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Mount Kenya: Mary Karuko benötigt eine Kuh

Name: Mary Kariuko Muchira
Beruf: Farmerfrau, Mutter von vier Kindern und zwei Waisen
Wohnt in: Githiururi, Baragwi

Wasserpiraten haben das Wasser an Marys Leitung angezapft. Also kein Wasser heute. Doch für solche Fälle hat Marys Familie vorgesorgt. Ein großer Wasser-Bottich steht in der Kochhütte. Daraus entnimmt die Farmerfrau das Wasser für das Frühstück. Zwei Söhne wohnen noch zu Hause, eine behinderte Tochter, zwei Waisenjungs und die kleine Enkelin. Alle müssen mit süßen Kartoffeln versorgt werden, für sich und ihren Mann bereitet Mary löslichen Kaffee zu.

Marys Kochhütte liegt hinter dem Haupthaus, und besteht im Gegensatz zu diesem aus Holz, damit der Rauch besser aus den Ritzen abzieht. Denn wie am Mount Kenya üblich kocht auch Mary auf dem offenen Feuer. Die Holzwände filtern auch das Sonnenlicht in goldene Streifen. In einer Ecke der Kochhütte liegen trockene Äste zum Feuern, der Topf hängt über einem offenen Viereck aus Backsteinen. Zum Abendessen wird es Bohnen, Yamswurzel und Tomaten geben.

Mary Kariukos Tag ist vollge­packt: Nach dem Frühstück versorgt sie die Ziegen, wäscht Kleider im Hof (falls es Wasser gibt), entfernt mit einer Machete die welken Blätter an den Bananen­stauden und kümmert sich um ihre Kaffee­pflanzen. Geld erhält sie nur vom Verkauf des „Cash Crops“ Kaffee. Doch obgleich die Verkaufs­preise in den vergan­genen Jahren auch zugunsten der Kaffee­farmer gestiegen sind, ist die Farm von Marys Familie zu klein, um alle Mitglieder optimal zu versorgen. Darum wünscht sich die 54jährige eine Kuh, die genug Milch gibt.

Eine Kuh bringt Milch – Milch bringt Geld

Die Milch der Kuh könnte Mary auf dem Markt oder an die Molkerei verkaufen. Sie könnte Joghurt produzieren. Mit der Jauche der Kuh, genannt Manure, könnte Mary ihre Kaffeepflanzen düngen. Das würde die Ernteerträge steigern und somit auch mehr Geld in die Haushaltskasse spülen. Geld das Mary dringend braucht, um die große Familie zu ernähren und das Schulgeld für alle Kinder bezahlen zu können. Außerdem liebt Mary löslichen Kaffee mit ganz viel Milch – wie viele Menschen in Kenia (überwiegend trinkt man in Kenia allerdings Tee). Doch eine kenianische „Hochleistungs“-Kuh ist sehr teuer, sie kostet rund 80.000 kenianische Schilling (das sind knapp 600 Euro). Alle Ersparnisse mitgerechnet, bräuchte Mary rund zehn Jahre, bis sie sich diese leisten kann.

„Merry go round“ Gruppe

Darum hat die Farmerfrau bereits vor fünf Jahren eine „merry go round“ Viehbestand Gruppe gegründet. Hier sammeln mehrere Frauen gemeinsam Geld für eine Kuh oder eine Ziege. Die Frau aus der Gruppe, die das Tier am Nötigsten hat, bekommt es. Aus den Erträgen des Milchverkaufs zahlt diese Frau die Einkaufssumme in Raten zurück − davon können wieder neue Kühe angeschafft werden.

Nur abends bleibt Zeit für eine kurze Entspannung im Wohnzimmer. Neben zwei schweren Sofas und vier Sesseln, alle mit bestickten lila Leinentüchern dekoriert, ist der afrikanische Holzschrank das Prunkstück der Familie. In der Mitte des Schranks thront die einzige technische Neuerung – neben zwei Mobiltelefonen – im Haushalt: ein Fernsehapparat. Mary liebt Filme aus „Nollywood“, Liebesfilme made in Nigeria. Auf dem kleinen Holz-Tisch liegt eine Bibel. Was bedeutet Glück für Mary? „Glück bedeutet für mich, wenn Familie und Nachbarn sich gegenseitig helfen. Wenn ich nicht zu Hause bin und eine Ziege büchst aus, ein Nachbar kümmert sich immer.“ Das Prinzip „Jeder hilft jedem“ gilt auch für Waisenkinder. Die Gemeinschaft sorgt für ihr Auskommen und ein Dach über dem Kopf.

Mary kann sich bereits in den nächsten Monaten auf eine eigene Kuh und somit viel Milch zum Verkauf freuen. Das bietet ihr finanzielle Sicherheit, auch für die Bildung und Zukunft ihrer Kinder.


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4 Kommentare zu „Mount Kenya: Mary Karuko benötigt eine Kuh

  1. Sandra Coy
    Sandra Coy

    Hallo Carmen,
    in der Tat kann nicht jede Frau eine Kuh bekommen. Darum sind die Farmerfrauen in ihren Livestock-Gruppen gerade dabei, das Regelwerk selbst festzulegen, da sie selbst am Besten wissen, wie gerechte Verteilung funktioniert.

  2. Hartmut R. Duchstein

    Mit Interesse habe ich Ihre Internet-Seite gelesen. Ich darf mich als Kenya-Kenner
    bezeichnen. ( nach 43 Jahren ) Was mich bei den ganzen Projekten immer wieder
    wundert, warum zahlt man für den Kaffee vor Ort nicht mehr ?
    In diesem Sinne.

    MfG
    H. Duchstein

  3. Sandra Coy
    Sandra Coy

    Hallo Herr Duchstein,
    diese Frage stellt sich natürlich. Aber: Der Kaffeeanbau am Mount Kenya ist so kleinteilig, dass die zusätzlichen sozialen Bedarfe trotz Hochpreisphase für Arabica Rohkaffee und Produktivitätssteigerung unter den Rainforest Alliance-Standards von den Kaffeefarmern und ihren Familien nicht erwirtschaftet werden können. Die Farmen sind in der Regel nicht größer als 1 ha, man kann sie sich eher als eine Art „großen Garten“ vorstellen.

    Viele Grüße

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