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Sind Papiertüten die besseren Plastiktüten?

Tasche beim Einkaufen vergessen? Nicht so schlimm. Das dachte ich zumindest bis vor kurzem – kaufe ich eben eine Papiertüte. Denn die ist vermeintlich umweltfreundlich, im Gegensatz zur Plastiktüte. Nun weiß ich es besser.

Denn ganz so einfach ist die Sache nicht.

 

Die Ökobilanz von Papiertragetaschen ist tatsächlich nicht besser als die von Plastiktragetaschen, sofern diese aus Recyclingmaterial hergestellt werden. Warum? Für die Herstellung von Papiertüten wird zweimal so viel Energie benötigt. Außerdem, Sie wissen das selbst: Selten verwendet man eine Papiertüte erneut zum Einkauf. Wahrscheinlicher ist, dass diese – mit alten Zeitungen und Pizzakartons gefüllt – recht nahtlos ins Altpapier wandert. Zwei Gründe: Die Papiertüte ist recht sperrig und wetterfühlig. Kaum regnet es (hier in Hamburg ist das öfters der Fall), wird sie feucht und reißt.

Im Detail sieht die Rechnung folgendermaßen aus. Plastiktragetaschen haben eine bessere Ökobilanz als Papiertüten, wenn

  • sie aus Recyclingmaterial hergestellt wurden.
  • der Ressourceneinsatz (ergo Wasserverwendung) bei der Herstellung sich in Grenzen hielt.
  • die Taschen gut für den Transport geeignet sind und sie deshalb öfter wiederverwendet werden können.

Aber keine Frage: Besser als Einweg-Plastiktüten sind in jedem Fall Mehrwegtaschen. Am besten hat man also immer eine dabei. Zugegeben, die Taschen zum zusammenfalten sind dabei am praktischsten. Genau so ein Modell, farbenfroh und in jede Jackentasche passend, gibt’s im Frühjahr in unseren Filialen.

Auch bei Mehrwegtaschen können verschiedene Materialien eingesetzt werden: pflanzliche Fasern wie Baumwolle und Jute, (recycelte)Kunststoffe wie PET und Polyester oder auch Biokunststoffe, die aus pflanzlicher Stärke bestehen und damit grundsätzlich in entsprechenden Anlagen kompostierbar sind. Für die zusammenfaltbare Tchibo Tasche haben sich unsere Experten bewusst für recycelten Kunststoff entschieden.

In den kommenden Monaten führt Tchibo in Deutschland und Österreich zusätzliche Mehrwegtaschen aus unterschiedlichen Materialien probeweise ein. Somit hoffen wir, allen Ansprüchen gerecht zu werden und jedem Kunden eine echte Alternative zur Plastiktüte zu bieten.

In diesem Sinne: Lassen Sie sich überraschen (und vermeiden Sie nach Möglichkeit auch Papiertüten)!

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5 Kommentare zu „Sind Papiertüten die besseren Plastiktüten?

  1. Arne

    Hallo Sandra, die Taschen die aus alten PET Flaschen hergestellt werden sollen eine sehr gute Bilanz haben.

    Ich finde die Papptüten haben schon einen großen Vorteil: Wenn sie nicht richtig entsorg werden und ins Meer geraten lösen sie sich auf.

    Ich nutze meisten meinen Beutel den ich vor 25 Jahren selbst mit Kartoffeldruck verschönert habe. Der sollte auch mittlerweile eine sehr gute Energiebilanz aufweisen.

    Grüße aus Berlin

  2. Ernst

    Ich finde es schon sinnvoll verantwortungsbewußt mit den Plastiktüten umzugehen. Was aber diese jetzige Entscheidung von Tschibo bewirken soll, ist unklar. Ich meine die kleine Tüte, die ausgezeichnet für die 1Pfund Packung war, mehr passt ja da nicht rein. Sie wurde bisher kostenlos abgegeben. Gerade als Schutz bei gemahlenen Kaffee vor dem „aus rauchen“, also der Dufterhaltung war diese Tüte ausgezeichnet.
    Ein Ersatz für 0,20 cent und 4 x mehr Kunststoff !!??? was soll daran denn ökologisch sinnvoll sein?
    Ich wäre dafür die kleine Tüte beizubehalten, gegen 0,05 cent Beitrag beim kauf. Damit ist die Herstellung sicher bezahlt und die Belastung des Kunden nicht überfordert. Und, es ist wesentlich weniger Kunststoff verarbeitet bzw. verbraucht worden als mit der „großen Tütenlösung“.
    Die großen Papiertüten mit Sonderdruck, wieso sind diese eigentlich nicht weiter verkauft worden? Wenn schon dann große Papiertüten die bereits bestehen z.b.(schwarz/weiß) logo ?
    also warum wieder neues design und neue Kosten und Aufwand?

  3. Sandra Coy
    Sandra Coy

    Hallo Ernst,
    da antworten wir doch gerne: Laut Selbstverpflichtung des Handels, Plastiktüten zu reduzieren, soll ein „angemessener“ Preis genommen werden. Da wir mit nur einem Preis arbeiten wollen und 20 Cent deutlich zu viel für die kleine Tüte wäre, haben wir diese aussortiert. Darüber hinaus wollen wir eine faltbare Mehrwegtaschen in sehr naher Zukunft einführen, für diese brauchen wir natürlich Lagerplatz. Und tatsächlich bringen die meisten Kunden heute ohnehin schon Mehrwegtaschen mit, in denen sie kleine Produkte wie eben Kaffee problemlos verstauen. Zum Thema Papiertüte hatte ich mich ja schon im Beitrag geäußert.

    Viele Grüße!

    .

  4. Horst

    Ich glaube, erst wenn es dem Verbraucher richtig „weh“ tut, dann wird sich vermutlich was ändern. Ich bin noch zu einer Zeit aufgewachsen, in der meine Mutter jeden Tag zum Einkaufen gegangen ist. Als Kind durfte ich immer mitkommen. Plastik oder Papiertüten gab es damals nicht. Jeder brachte seine Transportasche für den Einkauf von zuhause mit. Klar war es eine andere Zeit, aber bestens für die Umwelt und es ist kein großer Aufwand eine Tasche mitzubringen.

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