen Menschen. Der Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza erfolgte bei diesem Arbeitsschritt.

In den kommenden Jahren wird der Grüne Knopf auf weitere Produktionsschritte wie den Baumwollanbau ausgeweitet. Auch die Sozial- und Umweltkriterien werden kontinuierlich weiterentwickelt, zum Beispiel hin zu existenzsichernden Löhnen. Ein Beirat aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft unterstützt dies.

 

 

 

 

 

 

 

 

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