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Whirlpool versus Wüste – Reicht unser Wasser, Benny Adrion?

Leben ohne Wasser – das ist undenkbar. Das haben wir gerade in den vergangenen Wochen erlebt, als immer mehr Landstriche versteppten. Keine grüne Wiese, kein saftiger Vorstadtrasen, nur noch braune Tristesse. Von Mannheim bis Flensburg. Bei uns eine Ausnahmesituation, in anderen Gebieten Alltag. Weltweit haben 2,2 Milliarden Menschen keinen regelmäßigen Zugang zu sauberem Wasser – und das auch in Kaffee-Anbaugebieten. Gemeinsam mit unseren Gästen Benjamin Adrion, Gründer von Viva con Agua, und Aida Brito, Tchibo Kaffeemanagerin, tauchen wir ganz tief ein: Gibt es wasserneutralen Kaffee? Wie geht es Viva con Agua in Pandemiezeiten? Was sind WASH-Projekte und warum baut Tchibo in Äthiopien Brunnen? Und die Frage aller Fragen: Laut oder leise? Soviel sei verraten: unsere Gäste sind laut, denn sie handeln und helfen.

Unsere Gäste: Benjamin Adrion, Gründer von Viva con Agua, und Tchibo Kaffeemanagerin Aida Brito

Haben wir auf unserem blauen Planeten nicht genug von dem Lebenselixier? Könnte man denken, stimmt aber nicht. Der größte Anteil ist nämlich Salzwasser: 2⁄3 der Erde sind damit bedeckt und nur 0,3 Prozent sind Süßwasser – und nur das können wir trinken. Besonders in Afrika, Lateinamerika und Asien herrscht vielerorts dramatische Wasserknappheit. Rund 785 Millionen Menschen haben noch nicht einmal eine Grundversorgung mit Trinkwasser. Was kann jeder von uns tun, um das zu ändern?

„Den Wasserhahn zudrehen, bringt es nicht wirklich“, so der Gründer von Viva con Agua. Ein bewusster Umgang mit dem Element sei zwar angebracht – die Wasserkrise in Afrika könnten wir so aber nicht lösen. „Es ist das Konzept des virtuellen Wassers“, sagt der Ex-Fußballprofi. Wir alle sollten uns die Fragen stellen: Was essen und trinken wir? Wo nehmen wir Wasser in Anspruch, das an anderer Stelle fehlt? „Das ist eine sehr sehr wichtige Stellschraube, die uns bewusst sein sollte“, erläutert Adrion. So zum Beispiel bei dem Lieblingsgetränk der Deutschen – denn Kaffee braucht nicht nur Wasser in der Zubereitung, sondern auch im Anbau. „In einer Tasse Kaffee stecken ungefähr 140 Liter Wasser. Die Kaffeepflanze benötigt wirklich viel Pflege. Man muss sie zurückschneiden, man muss den Boden prüfen und sie benötigt viel Wasser“, sagt Tchibo Kaffeemanagerin Aida Brito. Deshalb fordert Benjamin Adrion: Tchibo, produziert doch wasserneutralen Kaffee.

 

Einen wasserneutralen Kaffee gibt es zwar noch nicht, aber wir kümmern uns um das kostbare Nass. So engagieren wir uns in sogenannten WASH-Projekten. „WASH steht für Water, Sanitation and Hygiene“, erläutert Aida Brito. Mit Partnern vor Ort baut Tchibo beispielsweise zwei Brunnen in Äthiopien, wo der Bio Kaffee produziert wird. „Wir versuchen, den Menschen vor Ort etwas zurückzugeben“, so Aida Brito weiter. Mit den Brunnen ermöglicht Tchibo 17.000 Menschen Zugang zu sauberem Wasser. „Was in meinen Aufgaben bei Tchibo wichtig war, ist, die Leute vor Ort zu integrieren bzw. zu involvieren. Ich bin fest davon überzeugt, dass Projekte nur dann einen großen Erfolg haben, wenn die Menschen vor Ort mitentscheiden dürfen.“ Ähnliche Erfahrungen machte Benjamin Adrion bei seiner Arbeit mit Viva con Agua: „Es ist ein kollaborativer Prozess mit den Menschen vor Ort“.

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