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Ist mein Strom wirklich öko?

Mein morgendlicher Griff in den Kleiderschrank geht ins Pulloverfach. Die Lust auf Eis ist mir vergangen, das Freibad hat geschlossen. Noch sieht man Verwegene in Flipflops den Schlammpfützen ausweichen, doch lässt es sich nicht mehr verdrängen: Der Sommer, der keiner war, weicht dem Herbst.

Eine neue Heizsaison steht vor der Tür und damit verbunden die Frage, ob es nicht endlich Zeit ist zu Ökostrom zu wechseln. Sind Sie schon? Gut! Sie sind noch nicht gewechselt? Schlecht! Warum nicht? Vielleicht können wir Ihnen mit folgenden Fragen und Antworten die Entscheidung erleichtern.

Ist mein Strom wirklich öko?

Das Thema Ökostrom hat in den letzten Wochen und Monaten enorm an Bedeutung gewonnen. Für Verbraucher, die jetzt zu einem Anbieter von Strom aus erneuerbaren Quellen wechseln wollen, stellt sich vor allem eine Frage: Welchem der zahlreichen Ökotarife, die es auf dem deutschen Markt gibt, kann ich vertrauen? Denn manche Tarife, die auf dem Markt als öko angeboten werden, sind nicht wirklich grün. Einige bieten ihren Kunden zwar Strom aus erneuerbaren Quellen an, die Erlöse, die die Stromanbieter damit erwirtschaften, tragen aber nicht zu dem weiteren Ausbau von Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energien bei. Eine Orientierungshilfe dafür, welcher Stromanbieter wirklich Ökostrom vertreibt, bieten Gütesiegel wie das ok-power Label. Dieses wird vom Verein Energie-Vision verliehen. Der Verein wird vom Öko-Institut, dem WWF Deutschland und der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen getragen.

Was muss ich bei Ökostrom-Tarifen beachten?

Wer Ökostrom kauft, unterstützt klimaverträgliche Formen der Energieproduktion und trägt so direkt zum Klimaschutz bei. Der Begriff Ökostrom ist in Deutschland allerdings nicht rechtlich definiert oder geschützt. So bieten zum Beispiel manche Anbieter ihren Kunden Ökostrom an, tragen jedoch nicht aktiv zum Ausbau neuer Anlagen für erneuerbare Energie bei. Für echten Ökostrom gilt es daher, bei der Wahl des Ökostromanbieters und -tarifs ein paar zentrale Punkte zu beachten. Die entscheidende Frage dabei: Fördert der Anbieter den Ausbau neuer Anlagen und trägt somit zur Erhöhung der Gesamtmenge an Ökostrom im deutschen und europäischen Strommix bei? Unabhängige Siegel wie das ok-power Label helfen Verbrauchern hier bei der Orientierung, denn nur die Tarife, die einen zusätzlichen Umweltnutzen mit sich bringen, werden mit dem Siegel zertifiziert. Darüber hinaus überprüfen unabhängige Auditoren, wie genau sich der Strommix der Anbieter zusammensetzt und ob alle Versprechen gegenüber den Kunden gehalten werden. Ihr Ökostromtarif sollte natürlich nicht nur ökologische Kriterien erfüllen, sondern ebenso faire Preis- und Servicekonditionen bieten. Tchibo Grüner Strom erfüllt beide Kriterien: Der Ökostrom kann preiswerter sein als der herkömmliche Strommix, darüber hinaus können Sie sich auf zwölf Monate Preisgarantie verlassen, müssen keinerlei Vorauszahlungen leisten und können Ihren Vertrag monatlich kündigen.

Der Stromsee

Jeder Verbraucher, der sich entscheidet, Grünen Strom von Tchibo zu beziehen, schafft einen Anreiz, in den Ausbau von Anlagen zur Erzeugung von erneuerbaren Energien zu investieren. Je mehr dieser Anlagen entstehen, desto überflüssiger wird die Stromerzeugung aus konventionellen Kraftwerken. Doch wie genau funktioniert dieses Prinzip? Das Modell des sogenannten „Stromsees“ macht es deutlich: Der Strom aller konventionellen und regenerativen Kraftwerke wird in das Stromversorgungsnetz eingespeist. Stellt man sich dieses Prinzip als See vor, hat der Stromsee mehrere Quellen, die Kraftwerke, und viele verschiedene Abflüsse, die Verbraucher. Die Menge Strom, die von den Verbrauchern auf der einen Seite aus dem See entnommen wird, fügen die Kraftwerke auf der anderen Seite wieder hinzu. Das Entscheidende dabei ist die Zusammensetzung des Sees, denn je mehr Anlagen Energie aus regenerativen Quellen einspeisen, desto höher wird der Anteil sauberen Ökostroms im Stromsee. Als Kunde von Tchibo Grünem Strom nehmen Sie persönlich positiv Einfluss auf den absoluten Anteil regenerativer Energien im Stromversorgungsnetz und sorgen so dafür, dass der Stromsee Stück für Stück sauberer wird (siehe auch Grafik in Bildergalerie).

Wie kommt der Tchibo Ökostrom in meine Steckdose?

Der Ökostrom von Tchibo ist zu 100 % Grüner Strom aus Wasserkraftwerken in Norwegen. Doch wie genau wird er erzeugt und wie findet er seinen Weg in unsere heimischen Steckdosen? Statkraft, der europaweit größte Erzeuger erneuerbarer Energien, produziert in seinen Wasserkraftwerken in Norwegen Ökostrom. Dabei wird durch fließendes Wasser mechanische Energie erzeugt, die mittels Generatoren in elektrische Energie umgewandelt wird. Durch eine Kopplung des norwegischen und schwedischen Stromnetzes sowie eine direkte Verbindung vom schwedischen Netz über das sogenannte Baltic Cable zum deutschen Übertragungsnetz fließt der Ökostrom aus den norwegischen Wasserkraftwerken nach Deutschland. In Deutschland kauft Tchibo den Ökostrom von Statkraft und liefert ihn an seine Kunden. Mit dem ok-power Label, das der Tchibo Ökostrom trägt, wird sichergestellt, dass der Ökostrom ausschließlich aus sauberer Wasserkraft stammt und darüber hinaus zum Ausbau erneuerbarer Energien beiträgt.

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8 Kommentare zu „Ist mein Strom wirklich öko?

  1. Gerald

    Also wer jetzt noch keinen Ökostrom hat ist selbst Schuld. auch dieser Artikel zeigt das es nur Vorteile gibt.

  2. Gundimann

    Klingt alles ganz toll. Aber wie schafft Ihr es in Hamburg den sauberen Ökostrom auf dem Weg zum Verbraucher von dem schmutzigen Atomstrom getrennt zu halten? Das würde mich interessieren. Männer sind nun mal immer technisch interessiert.

  3. Sandra Coy
    Sandra Coy

    Hallo Gundiman,
    das Modell des sogenannten „Stromsees“ macht es – einigermaßen – deutlich, aber natürlich ist es nicht ganz einfach zu erklären.
    Der Strom aller konventionellen und regenerativen Kraftwerke wird in das Stromversorgungsnetz eingespeist. Stellt man sich dieses Prinzip als See vor, hat der Stromsee mehrere Quellen, die Kraftwerke, und viele verschiedene Abflüsse, die Verbraucher. Die Menge Strom, die von den Verbrauchern auf der einen Seite aus dem See entnommen wird, fügen die Kraftwerke auf der anderen Seite wieder hinzu. Das Entscheidende dabei ist die Zusammensetzung des Sees, denn je mehr Anlagen Energie aus regenerativen Quellen einspeisen, desto höher wird der Anteil sauberen Ökostroms im Stromsee.

  4. Markan

    Das bedeutet doch im Umkehrschluss wenn ich den falschen Ökostrom (ohne OK label) kaufe, dann unterstütze ich in Wirklichkeit fossile Stromerzeugung? Das wäre ja eine Katastrophe. Oder habe ich etwas falsch verstanden?

  5. Monika Focks
    Monika Focks

    Hallo Markan,
    die Gütesiegel sind ein entscheidendes Kriterium, um eine einfache „Umdeklarierung“ von Atomstrom in grünen Strom zu vermeiden und so gegebenenfalls kein nachhaltiges Produkt zu unterstützen. Nicht jeder Strombezug ohne ok-power ist schlecht, es gibt mittlerweile eine Vielzahl an Gütesiegeln, wie auch Anbieter, die sich zum Teil sogar strengeren Kriterien unterworfen haben (z.B. Greenpeace).

    Die OK-Power Zertifizierung des Tchibo-Produktes basiert auf dem Händlermodell von Energievision e.V.. Hierbei wird gewährleistet, dass mindestens ein Drittel der Strommenge aus Kraftwerken stammt, deren Inbetriebnahme nicht länger als 6 Jahre zurückliegt. Ein weiteres Drittel stammt aus Anlagen, deren Inbetriebnahme nicht länger als 12 Jahre zurückliegt. Durch diese Restriktion entsteht (indirekt) ein Anreiz in erneuerbare Energien zu investieren, um das Produkt auch in Zukunft weiterhin anbieten zu können. Dabei kann es sich um Neubauten oder Investitionen in die Renovierung von alten Anlagen handeln. Die Einhaltung der Kriterien wird u.a. vom WWF (in Form von Energievision) überwacht.

    Ich hoffe mit der Antwort geholfen zu haben. Viele Grüße!

  6. Marian

    Hallo Monika, vielen Dank für die gute Erklärung. Die hat mir an dieser Stelle sehr weitergeholfen. Danke Dir…
    Viele Grüße

  7. Andreas

    Ich kann den treffenden Ausführungen von Monika nur zustimmen mit einer kleinen Ergänzung: Der WWF hat den EnergieVision e.V. Ende 2012 verlassen und dies mit den veränderten Aufgaben im Rahmen der Energiewende begründet. Der WWF will dem ok.power Label aber freundschaftlich erhalten bleiben siehe Pressemeldung des EnergieVision e.V.

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