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Miniserie working moms: working dad (!) in Hamburg

Job und Kind – wie regeln das Mütter in andern Ländern? In den vergangenen Wochen waren wir zu Besuch bei Kolleginnen in Istanbul, Warschau, Budapest, Hongkong und Zürich. Heute feiern wir eine kleine Premiere – endlich gibt’s den „working dad“! Zwillingsvater Martin Lehmbrock ist im Tchibo Kaffee-Export tätig und arbeitet 20 Stunden pro Woche. Über schöne und herausfordernde Situationen berichtet er hier:

Seit meine sechsjährigen Zwillinge Lara und Ben ein Jahr alt sind, arbeite ich halbtags. Warum blieb ich zu Hause und nicht meine Frau? Ganz einfach: Meine Frau verdiente mehr – (und Kinder sind bekanntlich nicht ganz billig). Darüber hinaus ist mein Männerbild nicht von einem Vollzeit-Hauptverdienter-Vater geprägt. Als moderner Mann stelle ich mich in den Dienst der Familie und beharre nicht auf alte Strukturen. Was ich sehr gerne mache!

Unsere Aufteilung hat sich jetzt gut eingespielt. Ich könnte mir aber vorstellen, in ein paar Jahren, wenn die Kinder selbständiger sind, weiter an Stunden aufzustocken. Insgesamt entspannt sich die Situation jetzt schon, da die Kinder nun in die Schule kommen und erst um 16.00 Uhr abgeholt werden müssen. Das war bislang anders, denn die Kita schließt um 13.15 Uhr. Das hieß für mich: immer in Hektik, weniger soziale Kontakte im Büro, da nicht sehr viel Zeit für gemeinsame Mittagessen und Kaffeepausen. Schön, dass sich das jetzt ändert!

Natürlich muss ich bei einer Arbeitszeit von vier Stunden täglich sehr effektiv arbeiten. Seit fast 13 Jahren bin ich im Kaffee-Exportgeschäft tätig, mein Job ist anspruchsvoll und macht mir Spaß. Und er lässt sich gut in 20 Wochen-Stunden erledigen. Ich bin für unser Asien-Geschäft zuständig, das passt von der Zeitverschiebung her gut. Als zentraler Ansprechpartner für unsere Kollegin in Hongkong regle ich unter anderem Lieferungen und Zertifikate.

Komme ich nach Hause, ist auch mein „Zweitjob“ eng getaktet: Obgleich die Kinder in der Kita essen, sind sie meist hungrig. Also Snacks vorbereiten, dann ab zum Nachmittagsprogramm wie Tanzen, Leichtathletik und Schwimmkurs (den meine Kinder tatsächlich in unserem Tchibo Schwimmbad machen!).

Ich bin gerne mit unseren Zwillingen zusammen und freue mich, sie aufwachsen zu sehen. Nicht missen möchte ich, was mir die Kinder alles zurückgeben. Allerdings: Wie die meisten (berufstätigen) Eltern bin auch ich nach dem Zubettbringen der Beiden erledigt.

Zuweilen gibt es dann noch abendliche Gespräche mit meiner Frau bezüglich meiner Haushaltsführung. Hier muss ich klar sagen: Männer haben eine andere Sicht als Frauen, zumindest was den Haushalt angeht…

Alles in allem bin ich zufrieden: Mein Job füllt mich aus, die Kinder bereiten mir viel Freude. Allerdings würde ich mir wünschen, dass mehr Männer Teilzeit arbeiten. Denn im Büro wie auf dem Spielplatz bin ich als Teilzeit-Kollege bzw. „diensthabender“ Vater ein Exot. Den Müttergesprächen auf dem Spielplatz kann ich mich nur schwer anschließen, hier würde ich mich über männliche Verstärkung freuen!

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