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Jobsharing & Home-Office

Kind und Karriere bei Tchibo

Unser Ziel: Tchibo Mitar­beiter sollen Beruf und Familie noch besser verein­baren können. Drei Jahre nach der ersten Zerti­fi­zierung als famili­en­be­wusster Arbeit­geber lassen wir uns erneut von der Berufund­Fa­milie gGmbH der Hertie Stiftung zerti­fi­zieren. Viel wurde in den vergan­genen Jahren erreicht, wie etwa der Ausbau der Kitaplätze in unserer Hamburger Zentrale und eine einheitliche Home-Office Regelung. Was kommt jetzt? Ich sprach mit meiner Kollegin Stefanie Heske, Projekt­lei­terin Beruf & Familie, über die neuen Zielver­ein­ba­rungen.

Stefanie, wie ist denn der aktuelle Stand beim Thema Tchibo Audit Beruf und Familie?

Stefanie Heske: Wir haben das Siegel, das uns als erstes deutsches Handelsunternehmen als familienbewusster Arbeitgeber auszeichnet, bereits seit 2010. Die Auszeichnung wird stets für drei Jahre verliehen. Wir haben in den ersten drei Jahren viel initiiert und die vereinbarten Ziele erfüllt. Ich nenne jetzt zum Beispiel das Anbindungskonzept für Eltern in Elternzeit. Wir hätten die Rezertifizierung auch gar nicht starten können, wenn wir nicht positives Feedback über den Verlauf der ersten drei Jahre erhalten hätten. Das war sozusagen die Grundlage für die nun erfolgreich durchgeführte Rezertifizierung.

Wie geht es jetzt weiter? Was liegt den Tchibo Mitarbeitern am allermeisten am Herzen?

Stefanie Heske: Alle Mitarbeiter eint der Wunsch nach mehr Selbstbestimmtheit hinsichtlich Arbeitszeit und Arbeitsort. Da geht es um die Möglichkeit der selbstbestimmten Vollzeit, Teilzeitmodelle oder eben die Wahl des Arbeitsortes wie Home-Office. Die Kollegen wollen Vertrauen von ihren Führungskräften und sie wollen selbstbestimmt arbeiten. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von weiteren Themen, die wir in der Zielvereinbarung für die nächsten drei Jahre verankert haben. An der Umsetzung arbeitet eine Projektgruppe.

Einige Kolleginnen und Kollegen könnten sich auch vorstellen den Job zu teilen, ein paar haben das ja auch schon geschafft. Wie werden es mehr?

Stefanie Heske: Von diesen guten Beispielen müssen wir lernen. Sie müssen auf alle Fälle Schule machen.

Im Home-Office würden viele gerne mal arbeiten, klappt das bei uns? 

Stefanie Heske:  Führungskräfte werden immer sensibler für dieses Thema, nicht zuletzt weil immer häufiger in Medien darüber berichtet wird. Auch hier helfen uns die guten Beispiele, von denen wir lernen können. Wenn zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten offene Gespräche über Erwartungen stattfinden, wird das Arbeitsmodell sicherlich an Popularität gewinnen.

Gibt es eigentlich noch viele Mütter, die drei Jahre in Elternzeit gehen? Würdest Du das heute überhaupt noch empfehlen?

Stefanie Heske: Die durchschnittliche Elternzeit bei Tchibo beträgt 14 Monate. Vor zehn Jahren waren es noch annähernd drei Jahre. Das hat sich deutlich reduziert. Zum einen natürlich durch die Angebote, die wir in Sachen Kinderbetreuung  machen. Die Kita City Nord wird nach wie vor gut angenommen. Darüber hinaus besteht verstärkt der Wunsch, nach der Elternzeit möglichst wieder in unveränderte Positionen zurückzukehren. Diesen Wunsch unterstützen wir mit kontakthaltenden Maßnahmen, wie z. B. dem Eltern Get-Together, das seit drei Jahren besteht. Auch sprechen immer mehr Mütter schon vor der Elternzeit mit ihren Vorgesetzen über Möglichkeiten nach der Elternzeit. Das ist eine positive Entwicklung, weil dies zu mehr Planungssicherheit auf beiden Seiten führt.

Kommen denn die meisten Mütter in Teilzeit wieder?

Stefanie Heske: Ja, das ist nach wie vor der Trend, aber auch da sind wir flexibler geworden. Die Jobsharingmodelle zeigen es. Auch unsere Teilzeitstellen sind – im Vergleich zu noch vor fünf Jahren – viel mehr geworden, oft allerdings auch mit höheren Wochenstunden als noch vor einigen Jahren.

Also heißt es nicht gleich Karriereknick, wenn ein Kind kommt?

Stefanie Heske: Nein, die Vereinbarkeit von Karriere und Familie liegt uns ganz stark am Herzen. Im Herbst 2013 haben wir erstmalig eine Weiterbildung innerhalb des Eltern Get-Togethers  zu dem Thema “Wie schafft man einen guten Start im Job nach der Elternzeit?“ angeboten. Das wollen wir vertiefen.

Das Thema Pflege soll auch mehr in den Fokus rücken. Was ist hier geplant?

Stefanie Heske: Wir hatten im August eine Veranstaltung vom pme Familienservice zum Thema Pflege, die sehr, sehr gut angenommen wurde. Wir sind aufgrund dieser Nachfrage ganz deutlich angehalten, diese Themen zu vertiefen. Es wird weitere Vorträge geben. Etwa zum Thema Demenz.

Würdest Du heute sagen, Tchibo ist schon relativ weit vorne in punkto Beruf und Familie?

Stefanie Heske: Wir sind ja das erste Handelsunternehmen, das sich komplett hat zertifizieren lassen und nun schon seit drei Jahren an der kontinuierlichen Verbesserung von Vereinbarkeit von Beruf und Familie arbeitet.

Nehmen inzwischen viele Väter ihre zwei Monate Elternzeit?

Stefanie Heske: Vor zehn Jahren gab es einen Vater in der Produktion, der Elternzeit nehmen wollte. Der war noch ein Exot. Heute sind zumindest zwei Monate Elternzeit pro Kind für Väter schon recht normal. Die Nachfrage nach längerer Elternzeit steigt allerdings bei Vätern. Daher nutzen auch immer mehr Väter unser Beratungsangebot.

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