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Konferenz Fashionsustain

Neonyt: „Wasser“ als Leitthema 2019

Ohne Wasser keine Landwirtschaft, keine Industrie – und kein Leben. Doch was passiert, wenn Wasser knapp wird? Das internationale Konferenzformat Fashionsustain widmet sich genau dieser Fragestellung und hat „Wasser“ als Schwerpunktthema für 2019 nominiert.

von l.n.r.: Marijke Schöttmer (Tchibo), Philipp Wagnitz (WWF), Amria Jehia (Blue Ben), Ulf Jaeckel (BMU), Moderatorin Vanessa de Lacaze

Die von der Messe Frankfurt organisierte Konferenz im Rahmen der Fashion Week ist eine Plattform für Mode und Nachhaltigkeit. Am 16. Januar 2019 haben im Kraftwerk Berlin Top-Referenten aus Industrie und Politik über nachhaltige Technologien sowie Innovationen rund um die Ressource Wasser diskutiert.

Ich, Marijke Schöttmer, im Nachhaltigkeitsteam u.a. zuständig für Wasserfragen, habe gemeinsam mit weiteren Experten der Branche über die Bedeutung von Wasser in der Mode- und Textilindustrie referiert. Im Fokus stand dabei die globale Wasserkrise – die Textilindustrie gehört zu den Top 3 Industriezweigen mit dem höchsten Wasserverbrauch und der höchsten Wasserverschmutzung. Es ist Zeit zu handeln! Der lösungsorientierte Fokus auf die zukünftige Nutzung der Ressource Wasser hat für die Branche stark an Bedeutung gewonnen.

Die Konferenz beleuchtete produkt- und produktionsbezogene Hot-Spots in der Textilindustrie und diskutierte wie eine nach Water Stewardship ausgerichtete Wirtschaftsweise eine Transformation zu einem nachhaltigeren Umgang mit der Ressource Wasser anstoßen und unterstützen kann. Konkrete Erfahrungsberichte und Fallbeispiele zeigten, wie sich wasserintensive Lieferketten nachhaltig realisieren lassen. In einer abschließenden Session zoomte die Fashionsustain in die Breite und hob das Tagesthema auf ein höheres Abstraktionsniveau: Cradle to Cradle, Ocean Plastic, der Social-Economic Impact von Naturfasern sowie alternative Crops mit besserer, doppelter Wertschöpfung, aber auch innovative technische Recyclat- und Viskosefasern wurden hinsichtlich ihrer wasserrelevanten Dimension thematisiert. Speaker waren unter anderem Kirsten Brodde von Greenpeace, Ángela Suárez García von Inditex und Lauren Zahringer von der SAC. 

Die zukunftsweisenden Talks der Fashionsustain Konferenz wurden ergänzt durch das kreative Umfeld des Ideen-Think-Tank – „Thinkathon“, bei dem multidisziplinäre Teams neue Ansätze für die Nachhaltigkeitstransformation der Mode- und Textilindustrie entwickelten.

Das Thema „Wasser“ spielt auch bei Tchibo eine zunehmend bedeutendere Rolle: Nachhaltiges Wassermanagement ist einer der strategischen Schwerpunkte von unseren Nachhaltigkeitsaktivitäten. Mit dem Kaffee- und Baumwollanbau sowie mit der Produktion unserer Non Food Produkte haben wir nicht nur einen großen Anteil an der Verschmutzung und Verknappung von Wasser, sondern sind auch selbst von Wasserrisiken wie Knappheit oder steigenden Wasserpreisen direkt betroffen.

Mit der Unterzeichnung des Greenpeace Detox Commitments im Oktober 2014 haben wir uns zur Vermeidung des Einsatzes von gefährlichen Chemikalien in der Textilproduktion verpflichtet und leisten mit unserem Detox Programm bereits einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Wasserverschmutzung.

Ergänzend dazu hat Tchibo im letzten Jahr eine Water Stewardship Strategie erarbeitet. Hierfür haben wir gemeinsam mit dem WWF eine Wasserrisikoanalyse durch Anwendung des ‚Water Risk Filters‘ durchgeführt. Die Risikoanalyse hat die individuellen Hot Spots für unser Produktsortiment und Lieferkette aufgedeckt und zeigt wo Wasserknappheit oder Wasserverschmutzung heute oder in Zukunft ein direktes wirtschaftliches oder ein Reputationsrisiko bedeutet. Aktuell erarbeiten wir ein Konzept zur Reduktion des Wasserrisikos in den ermittelten Hochrisikogebieten.

Über die Neonyt

Die Konferenz Fashionsustain findet statt in Kooperation mit der #Fashiontech by Premium Group. Diese fokussiert sich auf digitale Lösungen für Marketing und Retail, ebenso wie generelle digitale Markttrends und fand am 15. Januar 2019 ebenfalls im Kraftwerk statt.

Parallel zu den zwei Konferenzen gab es einen Ideen-Think-Tank –  „Thinkathon“, der als Raum für einen offenen Austausch und kreative Denkprozesse diente. Bei dem „Thinkathon“ entwickeln multidisziplinäre Teams zweimal im Jahr neue Ansätze für die Nachhaltigkeitstransformation der Mode- und Textilindustrie.

Neonyt, der globale Hub für Mode, Nachhaltigkeit und Innovation (15. – 17. Januar 2019) setzt sich zusammen aus der Neonyt Trade Fair, den Konferenzen Fashionsustain by Messe Frankfurt und #Fashiontech by Premium Group sowie dem Design-Thinking-Format Thinkathon, der Neonyt Fashion Show, Showcases, dem Influencer- und Blogger-Event Prepeek, Networking-Veranstaltungen und nicht zuletzt der Neonyt Party. Der Hub löst das bisherige Messe-Duo Ethical Fashion Show Berlin und Greenshowroom ab.

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