Weihnachten

9 Tipps zum Thema Schenken von Mama-Bloggerinnen

Noch 4,5 Wochen bis Weihnachten. Ganz ehrlich, wer hat schon alle Geschenke für die lieben Kids im Sack? Fragt ihr euch, ob auch praktische Sachen wie Winterstiefel unter dem Baum liegen dürfen? Ob die Geschenkanzahl limitiert werden sollte? Wie man dem Präsente-Wettstreit mit dem Ex (und Vater der Kinder) umgehen kann? Wir baten drei Expertinnen um ihre Meinung: Elke von Citymum, Dani von Butterflyfish und Saskia (A lovely journey).

 

Elke Rüther, Citymum

Elke, bittest du deine Kinder um Wunschzettel? Nach welchen Kriterien werden die abgearbeitet?

Unsere Tochter ist sechs und liebt es, Wunschzettel zu „schreiben“, schneiden und zu kleben. Dabei ist sie sehr konkret, und es handelt sich um echte Herzenzwünsche, die sie meist schon länger hat. Die meisten Sachen bekommt sie dann auch von uns geschenkt – soweit es im Rahmen bleibt. Für mich ist es praktisch, dass ich die meisten Wünsche schon lange vor Weihnachten kenne, so kann ich mich früh darum kümmern. Das liebe ich und organisiere das über meine Lieblings-App „Wunderlist“ auf meinem Smartphone – so habe ich die Wünsche immer dabei. Ich setze mir allerdings immer ein Limit – was reinpasst wird gekauft, andere Wünsche werden beispielsweise an die Omi „übertragen“. Übrigens: Wir schicken den Wunschbrief auch wirklich ab, da sie noch fest an den Weihnachtsmann glaubt…

Verschenkst du nur Spaß- oder auch „sinnvolle“ Präsente?

Es kommen durchaus auch Dinge unter den Baum, die wir eh kaufen würden. Wie z.B. einen Hockey-Rucksack. Diese Dinge stehen zwar nicht auf ihrem Wunschzettel, aber ich bin mir sicher, dass sie sich sehr darüber freut. Hätte ich wirklich sehr wenig Geld zur Verfügung, würde ich allerdings auch (praktische) Dinge verschenken wie Winterstiefel o.ä., die dringend angeschafft werden müssen, – und das dann auch mit einem guten Gewissen. Der Mix macht es.

Kinder vergleichen sich und ihre Geschenke gern – kannst du dich an eine Situation erinnern, in der du gefühlt unter dem Druck standest ein gewisses Geschenk zu kaufen?

Nein, wahrscheinlich auch, da unser Kind ein Einzelkind ist – und ein wirklich großes Geschenk zwischendurch gibt es eher selten. Allerdings bekommt sie natürlich Anregungen für einen Wunsch, ohne den sie dann nicht mehr leben kann… und der kommt dann mit Sicherheit auf die nächste Wunschliste. Dieser wird dann auch meistens erfüllt. (Eine Ausnahme ist der kleine Hund, der schon seit zwei Jahren ganz oben auf ihrer Wunschliste steht…).

Kannst du dich noch erinnern, was deine schönste Weihnachtserinnerung oder dein liebstes Geschenk als Kind war?

Meine Schwester und ich bekamen Mitte der 70iger ein großes weißes Trampolin geschenkt. Das war für uns das Beste – bis zum Armbruch! Aber auch das stets besondere Weihnachtsessen von meiner Mama ist mir in lieber Erinnerung und wird traditionell bei uns in der Familie hochgehalten. Allerdings gibt es auch immer etwas, dass sich gut vorbereiten lässt, denn eins ist sicher: Bloß keinen Stress an den schönsten Tagen des Jahres!

Dani Döge, Butterflyfish

Liebe Dani, Kindern Weihnachtsgeschenke zu kaufen macht ja – verglichen mit der Geschenkesuche für manch andere Verwandte – eigentlich viel Spaß. Wie gehst du hier strategisch vor? Kaufst du schon das ganze Jahr über oder wann startest du mit Suche und Kauf?

Ich höre unseren Kindern das ganze Jahr über zu und schreibe so nach und nach auch zusammen, was ihnen so gefällt. Ausserdem schreiben beide Kinder noch Wunschzettel. Allerdings bin ich eher nicht so dafür, einfach nur Wunschzettel abzuarbeiten, ich halte da immer noch viel von Überraschungen. Wird also meist so eine Mischung aus Wunschzettel und meinen Notizen, die ich mir über´s Jahr gemacht habe. Gekauft wird erst Anfang Dezember…wir haben gar keinen Platz alles irgendwo unterzustellen, ohne das die Kinder das entdecken…

Manchmal entbrennt unter getrennt lebenden Eltern zuweilen ein Wettstreit um das schönste/teuerste Geschenk. Hast du einen Tipp, wie man damit umgehen kann?

Wir sind getrennte Eltern und bei uns gibt´s keinen Wettstreit. Das ist affig und unnötig. Eltern sollten sich klar machen, dass es um Geschenke für das Kind geht und nicht um irgendwelche Knöpfe beim Ex zu drücken, die ihn/sie womöglich verletzen. Es ist von Mama oder Papa, allein darauf kommt es an. Ein Furbie ist nicht weniger wert als ein Tablet, nur weil das vielleicht teurer war. Und es ist auch nicht nötig, sich mit riesigen Geschenken beim Kind für die Trennung entschuldigen zu wollen. Kein Streit, kein Gelästere über das andere Elternteil, das reicht Kindern eigentlich schon.
Es ist – denke ich – für viele Eltern schwierig, damit umzugehen – allerdings hat das meist was mit dem eigenen Ego und Machtdemonstrationen zu tun. Vielleicht helfen Absprachen, keine Geschenke über einem bestimmten Wert (sollen das doch die Großeltern übernehmen) oder einfach gemeinsam etwas schenken – auch wenn man als Eltern nicht mehr zusammen ist.

Wie gehen deine Kinder mit Enttäuschungen um, z.B. wenn ein Geschenkwunsch unerfüllt blieb oder Streitigkeiten untereinander über Geschenke entstehen? Beugst du solche Situationen vor?

Wenn ein Wunsch unerfüllt bleibt, gibt es immer noch den Geburtstag. Das hilft manchmal. Aber meistens werden Kinder heute mit so vielen Geschenken beworfen, dass es ihnen selten einfällt, dass da ja womöglich was nicht dabei war. Sie lassen sich auch oft damit trösten, dass sie ja stattdessen etwas anderes tolles bekommen haben. Ich habe als Kind tatsächlich selbst mal so ein Geschenk bekommen, das ich gar nicht haben wollte (es ging um ein ferngesteuertes Rennauto). Das habe ich dann relativ schnell mit voller Absicht zu Schrott gefahren und es auch nicht mehr vermisst.

Kannst du dich noch erinnern, was deine schönste Weihnachtserinnerung oder dein liebstes Geschenk als Kind war?

Weihnachten war bei uns eigentlich immer gleich. Meine Eltern haben sich beim Baum schmücken gestritten und meine Oma hat mich dann einfach in die Kirche zum Weihnachtsgottesdienst mitgenommen (ich komme aus Bayern). Als ich 13 war, wurde meine Oma sehr krank und war ausgerechnet im Dezember auf Kur und ich dachte schon, ich müsste ohne sie feiern. Meine Eltern haben mich dann damit überrascht, dass sie Weihnachten doch bei uns verbracht hat. Das war mein schönstes Weinachten + schönstes Geschenk. Ziemlich genau 11 Monate später ist sie dann leider gestorben. Danach hat Weihnachten für mich an Bedeutung verloren, bis ich selbst wieder ein Kind bekommen habe. Die strahlenden Kinderaugen auf diesen großartigen Familienfesten, die ich jetzt mit meiner Patchworkfamilie feiern kann (da springen 5 Kinder, Großeltern, Tanten, Onkel…herum), die weiß ich sehr zu schätzen.

Saskia Stammwitz, A lovely Journey

Saskia, wo und wie lässt du dich neben dem Wunschzettel deiner Töchter für Geschenke inspirieren?

Inspirationen finde ich meist beim Stöbern online auf Blogs und bei Pinterest oder durch die Empfehlungen von anderen Eltern. Im Altern von 3 und 1 sind unsere Töchter zugegeben noch einfach zu begeistern und wir versuchen Geschenke auszuwählen, die mehr als eine Funktion besitzen und dadurch auch längere Zeit interessant blieben.

Wie viele der Geschenke kaufst du online?

Da ich die meiste Zeit des Tages gemeinsam mit beiden Kindern verbringe ist es schwer unbemerkt Spielsachen oder Kleidung für sie zu kaufen. Die meisten Einkäufe erledige ich daher abends entspannt vom Sofa aus.

Sollte die Anzahl der Geschenke limitiert sein? Und falls ja, wie vermittelst du Verwandten und Bekannten, dass eine gewisse Anzahl oder ein bestimmter Wert nicht überschritten wird?

Dieses Thema finde ich zugegeben sehr schwer. Gerade bei kleinen Kindern – und wenn es in der Familie nicht so viele davon gibt – arten die Geschenke manchmal wirklich aus. Um hier einen Überblick zu behalten und das Kinderzimmer nicht überlaufen zu lassen haben wir Listen mit kleinen und größeren Wünschen, die wir bei Fragen an unser Umfeld verschicken. Bei kostspieligen Wünschen wir Fahrräder, Spielküche oder Kaufmannsladen finde ich es außerdem schön gemeinsam in einen Topf zu werfen und im Zweifel mehr Wert auf Qualität zu legen.

Kannst du dich noch erinnern, was deine schönste Weihnachtserinnerung oder dein liebstes Geschenk als Kind war?

Um ehrlich zu sein kann ich mich an die Geschenke nicht mehr richtig erinnern – eine meiner liebsten Traditionen ist der Spaziergang, den meine Familie jedes Jahr kurz vor der Bescherung gemacht hat. Die immer größer werdende Vorfreude; Weihnachtsbäume und Lichter, die man durch die Fenster in der ganzen Nachbarschaft sehen konnte und natürlich der Moment, als wir unseren geschmückten Baum und die Geschenke endlich selbst zu Gesicht bekamen.

Diesen Artikel weiterempfehlen

1 Kommentare zu „9 Tipps zum Thema Schenken von Mama-Bloggerinnen

  1. Lea

    Lustiges Lesen! Vielen Dank für dieses Interview, macht es viel Spaß beim Lesen! :D Immer wieder Geschenke für Kinder zu kaufen ist so anstrengend, wer weiß was ihnen gefällt?
    LG
    Lea

Hier kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.