Alle Artikel

Save the Children

Krystelle berichtet über unser Engagement gegen Kinderarbeit in Guatemala

Hola aus Guatemala! Ich bin Krystelle, Referentin Internationale Programme bei Save the Children, und berichte euch von unseren Projekten gegen Kinderarbeit, welche wir hier gemeinsam mit Tchibo umsetzen. Leider ist Kinderarbeit in Guatemala immer noch verbreitet: Schätzungsweise jedes fünfte Kind zwischen sieben und 17 Jahren trägt in dem sehr armen Land zum Familieneinkommen bei.

 

Save the Children ist seit rund 30 Jahren in Guatemala im Einsatz. Seit dem Jahr 2013 engagieren wir uns mit Tchibo in der Region Olopa, um schädliche Kinderarbeit zu bekämpfen. Auf Grundlage des Erfolgs unserer Arbeit haben wir im Jahr 2014 ein zweites Projekt in der Region Huehuetenango gestartet. In beiden Regionen leben überwiegend indigene Familien; die Armut und der Anteil der arbeitenden Kinder liegen über dem Landesdurchschnitt. Viele Familien arbeiten als Erntehelfer auf den Kaffeefarmen.

 

Um die Kinder hier vor schädlicher Kinderarbeit zu schützen, verfolgen wir mit unserer Projektarbeit drei Ziele:

1.    Alternativen schaffen: Wir bieten sofortige Alternativen, zum Beispiel durch Betreuungsmaßnahmen, damit die Kinder nicht mehr mit zur Ernte müssen, sondern tagsüber sicher spielen und lernen können.

2.    Das direkte Umfeld sensibilisieren: Wir klären Eltern über die Gefahren für Kinder auf den Feldern auf und schulen Lehrer, Gemeindevertreter und Kinder zu den Kinderrechten, wie zum Beispiel das Recht auf Bildung für jedes Kind.

3.    Das Bildungsangebot verbessern: Wir vergrößern das Bildungsangebot in den Regionen und unterstützen Schulbehörden dabei, das Angebot zu erweitern und den Bedürfnissen der Familien anzupassen.

Maria, Schuldirektorin einer Schule in San Marcos de Huista zum Beispiel wünscht sich, dass die Kinder eine hochwertige Bildung genießen. Damit sie mit ihrem Wissen das wirtschaftliche Potential der Region Jacaltenango weiter aufbauen: „Die Unterstützung von Save the Children ist sehr wertvoll für uns, da wir durch das Lehrertraining die Bildungsqualität verbessern können.“

Nachhaltigkeit durch eine langfristige Perspektive

Auch viele Freiwillige helfen bei den Bildungsangeboten mit und sorgen so dafür, dass unsere Angebote nachhaltig weitergeführt werden – durch die lokalen Behörden und mit Hilfe der Bevölkerung. Ziel unserer gesamten Arbeit ist es, den Armutskreis zu durchbrechen. Denn Armut ist dafür verantwortlich, dass Kinder arbeiten gehen müssen. Basis für eine nachhaltige Veränderung ist eine qualitativ hochwertige Bildung für die Kinder, aber auch ein größeres Verständnis von Kinderrechten in den Gemeinden und bei den Kindern selbst, damit sie für ihre Rechte einstehen können.

Gute Bildung schafft Selbstvertrauen

Eine gute Bildung und Selbstvertrauen werden dazu führen, dass die Kinder ihre Zukunft erfolgreicher in die Hand nehmen können, besser qualifiziertere Arbeitsplätze bekommen und kreativer an gute Einkommensquellen kommen. Deswegen unterstützen wir auch die Familien dabei, neue Einkommensquellen zu identifizieren.  Damit sie nicht nur saisonal in der Kaffeeernte arbeiten, sondern auch während des restlichen Jahres für Einkommen sorgen können. Letztlich ist unser Ziel, dass die nächste Generation von Kindern und Jugendlichen, die Teil des Projektes sind, der Armut entkommt. Und die Kinderarbeit in den Regionen reduziert wird.

 

Ein Beispiel aus der Praxis: „Produktivprojekte“ in Jacaltenango

In Jacaltenango bieten wir sogenannte „Produktivprojekte“ an. Das sind Projekte, in denen der Gemeinschaft und auch den Schülern ganz praktische Möglichkeiten näher gebracht werden, mehr Geld zum Lebensunterhalt zu verdienen. Zum Beispiel zeigen wir in Workshops, wie der Anbau von Produkten für den eigenen Verbrauch oder Nutztierhaltung im kleinen Rahmen funktionieren kann. Besonders Frauen aus den Gemeinden und die ältere Kinder zeigten sich sehr interessiert und begeistert. Schon über 280 Jugendliche nahmen an dieser Workshop-Reihe zur Gründung von Unternehmen teil – das ist ein Drittel mehr als wir erwartet hatten!

Was mir die Kinder sagen:

Den Erfolg unseres Projektes sehe und spüre ich ganz unmittelbar bei den Kindern. Die 12-jährige Ingrid, die die fünfte Klasse besucht, ist ganz begeistert: „Wir finden es toll einen Schulgarten zu haben. Wir haben viel gepflanzt und auch zu Hause Blumen gesät.“

 

Ich habe viele lächelnde, unbeschwerte Kinder kennengelernt, die durch ihren regelmäßigen Kita- und Schulbesuch ihren Wissensdurst endlich wieder stillen können. Denn jedes Kind will lernen. Viele dieser Kinder haben keine Perspektive für ihre Zukunft gesehen. Ein schönes Ergebnis unsere Arbeit ist, dass diese Kinder jetzt wieder von ihrer eigenen Zukunft träumen. Ich bin sehr stolz darauf, dass wir zusammen mit Tchibo für die Kinderrechte in Guatemala einstehen. Gemeinsam tragen wir dazu bei, diese Kinder für ihre eigene Zukunft zu stärken.

 

Über Save the Children
Save the Children ist als größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in mehr als 120 Ländern tätig. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Schule und Bildung, Schutz vor Ausbeutung und Gewalt sowie Überleben und Gesundheit – auch in Katastrophensituationen. Save the Children setzt sich ein für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet. Eine Welt, in der alle Kinder gesund und sicher leben und frei und selbstbestimmt aufwachsen können.

Diesen Artikel weiterempfehlen

Hier kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.