Tchibo Trainee in Prag

Von Instant-Kaffee und Sprachrätseln

Ich bin Josephine Kühne, bis vor kurzem Trainee im Bereich Group Controlling und 26 Jahre alt. Bei Tchibo bin ich seit August 2016 und durfte nun für drei Monate den Standort in Tschechien kennenlernen. Ich war dort im Controlling eingesetzt und unterstützte ein vierköpfiges Team. Im Interview mit Katharina Scheele möchte ich von meinen Erfahrungen in der Tchibo Zentrale in Prag berichten.

Warum hast du dich für den Trainee Aufenthalt im Ausland entschieden? Warum gerade Prag?

Ziel war, einen möglichst vielseitigen und ganzheitlichen Blick auf die Organisation Tchibo zu bekommen. Deswegen habe ich mich gefreut, auch die Chance zu erhalten, das Geschäft mit den Augen einer ausländischen Tochtergesellschaft zu betrachten. Für Prag habe ich mich entschieden, da das eine eigenständige und innovative Gesellschaft ist. Für einen Controller ist es interessant, in verschiedenen Währungen zu denken.

Wie ist die tschechische Mentalität?

Die Tschechen sind sehr zugänglich und freundlich. Viele können ein bisschen Deutsch sprechen und freuen sich, ihre Kenntnisse anzuwenden. Grundsätzlich sind sie sehr offen für neue Ideen und bestrebt, von anderen zu lernen und besser zu werden, aber auch andere zu unterstützen.

Was wird dir aus Tschechien am meisten fehlen?

Ich werde auf jeden Fall mein tschechisches Team vermissen, die Nähe zu Ski-Gebieten und südlicher gelegenen Städten, die man von Hamburg aus nicht mal eben besuchen kann. Kulinarisch werde ich solche Dinge wie Trdelník, der typische tschechische Baumkuchen, Svíčková mit Knödeln („knedlik“) und mein Eiscafé vermissen.

Was ist dein Lieblingsort in Prag und warum?

Mein Lieblingsort in Prag ist das Flussufer der Moldau, an dem an warmen Abenden viele junge Menschen sitzen und den Sonnenuntergang genießen. Hier kann man so richtig den Flair der Stadt spüren.

Welcher Kaffee ist in Tschechien am beliebtesten?

Die Tschechen trinken sehr gerne die lokale Kaffeemarke Jihlavanka oder die Dolce Gusto Kapseln. Sehr verbreitet ist hier auch Instant-Kaffee. Ich trinke am liebsten eine schöne Tasse Cappuccino irgendwo in einem gemütlichen kleinen Café.

Was hast du Kurioses erlebt?

An vielen Straßen stehen alle paar Meter am Fahrbahnrand große Tafeln mit der tschechischen Flagge. Ursprünglich waren über 4.000 Tafeln für Werbung aufgestellt worden. Aus Sicherheitsgründen wurden diese jedoch kürzlich per Gesetz verboten. Aus Protest dagegen plakatiert die Werbeindustrie nun die Nationalflagge, da diese laut einem weiteren Gesetz nicht beseitigt oder bedeckt werden darf.

Was hat dich überrascht?

Mich hat überrascht, wie schwierig die tschechische Sprache ist. Mein Name hat, je nach Nutzung, verschiedene Endungen. Zum Beispiel, wenn ich angesprochen werde, wird aus Josephine Josephina. Hier sagt man, dass es fast so schwer ist, Tschechisch zu lernen wie Chinesisch. Die Grammatik ist komplex und die Aussprache mancher Wörter gibt mir Rätsel auf.

Was war der unvergesslichste Moment?

Die offizielle Eröffnung einer neuen großen Filiale mitten in der Innenstadt von Prag im Strom der Touristen.

Würdest du anderen Trainees einen Auslandsaufenthalt empfehlen?

Ja, definitiv. Zum einen spielt der kulturelle Aspekt eine große Rolle, der einen persönlich sehr bereichert. Zum anderen ist es eine wertvolle Erfahrung, das Unternehmen von der anderen Seite einer Grenze zu betrachten. In dieser Zeit lernt man viel über sich selbst und kann Erfahrungen für weitere Auslandsaufenthalte oder internationale Kommunikationen mitnehmen.

Diesen Artikel weiterempfehlen

Hier kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.