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Kitaprojekt Coffee Care & Tchibo

Ein typischer Tag mit den Kindern von Huehuetenango

Hola, ich heiße María Fernanda Villagrán und bin 27 Jahre alt. 2011 habe ich meinen Abschluss in Ökotourismus an der Universität del Valle in Guatemala gemacht. Ich liebe das guatemaltekische Landleben seit ich klein bin, die vielen Kulturen und Orte. Auch helfe ich gerne den Menschen, die es nötig haben. Darum suchte ich eine Arbeit, mit der ich diese Interessen gut verbinden kann. Und habe sie gefunden! Seit Oktober 2011 arbeite ich für die Asociación Coffee Care, die zum Kaffee-Exporteuer UNITRADE gehört, ihr Ziel: Die Lebensqualität in den Kommunen in Kaffee-Regionen zu erhöhen. Es ist schön, etwas für mein wunderschönes Land Guatemala zu tun.

Seit 5 Jahren arbeiten Tchibo und Coffee Care zusammen um die Erntehelfer in der Region Huehuetenango zu unterstützen. Seit Jahrhunderten pflücken diese Maya Famillien – fern ihres Wohnsitzes – monatelang Kaffee, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Sie müssen in der Regel ihre ganze Familien mitnehmen, was natürlich einen regelmäßigen Schulbesuch für die Kinder schwierig macht. Darum haben wir Programme entwickelt, damit die Kinder auch während der Erntezeit lernen und spielen können. So unterstützen wir 6 Kitas auf den Farmen, wo Kinder zwischen 1 und 9 Jahre nach der Montessori Methode betreut werden.

Hier möchte ich einen typischen Tag beschreiben: Um sechs Uhr klingelt der Wecker. Es ist nicht leicht, bei der morgendlichen Kälte das warme Bett zu verlassen. Doch ich muss mich fertigmachen, die Kitas warten auf mich. Mein Pick Up läuft schon warm, ich greife mir noch schnell Saft und Kekse. Die Morgendämmerung entschädigt für das frühe Aufstehen: Die Sonne schickt ihre ersten Strahlen über die mit Kaffeesträuchern bedeckten Bergen und erwärmt auch die Gesichter einiger Kaffeepflücker, die gerade ihre Unterkünfte verlassen um ihr Tageswerk zu beginnen.

Jetzt ist es 6.30 Uhr und die Kindergärten machen auf. Meine Tour zu den Kitas fängt eigentlich immer mit Los Arroyos I an. Als ich ankomme, bereiten die Köchinnen das Feuerholz vor um Atol (ein warmes Getränk, das was wir den kleinen Kindern morgens zum Frühstück reichen, um ihre oftmals einseitige Ernährung zu ergänzen) zu kochen. Die Kindergärtnerinnen machen noch die Räume sauber und die Lehrerinnen rufen die Kinder, die sich mit Fußball die Zeit vertreiben. Heute habe ich eine Verabredung mit einer der Lehrerinnen. Ich möchte erfahren, ob es Neuigkeiten gibt, wie viele Kinder diese Woche die Kita besucht haben und was die kleinen Kinder erlebt haben.

Nach dem Gespräch mit der Lehrerin umhüllt mich der traumhafte Frühstücksgeruch. In der Küche zaubern die Köchinnen ein leckeres Frühstücksei. Für die Kinder ist das eine sehr wichtige Mahlzeit. Wir geben hier auch noch ein bisschen Soja-Konzentrat als Nahrungsergänzungsmittel hinzu. Mittlerweile ist es schon 7.00 Uhr, die Kinder kommen langsam an und stellen sich in einer Reihe auf. Als allererstes steht die Hygiene auf der Tagesordnung und so lernen die Kinder sich vor jeder Mahlzeit die Hände zu waschen. Erst dann dürfen sie ihre Teller mit dem Frühstück und dem warmen Atol-Getränk nehmen und gemütlich frühstücken.

Nach dieser ersten Stärkung werden ordentlich die Zähne geputzt, dann geht’s zum Unterricht. Aktuell lernen sie gerade die Zahlen und auch zu zählen. Mein Besuch bei Los Arroyos I neigt sich dem Ende zu und ich verabschiede mich für diesen Tag von den Kindern, den Lehrerinnen und den Köchinnen. Ich mache mich jetzt auf den Weg zu den anderen Kitas und freue mich auf sie.

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