Alle Artikel

Blogserie, Teil 1

Mitarbeiter in der Produktion: Anlagenbediener Röstmaschinen

Lassen Sie uns zu Jahresbeginn Kaffeeröstgeruch um die Nase wehen. Was vielleicht wenige wissen: In Hamburg steht unsere größte Kaffeerösterei. Und dort arbeiten viele Kollegen in spannenden Berufen. Vier von ihnen wollen wir in unserer neuen Blogserie vorstellen. Armin Gräfe, Anlagen­be­diener Röstma­schinen, macht als Dienstältester den Start. Denn er kennt das Geheimnis einer gelun­genen Röstung und was sich hinter dem Begriff „fliegender Sorten­wechsel“ verbirgt.

Armin, wie lange arbeiten Sie schon hier?

Seit März 1977, also seit fast 37 Jahren!

Ihre erste Tat, wenn Sie zur Arbeit kommen?

Ich rauche eine Zigarette, ziehe mir meine Arbeitskleidung an, nehme mir einen Becher Kaffee und gehe dann an meinen Arbeitsplatz. Dort mache ich mit meinem Kollegen die Schichtübergabe, das heißt wir besprechen, ob in der vorigen Schicht Probleme aufgetreten sind. Dann geht der Kollege nach Hause und ich übernehme die Maschinen.

In welchen Schichten arbeiten Sie denn?

In allen drei Schichten. Die erste Schicht der Woche startet sonntags um 22:00 Uhr die letzte Nachtschicht endet samstags am frühen Morgen um 6:00 Uhr

Können Sie uns Ihre Aufgaben beschreiben?

Ich bediene die Schaltpulte und steuere so die Röstmaschinen. Regelmäßig entnehme ich Proben des frisch gerösteten Kaffees. Zuallererst schaue ich, wie die Kaffeebohnen aussehen: Sind sie gleichmäßig geröstet? Gibt es viel Bruch? Anschließend kontrolliere ich mit einem Messgerät die Farbe und die Feuchtigkeit des Kaffees. Jede Sorte hat andere Richtwerte. Stimmen die Werte der Proben nicht mit den Vorgaben überein, muss ich die Einstellungen der Röstmaschinen, wie die Temperatur, solange ändern bis die Farbe und die Restfeuchte stimmen.

Was ist das Geheimnis einer gelungenen Röstung?

Das verrate ich nicht… Nein im Ernst, das Geheimnis einer gelungenen Röstung wird von den Kollegen im Labor entwickelt. Sie probieren aus und sagen uns wie lange die Sorte bei einer gewissen Temperatur geröstet werden muss um final gewisse Farb- und Feuchtwerte zu haben. Wenn wir das hinbekommen, dann schmeckt er.

Manchmal sind Ergebnisse auf dem Proberöster allerdings anders als im großen Trommelröster, dann verändern wir die Parameter im Rahmen der Qualitätsvorgaben. Das Geheimnis einer gelungenen Röstung liegt daher auch in der Erfahrung der Röstmeister.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?

Ich habe tolle Kollegen und ich finde auch, dass Tchibo ein guter Arbeitgeber ist. Hier in der Steuerzentrale gefällt es mir auch besser als früher als Schlosser. Die Arbeit ist körperlich weniger anstrengend.

Was ist die größte Herausforderung?

Fliegende Sortenwechsel, das heißt Sortenwechsel ohne die Maschine abzufahren. Wenn zwischen den Temperaturen der beiden Sorten große Unterschiede liegen, ist es eine  Herausforderung den Wechsel schnell vorzunehmen und dabei so wenig Ausschuss wie möglich zu produzieren.

Wie trinken Sie Ihren Kaffee am liebsten?

Schwarz. Sehr gut schmeckt mir z. B. der African Blue – da  schmeckt man das volle Aroma der Bohnen. Davon trinke ich jeden Tag zwei bis vier Tassen. Ab und zu brühen wir uns den Kaffee hier auch türkisch auf – einfach das Pulver in kochendes Wasser geben und warten, bis sich der Kaffee abgesetzt hat.

Und was machen Sie nach der Arbeit?

Motorrad fahren, das ist mir sehr wichtig! Wenn ich mit meinem BMW Tourer alleine unterwegs bin, kann ich sehr gut nachdenken und entspannen. Ein weiteres Hobby von mir ist Sportschießen.

Diesen Artikel weiterempfehlen

Hier kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.