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Mount Kenya: Esther braucht einen Stall

Name: Esther Wawira Njathe
Beruf: Farmerfrau, 38, Mutter von drei Kindern
Wohnt in: Karumande, Baragwi

Am dritten Tag unseres Kenia-Besuchs treffen wir Esther Wawira. Da es am Äquator schlagartig gegen 18.00 Uhr dunkel wird, findet unsere erste Begegnung in samtener Schwärze statt. Umgeben von den Geräuschen des Busches werden wir von Esther stürmisch begrüßt. Stolz macht sie mit uns eine Nachtführung durch ihre kleine Kaffeeplantage. Im Gegensatz zu vielen anderen Farmerfrauen am Mount Kenya ist die 38jährige in punkto Agrikultur schon einen ganzen Schritt weiter. Denn Esther ist eine sogenannte Promotion Farmerin, die unter anderem das Rainforest Alliance Zertifikat für ihre Farm schon lange im (Kaffee)sack hat. Die dreifache Mutter hat in diversen Agrarschulungen Methoden zur Verbesserung der Kaffee-Anbaubedingungen und Ernte erlernt.  Jetzt gibt sie dieses Wissen an ihre Nachbarinnen weiter.

Und diese staunen nicht schlecht, hat Esther Wawira doch ihren Ertrag enorm gesteigert . So brachte ihre letzte Ernte 3000 Kilogramm ein,  zuvor waren es im Schnitt nur 700 Kilogramm! Wie macht sie das? Sie hat zum Beispiel das korrekte Stutzen der Bäume erlernt, sie düngt den Boden mit einer Mischung aus Kuhdung und Kompost, sie deckt den Boden ab, so dass weniger Wasser verdunstet und die Wurzeln feucht bleiben.

Am Tag darauf besuchen wir Esthers Farm erneut für Foto- und Filmarbeiten. Alle Nachbarn sind zusammengekommen und bestaunen die weißen Besucher, die mit Nivea-Sonnencreme die afrikanische Sonne bezähmen wollen. Sonnencreme haben die Menschen hier noch nie gesehen, freuen sich aber, diese auszuprobieren. Auch Esthers 80jähriger Vater hat sich fein gemacht und erscheint in Anzug und Gummistiefeln, er betreibt die Farm gleich nebenan, nach wie vor aktiv übrigens! Esthers  Mann dagegen arbeitet in Nairobi und ist nicht anwesend.

Vor ihrem Wohnhaus aus Holz  liegt ein alter Pullover zum Füße abtreten. Der älteste Sohn wohnt in einer kleinen Hütte gegenüber. Und auch die Küche liegt – wie am Mount Kenya üblich – ein wenig abseits vom Haupthaus.

Neben den Häusern stehen und liegen drei Kühe und drei Kälber, Hühner laufen frei herum, vis á vis ein Fischteich. Von den guten Ernteeinnahmen konnte sich Esther eine Kuh und einen Holzkarren (den die Kuh ziehen kann) kaufen. Doch so gut Esthers Kaffeepflanzen aussehen, so schlecht ist es um die Tiere bestellt. Ihnen fehlt ein Stall, dazu war bislang kein Geld da. Doch ohne Stall der sengenden Sonne ausgesetzt, fühlen sich die Kühe gestresst. Die Folge: Sie geben im Durchschnitt statt 15 nur 5 Liter Milch.

Esther fehlen Steine, Sand, Bretter und Nägel – eben alles, was für einen guten Stall benötigt wird. Auch wäre ein Stallbauer aus dem Dorf nötig. Um alle Anschaffungen leisten zu können und den Stallbauern zu bezahlen, müsste Esther zwei bis drei Jahre sparen.

Mit Hilfe des Mount Kenya Projects wird Esther in den nächsten Monaten in der Lage sein, sich einen Stall zu bauen.

Weitere Informationen zu unserem Mount Kenya Projekt

    

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