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Projekt Mülldetektive: Glückliche Kita-Gewinner in Glückstadt

Sie haben Müll vergraben und wieder ausgebuddelt, Stoffbeutel genäht und bemalt, Gummistiefel und alte Küchengeräte bepflanzt – und hatten richtig Spaß dabei. Kinder aus 700 Kitas in ganz Deutschland haben am Projekt “Die Mülldetektive” der S.O.F. Save our Future Umweltstiftung teilgenommen. Das freut uns ganz besonders, konnten wir die Umweltdetektive doch finanziell unterstützen. Denn: Bekanntermaßen sind seit Januar unsere Plastiktüten in den Filialen kostenpflichtig, die Einnahmen kommen der Umweltstiftung S.O.F. Save our Future zu Gute.

Auch ein Wettbewerb war Teil des Projektes Mülldetektive, und nun können wir die stolzen Gewinner präsentieren!

 

Auf der Sieger-Treppe des Glückstädter Rathauses stehen: Die Kita Elbbande und die Kita Deichbande der Familienbildungsstätte Glückstadt e.V.. Am Freitag nahmen Kinder und Erzieher im  Rathaus eine Urkunde und das Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro für ihr besonderes Engagement im Umweltschutz entgegen. Die Bildungsarbeit der beiden Glückstädter Kitas wurde von der Jury zu den fünf beeindruckendsten Wettbewerbseinsendungen gezählt. Hier im Bild: Paul Roloff (Bürgervorsteher von Glückstadt), Ralph Thielebein (S.O.F.), Belinda Rath, Leiterin Kita Glückstadt und Wibke Bachor (Tchibo) bei der Siegerehrung.

 

Die Glückstädter Mülldetektive sind jedoch bei weitem nicht die einzigen Gewinner: 13 weitere Einrichtungen erhalten ein Preisgeld zwischen 750 und 1.500 Euro und eine Urkunde für ihre überzeugende Bildungsarbeit zu den Themen Abfallvermeidung und Ressourcenschutz. Hier stellen wir die fünf tollsten Projekte vor und geben alle 15 Gewinner-Kitas bekannt. Beginnen wir mit der…

… Jury

Die Jury des Projekts „Die Mülldetektive“ setzt sich zusammen aus Mitarbeitern der S.O.F. Save our Future Umweltstiftung, Mitarbeitern von Tchibo und Experten aus dem Bundesministerium, sowie der Stiftung Verbraucherschutz.

von links nach rechts:

Stefan Dierks – Manager Unternehmensverantwortung (kein Jurymitglied)

Simone Kruschka – Referentin Filialkonzepte, Tchibo GmbH

Johannes Kestler – Mitarbeiter, S.O.F. Save our Future – Umweltstiftung (kein Jurymitglied)

Joana Loidl – Mitarbeiterin, S.O.F. Save our Future – Umweltstiftung (kein Jurymitglied)

Solveigh Krause – Referat für “Frühe und allgemeine Bildung”, Bundesministerium für Bildung und Forschung

Ralf Thielebein – Geschäftsführer, S.O.F. Save our Future – Umweltstiftung

Dr. Melanie Weber-Moritz – Geschäftsführerin, Deutsche Stiftung Verbraucherschutz

Achim Lohrie – Direktor Unternehmensverantwortung, Tchibo GmbH (nicht im Bild)

 

Und hier alle Gewinner!

Kindertagesstätte Elbbande und Deichbande

Motto: „Umweltschützer“

 

Unter dem Motto „Müllexperten“ und „Darf es etwas Gebrauchtes sein?“ begaben sich die Kinder der beiden Kitas auf die Spur des Abfalls. Bereits beim Frühstück wurden die Abfälle in Bio- und Verpackungsabfall getrennt. Die große Menge der Verpackungsabfälle regte die Kinder zum Nachdenken an. Sie wollten wissen, was mit den Abfällen passiert. Sie erkundeten, welche Abfälle getrennt gesammelt werden können, begleiteten die Müllabfuhr ein Stück des Weges, machten Ausflüge zum regionalen Entsorgungsunternehmen, zur Altkleidersammlung und zum Sozial-Kaufhaus, führten Verrottungsexperimente durch und überlegten, warum in der Natur keine Abfälle anfallen. Hieraus entwickelten Sie eine Vielzahl von Ideen für die Abfallvermeidung, die sie auch in die Tat umsetzten. Bereits im Januar 2014 startete die Elbbande mit dem Projekt „Wasser ist Leben“, bei dem die Kinder erfuhren, wie wichtig und überlebenswichtig Wasser und der Schutz unserer Gewässer ist. Mülltrennung und Müllvermeidung waren weitere wichtige Themen und auch ein Müllsammeltag gemeinsam mit den Eltern wurde veranstaltet. Das Gesamtprojekt der Kita Elbbande ist dabei in verschiedene Lern-Dimensionen unterteilt:

  • ökonomische Dimension – hier geht es um bewussteren Konsum, Stoffbeutel statt Plastiktüte, regionale Herkunft, kein verschwenderischer Umgang mit Lebensmitteln
  • ökologische Dimension: Anpflanzen und Ernten von eigenem Gemüse und Kräutern, Bodenschutz durch Müllsammelaktionen, Plastikvermeidung, Recycling und Müllvermeidung
  • soziale Dimension: Gesundheitsförderung durch gesunde und regionale Ernährung in der Kita und zu Hause durch Elternbildung
  • kulturelle Dimension: Bewusster Umgang mit Lebensmitteln, Austausch mit Familien anderer Kulturen und ihrer Essenstraditionen, Wertschätzung von Lebensmitteln und Materialien

 

Kinderhaus Mainz e.V.

Motto: „Das Müllprojekt oder Müll kommt uns nicht in die Tüte“

 

Das Kinderhaus Mainz beschäftigt sich bereits seit Dezember 2015 mit dem Thema Müllvermeidung. Begonnen hatte alles mit einem Adventskalender, bei dem jede Figur nochmals in Plastik verpackt war – warum? Und muss alles immer aus Plastik sein? Gemeinsam wurden alle Gegenstände aus Plastik fotografiert und gemeinsam überlegt, ob es nicht auch ein anderes Material sein könnte – Holz, Metall oder Glas. Beim Neukauf  werden seitdem andere Materialien gewählt. So hat das Kinderhaus Mainz heute bereits Zinkeimer für Sandspiele, Holzwäscheklammern, Kehrbleche und vieles mehr angeschafft.

Die Kinder lernten in den Aktionen einen wertschätzenden Umgang mit Materialien und Mülltrennung und beteiligten sich, wie jedes Jahr, an der „Junior Dreck-Weg Woche“. Aus dem Thema Müllentsorgung wurde mehr und mehr das Thema Müllvermeidung. Hier standen besonders Plastikmüll und seine Auswirkungen für Umwelt und Tiere im Vordergrund. Das Greenpeace Schiff Beluga wurde besucht und im verpackungsfreien Supermarkt in Mainz das Morgenmüsli in große wiederverwendbare Behälter gefüllt. Mitte Mai organisierte die Kindergartengruppe einen öffentlichkeitswirksamen Auftritt gegen die Vermüllung der Spielwiese im Park, bei der sie Müllbeutel an Festivalbesucher verteilte. Die größte Aktion des Kinderhauses fand gemeinsam mit Mitarbeitern, Eltern und Kindern vor dem Mainzer Rathaus statt. Es wurden Stofftaschen aus Stoffresten genäht, Einladungen an Politiker und Presse verschickt. Am 1. Juli 2016 war es soweit, die Stofftaschen wurden verteilt und Spendengelder für Greenpeace gesammelt. Auch eine Unterschriftenaktion zur Verringerung von Plastikverpackungen gab es.

Marienkindertagesstätte Erika Altenberge

Motto: „Gesunde Umwelt = Gesundes Leben“

Die Marienkindertagesstätte begann mit ihrem Projekt im März 2016. Los ging es mit dem Thema Mülltrennung. Danach konnten sie sich in verschiedenen Projektgruppen austoben: Die „Müllmusiker“ bastelten Instrumente aus Blechdosen, Waschmittelverpackungen und Trinkjoghurtflaschen, im „Naschgarten“ wurden Beerensträucher, Tomaten und diverse Kräuter gepflanzt. Die Gruppe „Experimente mit Müll“ beschäftigte sich mit den Auswirkungen von Plastikmüll auf Fische und andere Wasserbewohner und die Jüngsten zogen als „Müllstrolche“ durch die Gegend. Am Aktionstag halfen auch die Eltern und Großeltern mit – ob beim Gummistiefel bepflanzen oder beim Plastikflaschenkegeln.

Obst und Gemüse kommen ab sofort vom Bio-Boten ohne Plastikverpackung. Saft und Milch gibt es nur noch in Glasflaschen und auch der Naschgarten bleibt fester Bestandteil der Kita.

Kita St. Michaelis

Motto: „Dem Müll auf der Spur“

Wieviel Müll fällt bei unserem Frühstück an – und wie lassen sich die Berge an Plastikmüll vermeiden? – so begann das Projekt in der Kita St. Michaelis. Und es wurde nachgeforscht, wie wird der Müll richtig getrennt, was passiert mit dem Müll und wie können wir Müll vermeiden und reduzieren. So gibt es Brot jetzt in Brotdosen ohne extra Folie, ein großes Käsestück zum Abschneiden und echtes Obst anstatt der Frucht-Quetschies. Außerdem legten die Kinder der St. Michaelis Kita ein Hochbeet an und pflanzen ihr Gemüse nun selbst.

Mit dem Müll, der dennoch anfällt, wird gebastelt. Auch beim Sommerfest der Kita drehte sich alles um Müll und Müllvermeidung.

Der Aktionstag der Kita stand unter dem Motto „Stoffbeutel statt Plastiktüten“. Dafür wurden im Vorfeld und vor Ort über 150 Stoffbeutel bemalt und gestaltet und vor dem lokalen Edeka gegen eine Spende angeboten, um ein Bewusstsein für Plastikmüll zu schaffen. Bei einem Quiz konnten die Supermarktbesucher auch ihr Wissen zu Umwelt und Plastikmüll unter Beweis stellen.

Kinderclub Chamäleon

Der Kinderclub Chamäleon beschäftigte sich vor allem mit dem Thema Plastikmüll und seinen Auswirkungen auf den Planeten. Es gab Gesprächskreise dazu, was Müll ist, woher er kommt und warum Plastik schädlich ist. Mülltrennung wurde geübt und Müllexperimente durchgeführt. So vergruben die Kinder verschiedene Materialien und schauten später, was aus ihnen geworden ist.

Auch der Umgang mit Lebensmitteln ist im Kinderclub bewusster geworden. Einmal die Woche wird gemeinsam Brot gebacken und verschiedene Speisen z.B. Joghurt, Pizza oder Marmelade frisch zubereitet. Auch das Urban Gardening Programm ist in vollem Gange: Rankhilfen werden gebaut und ein alter Herd mit Pflanzen bestückt. Gemeinsam sollen dann Tomate, Gurke, Kürbis und Co angepflanzt und verspeist werden.

 

Über die weiteren Platzierungen freuen sich:

Kindergarten Feldstetten (Laichingen), Kneipp Kita Spatzennest (Baruth/ Mark), Kiga Kleine Tausendfüssler (Drachselried), Margarethenkindergarten (Marktredwitz/ Brand), DRK Kindertageseinrichtung Elmshorn (Elmshorn), Integrative Kindertagesstätte Thyra-Kids (Südharz), Kita Seesternchen (Senftenberg), Evangelischer Lukas Kindergarten (Hamburg), DRK-Kita Stelle Uhlenhorst (Stelle) und der AWO Strandkindergarten (Kiel).

 

 

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2 Kommentare zu „Projekt Mülldetektive: Glückliche Kita-Gewinner in Glückstadt

  1. Sarah

    Eine ganz tolle Aktion. Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner. Die Kinder haben sicherlich sehr viel dazu gelernt.

  2. Helen

    Die Aktion finde ich auch super! Da haben die Kleinen viel dazu gelernt und bestimmt jede Menge spaß gehabt.

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