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Inter­kul­tu­reller Tag bei Tchibo

Nǐ hǎo! Namaskar! привет!

Namaskar! Business Trainerin Sujata Banerjee, aufge­wachsen zwischen der Schwä­bi­schen Alb und West Bengalen, begrüßt mich mit dem vom Yoga bekannten Sonnengruß – vor der Brust gefal­teten Hände: „Ich begrüße das göttliche Element in meinem Gegenüber.“ Nein, ich war nicht in Indien, sondern auf dem Interkulturellen Tag in unserer Hamburger Zentrale.

Ende April luden meine Kollegen aus der Personalentwicklung interessierte Mitarbeiter zum „Interkulturellen Tag“ ein, damit sie in die angebotenen Kulturtrainings zu Indien, Osteuropa und China reinschnuppern konnten. Denn inter­kul­tu­relle Kompetenz ist ein relevanter Faktor für die internationale Zusammenarbeit und immer mehr gefragter Social Skills für die Mitarbeiter bei Tchibo. Der Einladung folgte ich gern und lernte in drei kurzen Workshops ein paar Länder näher kennen.

Die indische Begrüßungsform war schon mal neu für mich. Wie geht es weiter, wenn man etwa in Mumbai auf eine Gruppe von indischen Geschäfts­partnern trifft? Worüber spricht man mit seinen Gastgebern bei der Ankunft? Mittels aktiver Gruppen­arbeit wies die Trainerin auf einige Fallstricke hin. Die am Workshop teilneh­menden Kollegen und ich hatten viele Aha-Erleb­nisse.

Weiter ins Land der Mitte

Die ersten Minuten des Kennlern­trai­nings waren bereits ein kleiner Kultur­schock: Trainerin und China Expertin Liu begrüßte uns auf Chine­sisch. Ja, die chine­sische Sprache ist schwer zu erlernen, aber sie ist auch der erste Weg, das Denken der Südostasiaten zu verstehen. „Alles muss in der richtigen Reihen­folge sein“, erklärte sie. Und das meint nicht nur die Grammatik, sondern auch das Mitein­ander. Während die Deutschen bei Geschäfts­ter­minen mit Zahlen und Fakten beginnen und erst nach und nach Vertrauen zum Partner und schlus­sendlich persön­liches Interesse bekommen, beginnt ein chine­si­sches Geschäfts­meeting mit dem Interesse am Anderen. Das kann auch bedeuten, darauf hinzu­weisen, dass der andere ein paar Pfunde zugenommen hat oder zu fragen, wieso man mit 26 noch ledig ist. Die Trainerin Liu deckte in kurzer Zeit viele Unter­schiede auf, die Klarheit in die Eigen­schaften der chine­si­schen Partner bringen.

Und nach Russland

Für Russen ist die persön­liche Beziehung auch für geschäft­liche Kontakte äußerst wichtig, erfahre ich von Trainerin Nadescha Lazko. Aufge­wachsen in der ehema­ligen Sowje­tunion kam sie vor 17 Jahren nach Stuttgart und gibt seitdem ihre gesam­melten inter­kul­tu­rellen Erfah­rungen und ihr Wissen als Business Coach weiter. Das russische Volk ist für seine Quali­täten als Gastgeber bekannt. Was man bei einem Business Abendessen  beachten muss, lernten wir ganz praxisnah, indem ein paar Freiwillige einen Besuch bei einem russischen Geschäftspartner im Seminarraum nachstellten. Die Learnings: Der Gastgeber erwartet die Schuhe auszuziehen und ein Gastgeschenk mitzubringen. Wodka (für die Probezwecke gab es bei uns Wasser) gehört zum Essen dazu – begleitet von Trinksprüchen, die sowohl Gastgeber als auch der Gast halten. Für ein russisches (Geschäfts-) Abendessen wäre ich also gerüstet.

Über den Tellerrand geblickt

Welche Wege möglich sind, um meine Kompetenzen anzuwenden und im Ausland für Tchibo zu arbeiten, erfuhr ich im Vortrag meiner Kollegin Wiebke Geib. Selbst mal als „Expatriate“ (so nennt man die ins Ausland von ihrem Arbeitgeber Entsandten) in Ungarn eingesetzt, betreut sie unsere Mitarbeiter, die in anderen Tchibo Tochtergesellschaften arbeiten. Zwei von ihnen berichteten selbst von ihrer Zeit im Ausland. Christian Sick, aktuell Expat in der öster­rei­chi­schen Tchibo Tochter, teilte seine Erfahrungen bereits in einer Blogserie über Expats.

Und gerade als ich dachte, dass es nicht noch internationaler geht, genoss ich meinen ersten „Borschtsch“, einen russischen Rote-Bete-Eintopf, den unser Küchenteam im Mitarbeiterrestaurant servierte. Ein grenzenloser Tag!

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