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Tchibo Trendforscher unterwegs

Innovationsreise ins Silicon Valley: die Zukunft ist vernetzt! – Teil 2

Teil 2 meiner Reise! Anfang Oktober bereiste ich mit Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch und einer 70-köpfigen Delegation von Wirtschaftsexperten der Hamburger Informations- und Kommunikationsbranche San Francisco und das Silicon Valley. Ziel der Reise war es, die neuesten Trends von Google, Apple und Co. direkt und vor Ort unter die Lupe zu nehmen. Die spannendsten Einblicke und Themen möchte ich hier vorstellen. Ich bin übrigens Patrick Schenck, Innovation Manager bei Tchibo.

Apple: alles über Apps & Apps über alles

Tag 4: Infinite Loop 1. Auch zur Pilgerstätte für alle Apple Fans kommen wir und folgen gespannt, was der Director des Apple App Stores zu Erfolgsfaktoren von Smartphone-Apps im Besonderen und digitalen Angeboten im Allgemeinen zu sagen hat. Für den Erfolg in einer digitalen Zukunft spielen Apps für Smartphone, Tablet und Co. als Interaktions- und Steuerungselement eine zentrale Rolle. Aber da wir ja hier nicht bei irgendeinem Unternehmen, sondern bei Apple sind, gilt: No picture. No video. No recording… Die Aura kommt ja nicht von ungefähr!

Stanford University: Hand in Hand mit Robotern

Nachmittags besuchen wir die Elite-Universität Stanford, wo auch schon die Gründer von Intel, Google, Yahoo oder Hewlett-Packard studiert haben. Im Labor des Robotics Department (übrigens im William Gates Building) können wir am eigenen Leib ausprobieren, wie sich die Zukunft der Mensch-Maschine-Interaktion anfühlt. Mittlerweile lassen sich sogar Glibber-Oberflächen durch haptische Joysticks simulieren. Interessanter Vergleich: um dem Auge die Illusion eines Filmes zu geben, brauchen wir 25 Bilder in der Sekunde. Um dem Tastsinn eine ähnliche Illusion zu verschaffen, bedarf es 1000 Updates in der Sekunde!

Am Abend wartet unser zweiter Startup-Pitch Termin, bei dem verschiedene Unternehmen ihre Ideen vorstellen und sich um Investoren bemühen. Auch Technology Futurist Paul Saffo hält einen Vortrag: Nach dem Ende der Konsumgesellschaft dreht sich in der aktuellen Creators Economy alles um die aktive Einbeziehung der Nutzer. „With Google, you have to put something in to get something out! “ („Bei Google musst du etwas eingeben, um etwas herauszubekommen.“) Diese neuen Mitmachmodelle schaffen durch Vernetzung neue Angebote, die die Regeln der bisherigen Märkte radikal herausfordern. Paradebeispiel sind auch hier AirBnB oder Taxi-Konkurrent Uber.

Facebook: Willkommen im Netzwerk!

Auch auf dem Campus von Facebook wird das Wohlbefinden groß geschrieben. Gratis Essen, gratis Zahnbehandlung beim Campus-internen Zahnarzt, Barbecue Corners und Candy-Stations, sogar eine Fahrradwerkstatt und Shuttle-Busse für die pendelnden Mitarbeiter aus San Francisco (selbstverständlich mit WLan) sorgen dafür, dass man sich im Facebook-Land rundum wohlfühlt.

Und so ist es auch mehr das Gefühl auf dem Gelände als die Einblicke in die digitalen Themen, die vom Besuch bei Facebook im Hacker Way 1 bleiben: Man arbeitet nicht bei Facebook, sondern in Facebook, weil ein Job am Hauptsitz des größten sozialen Netzwerks weltweit mit aktuell 1.3 Milliarden Nutzern einer Mitgliedschaft in einer ganz besonderen Community und eingeschworenen Gemeinschaft gleicht.

Cisco Systems: das Internet von Allem

Nachmittags begrüßt uns Cisco Systems mit der Aussage Tomorrow starts here. Das US Telco-Unternehmen treibt seit den Anfangsjahren der Digitalisierung die Vernetzung voran und stellt uns die Zukunft des Internet of Everything (Internet von Allem) vor. Hier werden Menschen, Prozesse, Daten und Dinge miteinander verknüpft, was beispielsweise auch bei einem Logistik-Knotenpunkt wie dem Hamburger Hafen zu weitreichenden Veränderungen führen wird. Mit der Prognose, dass wir weltweit im Jahr 2020 mehr als 50 Milliarden vernetzte Objekte haben werden, wird die Fähigkeit, die hier entstehenden „Big Data“ zu analysieren, zum wichtigsten Überlebensfaktor in der Netzwerkgesellschaft.

Fazit nach sechs Tagen im Silicon Valley: just do it!

Tag 6: Nach etwas Shopping (… nennen wir es lieber Store Check, schließlich bin ich ja geschäftlich hier und auch in Sachen Innovationen im Handel unterwegs. Deshalb habe ich mir beispielsweise auch den virtuellen Ankleidespiegel bei Uniclo genau angeschaut…) reisen wir an Tag 6 wieder zurück in die deutsche Heimat mit vielen neuen Eindrücken, interessanten Gesprächen mit den Startups und den deutschen Mitreisenden.

Neben den Trendthemen Mobile, Big Data und 3D-Druck faszinieren mich besonders die Mentalität und die Bereitschaft, Dinge anzugehen und alles auszuprobieren. John Baekelmans, Chief Technology Officer bei Cisco vergleicht die Mentalitätsunterschiede zwischen den USA und Europa in seinem Vortrag folgendermaßen: „In Europa sind wir oftmals sehr risikoscheu. In den USA sind wir viel mehr bereit, ein Risiko einzugehen. Wir scheitern. Wir scheitern früh, und danach wissen wir, wie es geht“.

Diese Einstellung, mehr Auszuprobieren, möchte ich mir für meine Arbeit hier in Deutschland bewahren. Denn eines habe ich in der Woche im Silicon Valley gelernt: alles wird mit allem vernetzt sein, überall werden Daten ausgetauscht und erhoben werden. Die Digitalisierung wird alle unsere Lebensbereiche beeinflussen. Manche radikaler (siehe AirBnB) manche weniger radikal (Kaffee trinken). Aber wie werden wir den Kaffee bezahlen? Über Facebook, Iris-Scan oder den Fingerabdruck? In der aktuellen Zeit des digitalen Umbruchs gibt es keine fertigen Lösungen und keine Erfolgsgarantien. Es gibt nur Chancen, die wir ausprobieren können. Packen wir sie an!

Patrick Schenck, Senior Innovation Manager Tchibo

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3 Kommentare zu „Innovationsreise ins Silicon Valley: die Zukunft ist vernetzt! – Teil 2

  1. Roman

    Hallo Patrick

    Wirklich sehr guter Artikel, dass verdeutlicht wie weit entfernt Europa in Sachen Digitalisierung von den USA ist. Aber es gibt auch in Europa viele Leute die Risikobereit sind, allerdings fehlt es hier an der Grundlage. In den USA z.B. gibt es bestimmte Organisationen die Junge Unternehmen fördern und ihnen versuchen bei ihrem Vorhaben unter die Arme zu greifen. Hier in Deutschland gibt es soetwas nicht. Ich hatte erst letztens einen Bericht im TV gesehen, wo es hies, dass man hier in Deutschland nicht die selben Möglichkeiten hat wie in den USA um solche Ideen wie Google, Facebook und Co zu realisieren. Traurig, aber ich hoffe dass ändert sich bald. Denn man sieht dadurch wie abhängig wir uns dadurch von den USA machen.

  2. Schilling

    Sie haben schon recht, aber egal wie Innovativ die Idee ist, ohne Businessplan gerät das gesamte Projekt schnell in Schieflage. Deshalb lieber einen Arbeitstag in einen Businessplan investieren und davon Jahre lang profitieren!

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