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Sie kamen, liefen und finishten! Unsere Kollegen beim New York Marathon 2013

Für viele Läufer ist es der Traum: einmal New York Marathon. Einige Tchibo Kollegen haben sich diesen Wunsch am 3. November erfüllt. Mit knapp 50.000 Sportlern aus aller Welt gingen sie auf die 42 Kilometer durch den Big Apple – und erreichten alle das Ziel. Glück­wunsch!

„New York ist einfach der Marathon der Marathons. Ich bin überglücklich, das erlebt zu haben“, erzählte Meike Hebeler, Manager Adver­tising Identity. Voller Stolz und Freude kehrten fünf unserer Kollegen wieder zur Arbeit zurück. Für Meike Hebeler war es genauso wie für Barbara Freund, Oliver Främke, Guido Hoffmann der erste Marathon in der Großstadt.

Im Übrigen waren alle Kollegen schneller als Pamela Anderson, die nach 5:41 Stunden das Ziel erreichte. „Meine Zeit ist Neben­sache. 04:25:53 ist keine Bestzeit, aber für diesen Kurs und diesen Tag total ok“, berichtete Meike Hebeler. In ihrem Reise­ta­gebuch (siehe unten) versuchte die Läuferin, dieses eigentlich unbeschreib­liche Erlebnis in Worte zu fassen. 

Meikes Tagebuch vom NYC Marathon 2013

Donnerstag, 31.10. Tschüß Deutschland, tschüß Koffer. Amerika, wir kommen!

Koffer sind gepackt. Ab zum Flughafen. Unsere Maschine nach München hebt pünktlich ab – kann aber nicht landen: Nebel. Ungemüt­liche Gedanken… Mit 40 Minuten Verspätung landen wir doch irgendwann und nehmen die Beine in die Hand: Der erste Teil des Marathons wird hier am Münchner Flughafen absol­viert! United Airlines wartet ungeduldig – hinter uns schließt sich die Tür des Fliegers: Amerika, wir kommen!

Wir landen am beschau­lichen Flughafen Newark in New Jersey. Grosse Coosmann steht bereit – unsere Koffer nicht. Mist. Ok, jetzt nicht aufregen: Im Koffer ist unser komplettes Laufe­quipment – doofe Idee, das nicht mit ins Handgepäck zu nehmen. Im Shutt­lebus lauter nette Läufer. Wir landen im Marriott at the Brooklyn Bridge – großes Hotel – aber schön. Zimmer erstaunlich groß, Bett sehr bequem. Jetzt bloß nicht müde werden – ist ja schließlich erst Nachmittag hier. Koffer haben wir ja keine, also müssen wir auch keine auspacken – Also los, Zahnbürste kaufen in New York City! Abendessen am Bryant Park (hier wurde Carrie am Tag der Hochzeit sitzen gelassen!) – Ein geschicht­sträch­tiger Ort also. Abends ein Anruf bei der Airline: Gepäck ist unterwegs: Halleluja!

 

Freitag, 1.11. New York, here I am: Voll Vorfreude, Aufregung und Schiss

Koffer sind da. Auf zur Stadt­rund­fahrt. Das klingt ein bisschen nach Rentner-Tour, aber schließlich dürfen wir unsere Beine nicht überlasten, weil wir übermorgen noch was Wichtiges vorhaben (aber wie soll man bloß still­stehen in einer Stadt, in der es an jeder Ecke etwas Neues zu entdecken gibt!!!!????)

Wir arbeiten uns von Downtown nach Uptown, von Brooklyn bis Harlem, von East nach West. Von Freiheits­statue und neuem World Trade Center im strömenden Regen bis zum Central Park, der uns sonnig begrüßt. Hier kreuzen wir das erste Mal die Marathon­strecke – ich kreische kurz auf! Ich hab Riesen-Respekt… und irgendwie Schiss.

Unsere Bus-Tour endet am Javits Convention Center: Marathon Messe. Hier wird es endlich ganz offiziell: Start­nummer mit meinem Namen drauf und ein Teilnehmer-Shirt. Auf der Messe verliere ich kurz die Nerven und shoppe Shirts, Mützen, Kaffee­becher mit dem Aufdruck des ING NY City Marathons 2013. Helden­aus­stattung. Und mir ist klar: tragen kann ich das alles nur, wenn ich den Lauf schaffe.

Samstag, 2.11. Nur noch einmal schlafen

Letzte Details werden mit dem Reise­ver­an­stalter besprochen – Grosse Coosmann macht hier einen super Job. Um lästige Orga-Themen wie z.B. der Transfer zum Marathon-Start, muss ich mich glück­li­cher­weise nicht kümmern. So ein Rennen ist aufregend genug. Pasta­party bei einem kleinen Italiener in Brooklyn mit einigen Tchibo Kollegen aus unserer Trainings­gruppe. Zwei Teller Nudeln, viel Wasser, letzte Tipps und Hinter­grund­infos…Wir verab­schieden uns mit ernst gemeinten Wünschen für eine gute Nacht – denn keiner von uns wird wohl wirklich gut schlafen.

Sonntag, 3.11.: Start­schuss! Ich bin so ergriffen und weine laut – und bin nicht die einzige

Der Tag beginnt um 4:00 Uhr. Kaffee, wach werden, frühstücken. Die Busse vor dem Hotel fahren uns um 6:00 Uhr nach Staten Island. Es heißt jetzt, möglichst windge­schützt und warm die Zeit bis zum Start auszu­ruhen. Hier kommen alle Nationen zusammen …was für eine Stimmung. Auf riesigen Video­le­in­wänden laufen 6-sprachige Ansagen, wer wann wo sein muss. Großartige Organi­sation!

Ab zur Startauf­stellung: Von hier aus höre ich die Natio­nal­hymne, die dieses Jahr ein Kinderchor singt, die zwei Kanonen­schüsse, die das Rennen der ersten Welle  starten und Frank Sinatra singt dazu New York, New York… Ich bin so ergriffen und weine laut – ich bin nicht die einzige. Die erste Welle startet…darunter ist auch irgendwo mein Mann, der hier seinen letzten Marathon läuft.

Warm werden, Tempo finden: Brooklyn empfängt mich herzlich

Ich starte in der zweiten Welle,  wir rücken auf und unser Start­schuss fällt…los geht’s. Es ist kalt und windig auf der Brücke (die größte Brücke Amerikas übrigens) und sofort ist er da: Der Blick auf New York. Die Stadt liegt uns zu Füßen, fast 70m unter uns der Hudson, die Freiheits­statue, ganz Manhattan. Die Brücke ist gut zum Warmwerden, Tempo finden, Nerven beruhigen.
Brooklyn empfängt mich herzlich…die Party beginnt…Menschen mit „Brooklyn loves you“-Schildern jubeln am Rand. Sie stehen auf ihren Häuser­dä­chern und tanzen und feuern uns an – was für eine Wahnsinnsparty! Ich laufe und laufe und stelle fest: Brooklyn ist groß. Der NYC Marathon geht durch alle 5 Boroughs nach Staten Island und Brooklyn, wird der dritte – nämlich Queens – sehnlichst erwartet. Jede Meile gibt es Wasser und Gatorade. Die Läufer sind diszi­pli­niert, es gibt kein Gedrängel. Über 130 Bands an der Strecke geben dem Ganzen einen musika­li­schen Rahmen…ich höre Rock, Gospel, Reggae, Soul, Pop und Dudel­säcke.

Das Empire State Building am Horizont lächelt mich an

Die lange First Avenue von Manhattan geht auch irgendwann vorbei und der Weg führt weiter nach Harlem. Scharfe Links­kurve.Das Empire State Building am Horizont lächelt mich aus weiter Ferne an. Jetzt nur noch geradeaus…es sind noch mehr km als mir lieb ist und ich beschließe, einfach nicht mehr auf die Uhr, sondern die Meilen­schilder am Rand zu sehen – es klingt besser, 26.2 Meilen zu laufen als 42,195 km.

Fix your Hair for Finisher Photos

Bei km 31 hält eine Frau ein Schild in die Höhe: „Deine Mutter hat Dich nicht dazu erzogen, damit Du jetzt aufgibst!“ Recht hat sie. Dann endlich ein langer Grünstreifen auf der rechten Seite. Ich frage einen Mann neben mir „Sir, is this already Central Park…?“ „Yes, Meike – almost there!“ Und das gibt mir Kraft. Ab hier werden die Menschen am Rand die wahren Hoffnungs­geber. Ein nächstes Plakat am Rand hat einen kleinen Spiegel integriert „Fix your Hair for Finisher Photos!“ Ich lach mich schlapp. Endlich der Eingang in den Central Park und hier flippen die Fans wahrlich aus und ich auch. Ich habe das Gefühl, die letzten Hügel hinunter zu fliegen. Es sind noch wenige Schritte, die mich um die letzten Kurven führen …Und dann endlich bin ich da: Arme hochreißen, Siegerfoto, Medaille – geschafft! Geschafft!!!

New York, ein Muss

Wenn ich versuche, dieses Erlebnis für andere irgendwie zusammen fassen, sage ich: Wer Marathon laufen kann/möchte, muss unbedingt nach New York! Der TV-Kommen­tator auf Eurosport hat es schön zusam­men­ge­fasst, was letztlich genau dafür spricht: „Boston ist der älteste Marathon der Welt, Frankfurt der schnellste, London der teuerste… aber New York ist einfach der Marathon der Marathons“.

Ja, so ist es – und 2013 war ich dabei.

Eure Meike

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1 Kommentare zu „Sie kamen, liefen und finishten! Unsere Kollegen beim New York Marathon 2013

  1. Ben Labinschus

    Hallo Katharina,

    ersteinmal Glückwunsch zu Finish:-)
    Toller Bericht ,,,,,Gänsehaut Pur….

    Ich werde mich Anmelden ,,wenn noch möglich,,,habe eben Kontakt mit meinem Tchibo Kollegen aufgenommen,,,,…

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