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Arbeitgeber-Bonding in der Elternzeit

Montagabend – 19 Uhr. Normalerweise singe ich jetzt „La le Lu“ und bestaune die Möhrenflecken auf meinem „Wir-essen-jetzt“-Brei-Shirt. Nicht heute. Im Business Outfit betrete ich die Tchibo Zentrale. Ich bin auf dem Weg zum Tchibo Treffen für Mitarbeiter in Elternzeit. Wann hatte ich eigentlich das letzte Mal Pumps an?

Das interne Come Together findet bereits zum fünften Mal statt und ist Teil des umfassenden Familien-Programms von Tchibo. Mitarbeiter in Elternzeit werden bis zu viermal im Jahr eingeladen – zum Austausch und um sich über aktuelle (Geschäfts-) Entwicklungen zu informieren. Mit mir sind wir 17 Mütter, die der Einladung gefolgt sind. Leider (noch) kein einziger Vater.

Information: Wie entwickelt sich das Unternehmen?

Nach der Begrüßung durch die Initiatorinnen Stefanie Heske und Gisela Buchholz aus unserer Personalabteilung berichtet Frank Thomsen, Leiter der Unternehmenssteuerung, wie das Tchibo Geschäft läuft. Dabei geht es ans Eingemachte: Welche strategischen Geschäftsfelder sind geplant? Was waren die Renner 2011 und 2012, was ist weniger gut gelaufen? Beate Starnick, Head of Category Ladies Fashion, macht neugierig aufs kommende Jahr. Sie präsentiert uns, mit welchen neuen Wochenwelten wir unsere Kunden überraschen werden und welche Non Food Projekte unsere Kollegen gerade umtreiben. Dinge, die ich eigentlich auch im Intranet nachlesen könnte. Aber aus erster Hand und so lebendig präsentiert bleibt viel mehr hängen. Außerdem haben wir Zeit zu diskutieren. Ich bin erstaunt, wie schnell wir alle wieder „drin“ sind.

Bindung: Wie organisiere ich den Wiedereinstieg?

Es ging aber nicht nur ums Business, sondern auch um die ganz persönlichen Bedingungen für den Wiedereinstieg. Wie sieht es bei Tchibo mit Job-Sharing Modellen aus ? (Gibt immer mehr). Verändern sich die Rahmenbedingungen für meinen Vertrag, wie Urlaubsregelungen, wenn ich Teilzeit wieder komme? (Natürlich nicht). Kann ich mich für einen Hamburger Tchibo Kita Platz bewerben, wenn ich in Niedersachsen wohne? (Leider nein). Fragen die noch offen blieben oder man nicht in großer Runde diskutieren wollte, konnten im Nachgang mit Gisela Buchholz geklärt werden.

Vernetzung: Und sonst so?

Nach dem offiziellen Teil war Zeit für den Austausch untereinander, die uns allen viel zu kurz vorkam. Verbindet uns doch jetzt nicht mehr nur der Arbeitgeber, sondern auch das Mutter sein. Ein runder Abend, der mir sehr gut gefallen hat.
Persönlich würde ich mich freuen, wenn in den kommenden Jahren immer mehr Väter dabei wären; und Teilzeit- und Kinderbetreuungsfragen nicht mehr primär als Frauensache diskutiert werden.

Auch Initiatorin Stefanie Heske freut sich über die gelungene Veranstaltung: „Elternzeit ist eine Lebensphase, in der Mütter und Väter nicht aktiv bei Tchibo sind. Trotzdem bleiben sie in dieser Zeit natürlich Mitarbeiter. Dies wollen wir mit dem Come Together vermitteln.“ Gelungen!
Einzig meine Füße haben die Pumps nicht so gut verkraftet – die kommen jetzt erstmal wieder bis Anfang nächsten Jahres nach hinten in den Schuhschrank.

 

 

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5 Kommentare zu „Arbeitgeber-Bonding in der Elternzeit

  1. Sven

    Eine schöne Idee. Gerade das Auf-dem-Laufenden-Halten ist doch für alle wichtig, die sich in Elternzeit befinden; das sollten sich ruhig weitere Unternehmen ansehen. Schade, dass sehr selten Väter in Elternzeit anzutreffen sind.

  2. Mutti

    Hallo zusammen,

    Schöner Beitrag und gute Idee. :-) War bei mir leider noch nicht der Fall.

    Zum Thema Kinderbetreung:
    Es ist nicht ganz richtig, dass man sich NICHT für einen Hamburger (Tchibo) Kitaplatz bewerben kann wenn man aus Niedersachsen kommt.

    Es komt ganz darauf an, wie viel man arbeiten will und wie die Kitas in der Umgebung in der man wohnt aufgestellt sind. Möchte man in Vollzeit zurückkommen, dass heißt z.B. 40 Std. und man hat dazu vielelicht noch eine lange Hin- un Rückfahrt ist es höchst wahrscheinlich nicht möglich in der näheren Umgebung des Wohnortes einen Kitaplatz zu erhalten, da diese meist nicht so lange Betreuungszeiten haben.
    Das heißt, wenn z.B. Niedersachsen keinen Kitaplatz in der Nähe zur Verfügung hat mit z.B. 50 Std. Betreuung (bei 40 Std. Woche nicht unüblich), dann ist es sehr wohl möglich hier in der Kita City Nord einen Platz zu erhalten.

    Viele Grüße von einer Mutter mit genau dieser Erfahrung ;-)

  3. Stefanie

    Das finde ich eine super Sache, dass Mitarbeiter in Elternzeit regelmäßig informiert werden. Das werde ich in meiner Firma auch mal anregen…

  4. willi

    Eine tolle Idee. Ganz besonders wichtig finde ich, dass dadurch der Wiedereinstieg erleichtert wird. Ich denke der Umstieg, aus dem Familienleben in das Arbeitsleben, ist sowieso nicht eine ganz so leichte Angelegenheit.
    Schöne Grüße Willi

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